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Enerige & Management > Klimaschutz - Pilotprojekt: Waschmittel zur CO2-Abscheidung
Quelle: Fotolia / bluedesign
KLIMASCHUTZ:
Pilotprojekt: Waschmittel zur CO2-Abscheidung
Die CO2-Waschanlage beim Kraftwerk Niederaußem hat 100.000 Betriebsstunden absolviert. Aus diesem Anlass hat RWE Forschende aus mehreren Ländern zum Informationsaustausch eingeladen.
 
Die CO2-Waschanlage im nordrhein-westfälischen Niederaußem ist seit fast elfeinhalb Jahren im Betrieb, um das Treibhausgas aus Rauchgasen des benachbarten Kraftwerks zu entfernen. Jetzt hat RWE rund 20 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus den Niederlanden, Norwegen, Großbritannien und den USA eingeladen. Sie alle befassen sich im Rahmen des internationalen Forschungsprojektes „Launch“ mit der Frage, wie man bei der CO2-Abscheidung (Carbon Capture) Waschmittel sparen und damit ihre Wirtschaftlichkeit steigern kann. Hintergrund ist, dass die zum Einsatz kommenden organischen Amin-Lösungen im Laufe der Zeit durch Oxidation ihre Wirksamkeit verlieren und ersetzt werden müssen.

„Die CO2-Wäsche in Niederaußem ist seit Jahren eine wichtige Plattform für die internationale Zusammenarbeit bei der weiteren Optimierung dieser wichtigen Klimaschutztechnik“, so betonte RWE-Power-Vorstand Lars Kulik bei einer Feierstunde die Bedeutung der Einrichtung. Sie ist an den Block K des Braunkohlekraftwerks Niederaußem angeschlossen.

„Die weltweit einzigartigen Langzeittests in Niederaußem sind eine wichtige Säule für ,Launch'. Sie helfen der Fachwelt, die Alterung von CO2-Waschmitteln zu verstehen und innovative Gegenmaßnahmen zu testen“, so erklärte Tillman Bechthold, Leiter Forschung und Entwicklung beim Essener Energiekonzern, die Rolle der Anlage.

Die in Niederaußem gewonnen Erkenntnisse könnten dabei helfen, die Auslegung und den Betrieb von CO2-Abtrennungen zum Beispiel an Klärschlamm-, Biomasse- und Müllverbrennungsanlagen zu vereinfachen. Ebenso seien sie in der Lage, den Aufbau einer Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen. „Wenn wir die Verwertung des CO2 und die regenerative Stromerzeugung miteinander koppeln, haben wir einen geschlossenen Kohlenstoffkreislauf für klimaneutrale Chemikalien und Treibstoffe“, erklärte Kulik.

Technik auch bei der Zement- und Stahlproduktion einsetzbar

Das Projekt "Launch" wird von der EU und den Regierungen der beteiligten Länder gefördert. Das Gesamtbudget des über drei Jahre laufenden Vorhabens beläuft sich auf 7,2 Mio. Euro. Die Forschungsaktivitäten von RWE werden vom Bundeswirtschaftsministerium mit fast 700.000 Euro gefördert.

Die CO2-Waschanlage hat jetzt 100.000 Betriebsstunden absolviert. Sie ist 40 Meter hoch und wurde 2009 als erste ihrer Art in Deutschland in Kooperation mit BASF und Linde errichtet. In ihr wird beispielsweise erprobt, mit welchen Waschmitteln das Rauchgas besonders wirksam und wirtschaftlich gereinigt werden kann. Das Kohlendioxid wird nach der Abtrennung durch Erhitzen regeneriert. Anschließend lässt es sich für die Herstellung von Treibstoffen und Grundchemikalien nutzen oder speichern.

Das im Innovationzentrum Niederaußem eingesetzte Verfahren und die Technologie sind nach Angaben von RWE für eine breite industrielle Nutzung konzipiert. Dazu gehören zum Beispiel Biomasse-, Müll- und Klärschlammverbrennungsanlagen sowie Zement- und Stahlwerke.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Mittwoch, 15.06.2022, 15:40 Uhr

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