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Enerige & Management > Vertrieb - Preisaufschläge vor der Gasumlage
Quelle: Fotolia / Photo-K
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Preisaufschläge vor der Gasumlage
Viele Grundversorger heben die Strom- und Gastarife in den kommenden Monaten an – teils kräftig.
 
Die extrem hohen Beschaffungspreise auf den Energiemärkten schlagen mehr und mehr auf die Verbrauchertarife durch. Das Vergleichsportal Verivox zählt für die Zeit von August bis Oktober 168 Gaspreiserhöhungen von Grundversorgern. Die durchschnittliche Erhöhung beziffert das Portal auf 44,1 %. Bei Strom gibt es im gleichen Zeitraum laut der Zählung 123 Preissteigerungen, im Schnitt um 25 %.

Der Wettbewerber Check 24 kommt auf ähnliche Zahlen. Für August, September und Oktober verzeichnet er 182 Gaspreiserhöhungen in der Grundversorgung. Im September machten sie im Schnitt 75,8 % aus, heißt es. Im August sei der Preis auf durchschnittlich 18,6 Ct/kWh gestiegen. Im Spätjahr und Winter des vergangenen Jahres war es Check 24 zufolge zu über 1.000 Preisaufschlägen gekommen. Seit März 2022 seien in weiteren 571 Fällen Preise angehoben oder angekündigt worden. Im Durchschnitt würden die Preiserhöhungen 54,4 % betragen. Für einen Musterhaushalt mit einem Gasverbrauch von 20.000 kWh bedeute das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 1.001 Euro pro Jahr.

Der Strompreis beträgt nach Berechnungen des Online-Portals im August durchschnittlich 39,9 Ct je kWh. Für August, September und Oktober zählt es 141 Fälle von Erhöhungen in der Grundversorgung. Im September betragen sie demnach im Schnitt 47,4 %. Seit Herbst 2021 gab es nach Angaben des Unternehmens rund 1.900 Fälle von Preiserhöhungen um durchschnittlich 22 %. Die Mehrkosten für einen Musterhaushalt mit einem Stromverbrauch von 5.000 kWh beziffert Check 24 auf 366 Euro pro Jahr.

524 Mio. Euro Mehrwertsteuer auf die Gasumlage

Obendrauf kommt ab Oktober die Gasumlage. Sie schlage sich bei einer auf 7 % verringerten Mehrwertsteuer auf Erdgas für einen Ein-Personen-Haushalt mit 5.000 kWh Verbrauch mit 129 Euro in der Jahresrechnung nieder. Bei einem Jahresverbrauch 12.000 kWh (2-Personen-Haushalt) sind es laut Modellrechnung 311 Euro, bei 20.000 kWh (4-Personen-Haushalt) summiert sich die Gasumlage auf 518 Euro.

Insgesamt zahlen alle Privathaushalte auf ein Jahr gerechnet in Deutschland rund 524 Mio. Euro Mehrwertsteuer auf die Gasumlage bei einem Steuersatz von 7 %, so das Vergleichsportal. Bei einem Steuersatz von 5 % wären es 325 Mio. Euro, bei 19 % wären es 1,4 Mrd. Euro gewesen. Was die Gaskosten betrifft, führt die verringerte Mehrwertsteuer für einen Musterhaus mit 20.000 kWh Jahresverbrauch zu einer Entlastung in Höhe von 375 Euro, so Check 24.

Zudem ins Kalkül zu ziehen: "Geben Versorger die Kosten für die sogenannte Regelenergie von 0,57 Ct/kWh an die Endkundinnen und Endkunden weiter, fallen inklusive Mehrwertsteuer in Höhe von sieben Prozent weitere 122 Euro jährlich für den Musterhaushalt an.“ Dazu kämen noch 13 Euro im Jahr durch die Gasspeicherumlage in Höhe von 0,059 Ct/kWh.
 

Manfred Fischer
© 2022 Energie & Management GmbH
Freitag, 19.08.2022, 15:21 Uhr

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