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Enerige & Management > Effizienz - Potenzial für klimaschonendes Heizen untersucht
Bild: Fotolia.com, Photo-K
EFFIZIENZ:
Potenzial für klimaschonendes Heizen untersucht
Regelmäßiges Verbrauchs-Feedback und passende Handlungsempfehlungen können dazu beitragen, dass Immobiliennutzer sparsamer heizen.
 
Untersucht wurde die Rückkopplung zwischen Verbraucherinformation und geringerem Energieverbrauch bei Heizungen in dem wohnungswirtschaftlichen Forschungsprojekt „BaltBest“ („Einfluss der Betriebsführung auf die Effizienz von Heizungsaltanlagen im Bestand“). Bei diesem untersuchten insgesamt 15 Projektpartner aus Wohnungswirtschaft, Industrie und Wissenschaft, wie Effizienzpotenziale in der Anlagentechnik und beim Nutzerverhalten erschlossen werden können.
 
Die jetzt von Techem als einem der teilnehmenden Projektpartner veröffentlichten Zwischenergebnisse zeigen, dass sich Energieeffizienz beim Wohnen vor allem dann kostengünstig steigern lässt, wenn sowohl die Betriebsführung von Heizungsanlagen im Bestand optimiert als auch die Mieter beim energiesparenden Verhalten unterstützt werden. Dazu sollten Mieter mit robuster und preiswerter Smart-Home-Technik vernetzt werden, die von der Wohnung bis in den Heizkeller reicht. Zugleich sollen sie Informationen über ihren Wärmeverbrauch und über Einsparmöglichkeiten bekommen.
 
Daten von 5800 Sensoren

Zur Durchführung der Untersuchung wurden nach Angaben von Techem insgesamt 100 Mehrfamilienhäuser von Wohnungsunternehmen ab 2018 mit einer Funk-Messinfrastruktur ausgestattet. Insgesamt habe man über 5.800 Sensoren installiert. Zur Auswertung erreichen täglich 3,9 Mio. Daten-Telegramme die Forschungsinstitute EBZ Business School – University of Applied Sciences sowie wöchentlich die Technische Universität Dresden. Zudem gibt es Umfragen unter den Mietern zu ihrem Heizverhalten. Das Forschungsprojekt läuft über drei Heizperioden von Dezember 2018 bis Mai 2021.
 
Bisherige Ergebnisse sind unter anderen:

• Der kontinuierlichen Überwachung der Anlagentechnik und dem guten Management von Mieterbeschwerden kommen Schlüsselrollen bei der Senkung der Energieverbräuche zu.

• Die Mieter können durch regelmäßige digitale Informationen über ihre individuelle Heizungseinstellung ihr Heizverhalten anpassen und dadurch den Verbrauch insgesamt senken.

• Bestands-Heizungsanlagen sind häufig überdimensioniert. Bei einem Austausch orientiert sich die Leistung der neuen Anlage bislang eher an der alten Anlage und nicht am konkreten Leistungsbedarf des Gebäudes.

• Eine wichtige Voraussetzung für die effiziente Einstellung der Heizungsanlagen ist eine hydraulisch abgeglichene Anlage.

• Heizleistung und Vorlauftemperaturen werden im täglichen Betrieb häufig nur unzureichend an die Außentemperaturen angepasst. Die dafür vorhandenen Einstellmöglichkeiten werden noch zu zaghaft genutzt.

• Wirksame Nachtabsenkungen sind im Bestand noch die Ausnahme.

• Ein Teil der Mieter setzt auf individuelle private Smart-Home-Systeme, um die Raumwärme dem Bedarf anzupassen, während andere dies konsequent ablehnen. Eine heterogene Ausstattung der Gebäude behindert jedoch die Systemoptimierung.

• Die Technik der Smart-Home-Systeme ist heute auf den Einsatz in Einfamilienhäusern zugeschnitten. Für einen breiten Einsatz in der Wohnungswirtschaft ist eine Weiterentwicklung (etwa bei der Bedienbarkeit und den Grundeinstellungen) nötig.
 
In der laufenden Heizperiode will sich das Forschungsprojekt verstärkt den Mietern widmen und untersuchen, welche Einsparungen durch informierte Nutzer erreicht werden können.
 
Derzeit geht das Forschungsteam laut Techem davon aus, dass der Gesamtverbrauch einer Immobilie durch wenige Vielverbraucher um durchschnittlich 10 % erhöht wird. Die Spanne reiche von 5 % (wenige Vielverbraucher in der Liegenschaft) bis 15 %.
 

Armin Müller
Redakteur
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Montag, 01.02.2021, 15:26 Uhr

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