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Enerige & Management > Gasnetz - Pipelines beste Option für Wasserstofftransport
Quelle: Shutterstock/Visionsi
GASNETZ:
Pipelines beste Option für Wasserstofftransport
Bei der Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland kommt dem  Wasserstofftransport eine zentrale Rolle zu. Der Nationale Wasserstoffrat zeigt in einem Papier Optionen auf.
 
Laut dem Positionspapier des Nationalen Wasserstoffrats bieten sich für den Transport von Wasserstoff unterschiedliche Möglichkeiten an. Kleinere Mengen Wasserstoff könnten flexibel über Lkw-Trailer transportiert werden. Im europäischen Umfeld für Distanzen von bis zu etwa 10.000 Kilometern sei der Wasserstofftransport in Pipelines, selbst in neu gebauten, aber die wirtschaftlichste Option.

Für einen solchen leitungsgebundenen Transport ermittelt eine Studie zum "European Hydrogen Backbone" (EHB) spezifische Transportpreise von etwa 0,16 Euro/Kilogramm je 1.000 Kilometer Transportweg bei nahezu vollständig ausgelasteten Fernleitungen. Zu Beginn führt die geringe Auslastung zu höheren Transportkosten für erste Abnehmer, die staatlich abgefedert werden sollten.

Die in der EHB-Studie ermittelten Transportpreise basieren auf einem signifikanten Anteil von umgestellten Erdgasleitungen im geplanten Wasserstoffsystem. Eine Nutzung von Bestandsinfrastruktur reduziere die Systemkosten, beschleunige die Realisierung, vermeide Umwelteingriffe und erhöhe damit die gesellschaftliche Akzeptanz, so der Nationale Wasserstoffrat.
  Nutzung vorhandener Erdgasfernleitungen bereits demonstriert

Die Nutzung vorhandener Erdgasfernleitungen für den sicheren Transport von Wasserstoff ist, so ein Gutachten des TÜV Nord, grundsätzlich möglich. Eine entsprechende Umstellung von Erdgas auf Wasserstoff wurde schon unter anderem anhand einer Erdgasfernleitung im Südwesten der Niederlande demonstriert.

Auch die Wasserstoffqualität ist beim Transport in umgestellten Erdgasfernleitungen grundsätzlich gesichert und die Vorgaben der relevanten Norm DVGW G 260 (2021) werden eingehalten. Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften ist beim Transport von Wasserstoff in Pipelines eine Energietransportkapazität vom Acht- bis Zehnfachen einer Stromleitung zu realisieren.

Neben Wasserstoff werden im Gasbereich zukünftig Biogas/Biomethan und synthetisches Erdgas (SNG) ihre Anwendung finden. Für entsprechende Abnehmer dieser Stoffe wird es auf der Fernleitungs- und Verteilnetzebene auch weiterhin Methannetze geben, prognostiziert der NWR.

Für eine effiziente und transparente Planung des zukünftigen Wasserstoffnetzes biete der Prozess zur Netzentwicklungsplanung im Erdgas eine gute Grundlage und werde nun für Wasserstoff weiterentwickelt. Auch sei eine engere Verzahnung der Infrastrukturplanungen für Strom, Gas und Wasserstoff notwendig.

Das Positionspapier zum Wasserstofftransport  kann von der Internetseite des Nationalen Wasserstoffrats heruntergeladen werden.
 

Peter Koller
Redakteur
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Freitag, 16.07.2021, 15:25 Uhr

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