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Enerige & Management > Schleswig-Holstein - Positive Zwischenbilanz beim Breitbandausbau im Norden
Bild: Fotolia.com, Rene Grycner
SCHLESWIG-HOLSTEIN:
Positive Zwischenbilanz beim Breitbandausbau im Norden
Die vor drei Jahren ins Leben gerufene Breitbandstrategie Schleswig-Holsteins hat sich bewährt. Bis 2030 soll das Glasfasernetz flächendeckend im Land ausgebaut werden.
 
„Schon jetzt liegen wir mit einer Versorgung von 23 Prozent der Haushalte mit Glasfaseranschlüssen weit über dem Bundesdurchschnitt von etwa fünf Prozent“, erklärte Kiels Wirtschaftsminister Reinhard Meyer auf dem 9. Breitbandforum Schleswig-Holstein. Mehr als 250 Fachleute aus Unternehmen, Verbänden und Kommunen waren für die Tagung am 6. Juni nach Neumünster gekommen. Nach Angaben Meyers sei der bislang eingeschlagene Breitband-Weg richtig. Neben den Ausbauerfolgen stoße die Breitbandstrategie auch auf eine hohe Akzeptanz im Land. Inzwischen habe auch das Bundeswirtschaftsministerium in seiner kürzlich vorgelegten „Digitalen Strategie 2025“ ein klares Bekenntnis zur Glasfaser abgegeben. „Wir denken langfristig und wollen den Akteuren im Lande Leitplanken geben, wohin die Reise geht. Kurzfristige Bandbreitenziele helfen da wenig. Glasfaser ist die eindeutig zukunftssicherste Technologie“, unterstrich Meyer.

Der große Vorteil Schleswig-Holsteins liege, wie Meyer weiter ausführte, in der Vielzahl regionaler Akteure wie Stadtwerken, Breitbandnetzgesellschaften oder kommunalen Breitbandzweckverbänden, die Glasfaser zu ihrer Sache gemacht hätten. Das Land unterstütze diese Aktivitäten durch Beratung und Koordinierung, insbesondere durch das kommunal getragene Breitband-Kompetenzzentrum (BKZSH). Auch die Investitionsbank IB.SH begleite diesen Prozess als Projekt- und Finanzierungsberater. Insgesamt würden 70 Mio. Euro an Fördermitteln eingesetzt, die unter anderem in das bundesweit einmalige Zinssubventionierungsprogramm der IB.SH, in Planungs- und Beratungsleistungen oder in die Kofinanzierung des Bundesprogramms fließen würden.

„Aber da nichts so gut ist, dass es sich nicht noch verbessern ließe, haben wir eine Bewertung beauftragt, die uns Hinweise für eine weitere Optimierung geben soll“, machte Meyer deutlich. Um die bisherige Umsetzung zu analysieren, Vergleiche zu anderen Regionen zu ziehen und Vorschläge für eine Optimierung und Ergänzung des Maßnahmenplans zu erhalten, hat das Kieler Wirtschaftsministerium eine Überprüfung angeschoben. Der vom Wirtschaftsministerium beauftragte Breitband-Experte Tim Brauckmüller vom Berliner Beratungsbüro ateneKOM habe in seiner ersten Einschätzung die Richtigkeit der schleswig-holsteinischen Strategie bestätigt, erklärte Meyer.

Mit einem neuen Breitband-Kommunikationskonzept will das schleswig-holsteinische Wirtschaftsministerium nun die Nachfrage nach Breitband weiter stimulieren. „Damit betreten wir ebenfalls bundesweit Neuland“, machte Meyer deutlich. Schleswig-Holstein ist das einzige Bundesland, dass sich keine Ausbauziele für schnelle Internetanschlüsse gesetzt hat, sondern strategisch ein flächendeckendes Glasfasernetz anstrebt.
 

Kai Eckert
Redakteur
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Dienstag, 07.06.2016, 10:12 Uhr

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