• Strom: Volatiler Day Ahead
  • Gas: Weitere Abschläge
  • Gasnetzbetreiber erhöhen Wasserstoffbeimischung
  • Monopolkommission für mehr Wettbewerb bei Ladesäulen und Windenergie
  • Naftogaz sichert sich Gaslieferungen
  • Mehr Nahverkehr - aber nicht zum Nulltarif
  • Freiburger Forscher für nationalen Emissionshandel
  • Vattenfall betreibt größte Power-to-Heat-Anlage Europas
  • Mercedes setzt auf CO2-neutrale Batteriezellen
  • Grüne im Bundestag wollen 40 Euro je t CO2 mit Sozialausgleich
Enerige & Management > F&E - Plasmalyse erzeugt Energieträger aus Abwasser
Bild: alphaspirit / Fotolia
F&E:
Plasmalyse erzeugt Energieträger aus Abwasser
Ein neues Verfahren soll Abwasser reinigen und aus den Reststoffen gleichzeitig einen gasförmigen Energieträger gewinnen.
 
Das Berliner Technologieunternehmen Graforce hat ein neues Verfahren zur Abwasserreinigung und Gasgewinnung vorgestellt: Die sogenannte „Plasmalyse“ soll mit hohem Wirkungsgrad Wasserstoff erzeugen. Werde dieser mit Biogas gemischt, entstehe „E-Gas“, ein kostengünstiger, umweltfreundlicher Kraftstoff für Fahrzeuge sowie Brennstoff zur Strom- und Wärmeerzeugung, schreiben die Entwickler.
 
Bei dem Verfahren, an dem Graforce seit 2010 arbeitet, wird Schmutzwasser, das beispielsweise bei Produktionsprozessen in Biogas-, Klär- oder Industrieanlagen anfällt, mit Hilfe von elektrischem Strom in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten. Das Abwasser enthält einen hohen Anteil an Stickstoffverbindungen (Harnstoff, Aminosäuren, Nitrate und Ammonium). Durch den Plasmaprozess werden diese ebenso wie das Wasser in einzelne N-, H- und O-Atome aufgespalten. Diese verbinden sich anschließend neu.
 
Entwicklungskooperation mit den Berliner Wasserbetrieben

Das nun gereinigte Wasser kann wieder dem natürlichen Kreislauf zugeführt werden, während Wasser-, Sauer- und Stickstoff durch eine Gasmembran geleitet und dort sortiert werden. Stick- und Sauerstoff entweichen in die Luft, den verbleibenden Wasserstoff füllt man in einen Tank. Anschließend mischt man diesen mit Biogas. So entsteht E-Gas als universeller Energieträger.
 
Wenn für das Verfahren regenerativer Strom genutzt wird, ist die Wasserstoffherstellung klimaneutral und schadstofffrei. Auch während des Verfahrens entsteht nach Angaben der Entwickler kein schädliches Abfallprodukt, sondern nur gereinigtes Wasser und Sauerstoff.
 
Während die Kosten für die Wasserstoffherstellung in herkömmlichen Verfahren bei sechs bis acht Euro pro Kilogramm Wasserstoff liegen, sollen mit dem Plasmalyzer drei Euro erreichbar sein. Basis für die Berechnung sind Stromkosten von 8 Ct/kWh.
 
Bei der Entwicklung kooperiert Graforce mit den Berliner Wasserbetrieben, die das nötige Abwasser zur Verfügung stellten. Weiterer Partner ist die Audi Industriegas GmbH. Das Unternehmen prüft, ob die Plasmalyse-Technologie am Standort Werlte eingesetzt werden kann, um dort die Wasserstoffausbeute und die Gesamteffizienz zu erhöhen. Nach vielversprechenden Vorversuchen ist eine Pilotanlage auf einem Berliner Klärwerk geplant. Dort soll der aus den Abwässern gewonnene Kraftstoff unter anderem zur Betankung der eigenen Fahrzeugflotte genutzt werden.
 

Armin Müller
Redakteur
+49 (0) 8152 9311 44
eMail
facebook
© 2019 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 18.10.2018, 17:04 Uhr

Mehr zum Thema