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PHOTOVOLTAIK:
PPA: Im Ausland wird Bayer wieder fündig
Die energieintensiven Industrieunternehmen suchen nach Wegen zur eigenen Klimaneutralität – und finden sie auch in PPA. Die Bayer AG macht vor allem im Ausland Fortschritte.
 
Mit langfristigen Stromabnahmeverträgen (PPA) stellen immer mehr Großunternehmen die Weichen auf grüne Energieversorgung. Über den Strombezug hinaus seien PPA aber auch als Stimulanz für den Ausbau erneuerbarer Erzeugungsanlagen in Deutschland zu sehen, meint etwa Markus Steilemann, Chef des Leverkusener Kunststoffkonzerns Covestro. Covestro hatte Ende 2019 das bis dato weltweit größte Industriekunden-PPA über 100 MW mit dem Offshore-Windparkbetreiber Oersted abgeschlossen - der Strom stammt aus einem Park vor Borkum. Die Bayer AG, bis 2015 Covestro-Mutterunternehmen, meldet aktuell vor allem im Ausland Vertragsabschlüsse mit Grünstromproduzenten.

Ökostrom aus 590-MW-Solarpark von Iberdrola

In Spanien erhalten die neun Standorte des Pharmakonzerns ab 2022 zu 100 % Strom aus dem von Iberdrola geplanten 590-MW-Solarpark Francisco Pizarro in der südwestlichen Region Extremadura. Die Laufzeit des PPA beträgt zehn Jahre. In der Zwischenzeit kauft Bayer von Iberdrola über Herkunftsnachweise zertifizierten Ökostrom. Die Leverkusener benötigen in Spanien saubere Energie für drei Fabriken, fünf Forschungs- und Entwicklungszentren sowie den Hauptsitz in Barcelona. Mit dem spanischen Energiekonzern Iberdrola hatte Bayer zuvor bereits in Mexiko Einigung über ein PPA erzielt und den Stromeinkauf aus einem 105-MW-Windpark im Bundesstaat Guanajuato vereinbart.

Bayer will bis 2030 für seine Geschäftstätigkeit Klimaneutralität erreichen, hatte der Konzern im vergangenen Jahr bekannt gegeben. Dass es im Ausland zu schnelleren Vertragsabschlüssen kommt, lasse nicht unbedingt Rückschlüsse auf schwierigere Rahmenbedingungen für PPA in Deutschland zu, sagte der Nachhaltigkeitsbeauftragte Dieter Hilla gegenüber E&M. Demnach seien PPA-Abschlüsse auch davon abhängig, wann alte Verträge über Strombezug auslaufen.

Dennoch mahnen Verbände der Solarbranche in Deutschland bessere Rahmenbedingungen auch für den Ausbau großer Solarparks an. Auf dem Energiewendekongress der Deutschen Energie Agentur (Dena) beklagte jüngst zudem Dirk Biermann, Geschäftsführer des Netzbetreibers 50 Hertz, die mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung für weitere Ökostromanlagen.
 

Volker Stephan
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Freitag, 20.11.2020, 09:42 Uhr

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