• Weitere Aussichten: Unterdurchschnittliche Temperaturen
  • EnBW integriert Batteriewechselstationen
  • Ewald Woste ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Steag
  • Gasmangellage bleibt bei normalem Winter unwahrscheinlich
  • Oersted-Deutschlandchef wird BWO-Vorstandsvorsitzender
  • Aurubis-Abwärme heizt Hafencity und Gewerbegebiet in Hamburg
  • "Für Deutschland besonders attraktiv ist die Nordsee"
  • Wechsel an der Bayernwerk-Spitze
  • Südeuropäische Wasserstoff-Pipeline soll bis 2030 kommen
  • Oberfranken wollen neue Windkraftanlagen
Enerige & Management > Fernwärme - Plattform "Grüne Fernwärme" offiziell gestartet
Quelle: AGFW
FERNWÄRME:
Plattform "Grüne Fernwärme" offiziell gestartet
Der  Energieeffizienzverband AGFW hat mit einem ersten Netzwerk-Paten die neue „Plattform Grüne Fernwärme“ offiziell gestartet.
 
Kommunen stehen vor der Herausforderung, ihre Strom- und Wärmeversorgung klimaneutral zu gestalten und CO2 einzusparen – so auch die Große Kreisstadt Stollberg in Sachsen. Der Umbau bestehender Infrastrukturen erfordert viel Know-how und nicht überall ist dieses gleichermaßen vorhanden. Hier setzt die neue „Plattform Grüne Fernwärme“ des Energieeffizienzverbandes AGFW an, deren erstes Netzwerk am 23. September in Stollberg offiziell gestartet ist.

„Wir stehen als Kommune selbst vor wichtigen Entscheidungen für unsere Wärmeversorgung“, erklärte Stollbergs Oberbürgermeister Marcel Schmidt bei der Auftaktveranstaltung zur neuen Plattform. In Stollberg sollen die bestehenden Wärmenetze erweitert und auch neue Netze für Quartiere errichtet werden. „Im Rahmen der Planungen haben wir viel Know-how gesammelt und geben dieses nun gerne an interessierte Kommunen in der Region weiter“, so Schmidt.

Als Netzwerk-Pate steht der Oberbürgermeister mit seinen Mitarbeitern nun bereit, wenn sich Umlandkommunen ebenfalls für Fernwärme aus erneuerbaren Energien interessieren. „Wichtig war für uns der Ansatz, dass nicht jede Stadt alle Überlegungen und Planungen neu anstellen muss. Das, was wir bisher an Wissen erworben haben, geben wir gerne weiter, damit die Wärmewende überall gelingt.“

Mit der „Plattform Grüne Fernwärme“, die seit Juni 2021 online ist, will der AGFW den Ausbau der Fernwärme unterstützen. Hierfür wird auf der neuen Plattform unter anderem ein Dienstleister-Register eingerichtet, das Projektfindungs- und Planungshilfen bis zur Umsetzung anbietet. So soll Kommunen das Vernetzen mit Fernwärmeexperten und der Einstieg in die leitungsgebundene Wärmeversorgung erleichtert werden.
 
(von links) Tilman Werner, Geschäftsführer Sächsische Energieagentur – SAENA, Rechtsanwalt und Ministerialrat a. D. Michael Köppl, Marcel Schmidt, Oberbürgermeister Stollberg/Erzgebirge sowie Harald Rapp, Bereichsleiter Stadtentwicklung des AGFW, freuen sich über den gelungenen Start des westsächsischen Netzwerks der Plattform Grüne Fernwärme
Quelle: AGFW

Die Idee komme gut an, wie Harald Rapp, Bereichsleiter Stadtentwicklung des AGFW, berichtet. „Wir starten derzeit weitere Netzwerke in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Das große Interesse seitens der Kommunen zeigt uns, dass wir hier ein wichtiges Thema adressieren.“

Dass für die Kommunen Handlungsbedarf besteht, verdeutlichte im Rahmen der Veranstaltung Rechtsanwalt Michael Köppl, der jahrelang im sächsischen Innenministerium für den Bereich Stadtentwicklung tätig war. „Man hat viel von den Beschlüssen des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz gehört. Die überraschend weitgreifende Entscheidung besagt im Kern, dass bereits heute darauf geachtet werden muss, dass nicht künftige Generationen durch Schädigungen der Umwelt, insbesondere durch die CO2-Belastung, erheblich beeinträchtigt werden. Bereits heute müssen nachhaltig wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um den CO2-Ausstoß zu vermindern oder zumindest zu kompensieren. Dies kann von jedem einzelnen auch eingeklagt werden.“

Zwar wirke es zunächst abstrakt, da es um Zielvorgaben durch den Bundesgesetzgeber gehe, so Köppl. Kaum eine Gemeinde sei sich indes bewusst, dass diese Entscheidung bereits jetzt Folgen für ihr tägliches Handeln haben kann. „Es betrifft insbesondere die Bauleitplanung. Den Kommunen ist wohl eher nicht klar, dass hier eine intensive Auseinandersetzung auch mit der Treibhausgas-Thematik gefordert ist. In unserer Veranstaltung wollen wir das Augenmerk deshalb genau hierauf richten. Und dies, bevor die ersten Klagen gegen einen kommunalen Bebauungsplan eingereicht werden.“

Städte und Gemeinden, die sich für den Erfahrungsaustausch interessieren, können sich unter gruene-fernwaerme.de  über die Plattform informieren und sich dem Netzwerk anschließen. 
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
+49 (0) 8152 9311 28
eMail
facebook
© 2022 Energie & Management GmbH
Freitag, 24.09.2021, 12:18 Uhr

Mehr zum Thema