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Enerige & Management > Kooperation - Partner wollen CO2-Pipeline durch die Nordsee bauen
Quelle: Fotolia / bluedesign
KOOPERATION:
Partner wollen CO2-Pipeline durch die Nordsee bauen
Wintershall Dea und Equinor wollen zusammen eine Wertschöpfungskette für die Abscheidung, den Transport und die untermeerische Speicherung von CO2 vorantreiben.
 
Das CCS-Projekt (Carbon Capture and Storage) soll kontinentaleuropäische CO2-Emittenten mit Offshore-Lagerstätten auf dem norwegischen Festlandsockel verbinden, wie die Erdgas- und Erdölunternehmen mit Sitz in Kassel und Stavanger mitteilten. Das norwegisch-deutsche CCS-Vorgaben "NOR-GE" habe das Ziel, einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen in Europa zu leisten.

"Wintershall Dea und Equinor werden gemeinsam eine technische und kommerzielle Lösung für die Entwicklung von länderübergreifenden CCS-Wertschöpfungsketten in Europa erarbeiten und mit den Regierungen an der Gestaltung entsprechender regulatorischen Rahmenbedingungen arbeiten", erklärte dazu Mario Mehren, Vorstandsvorsitzender von Wintershall Dea. Man reagiere damit auf die europäische Nachfrage nach einer technischen Lösung, die die dringend notwendige Dekarbonisierung kohlenstoffintensiver Industrien möglich macht.

CCS als Alternative für unvermeidbare Emissionen

"Wintershall Dea und Equinor engagieren sich hiermit für die Energiewende und nutzen die Kompetenz und Erfahrung beider Unternehmen, um mit Regierungen und Partnern zusammenzuarbeiten und das Netto-Null-Ziel zu erreichen", sagte Anders Opedal, CEO und Präsident von Equinor.

Die unterirdische Speicherung von CO2 würde es etwa ermöglichen, unvermeidbare Emissionen aus industriellen Prozessen zu reduzieren. Die Partnerschaft soll dabei Deutschland, den größten CO2- Emittenten in Europa, und Norwegen, das über das höchste CO2-Speicherpotenzial in Europa verfügt, miteinander verbinden.

Konkret sei eine rund 900 Kilometer lange Pipeline mit diskriminierungsfreiem Drittzugang geplant, die den Energy Hub für CO2 in Norddeutschland mit den Speicherstätten in Norwegen verbindet. Sie soll noch vor 2032 in Betrieb gehen. Die Pipeline ist für eine erwartete Transportkapazität von jährlich 20 bis 40 Mio. Tonnen CO2 ausgelegt, was etwa 20 % der gesamten deutschen Industrieemissionen pro Jahr entspricht. Möglicherweise können der Transport und die unterirdische Lagerung bereits früher starten, wobei das CO2 dann erstmal per Schiff transportiert würde.

Wintershall Dea und Equinor planen außerdem, sich gemeinsam um Lizenzen für die Offshore-Speicherung von CO2 zu bewerben, um 15 bis 20 Mio. Tonnen pro Jahr auf dem norwegischen Festlandsockel zu speichern.

Bei Öl und Gas setzt Wintershall weiter auf Norwegen

Mario Mehren bekräftigte am 30. August auf der Konferenz Offshore Northern Seas in Stavanger zudem, dass Wintershall Dea seine Aktivitäten zur Öl- und Gasgewinnung in Norwegen intensivieren werde. "Norwegen steht im Mittelpunkt unserer Aktivitäten: heute für unser E&P-Geschäft, morgen für unser wachsendes Carbon Management- und Wasserstoffgeschäft", sagte der Vorstandsvorsitzende von Wintershall Dea.

Er verwies darauf, dass im Juli die Produktion aus dem eigen operierten Nova-Feld in der norwegischen Nordsee erfolgreich aufgenommen wurde. Daneben sollen bis Ende des Jahres die Entwicklungsprojekte Dvalin und Njord in Betrieb gehen.

"Wir sind auf dem besten Weg, unser Ziel einer Tagesproduktion von bis zu 200.000 boe/d (Barrels of oil equivalant) in Norwegen bis Ende des Jahres zu erreichen, wovon der Großteil auf Gas entfallen wird", sagte Chief Operating Officer Dawn Summers. "Die Sicherung der zuverlässigen, kohlenstoffarmen Energieversorgung Europas hat für uns derzeit oberste Priorität und Norwegen ist dafür der Schlüssel", ergänzte sie.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Dienstag, 30.08.2022, 16:03 Uhr

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