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Enerige & Management > Erdgasfahrzeuge - Paketdienst GLS ordert LNG-Sattelzüge für Italien
Quelle: Zukunft Gas
ERDGASFAHRZEUGE:
Paketdienst GLS ordert LNG-Sattelzüge für Italien
Iveco liefert der Tochter von Royal Mail 120 Groß-Lkw, die mit Flüssigerdgas oder mit Bio-LNG betankt werden − ein Schritt in einem langfristigen Dekarbonisierungsprogramm von GLS.
 
Die GLS-Gruppe, einer der großen Paketlogistiker Europas und Nordamerikas, setzt bei der Dekarbonisierung der Flotte in ihrem stärksten Markt Italien auf LNG- und Bio-LNG-Sattelzüge. Von Iveco erhält die Tochter der Royal Mail 120 neue mit LNG (Flüssigerdgas) oder Bio-LNG angetriebene Sattelzüge, teilten Iveco Magirus aus Ulm und GLS Italien am 3. August der Presse mit.

Demnach ersetzen die 40-Tonner die bisherige italienische Dieselflotte. Sie sparen damit schon mit fossilem LNG "erheblich" CO2 ein, darüber hinaus Schwefel- und Stickoxide sowie Ruß, Feinstaub und Lärmemissionen. Bei Betankung mit Bio-LNG sinken die CO2-Emissionen bilanziell gar um 95 %.

Die Partnerschaft mit Iveco in Italien ist Teil eines seit 2008 laufenden Nachhaltigkeitsprogramms der GLS-Gruppe, das nicht nur die Flotte umfasst, sondern etwa auch Entsorgung und Beleuchtung. Ziel ist es, bis 2022 alle Emissionen der Gruppe um mindestens 20 bis 25 % zu senken und den Rest zu kompensieren. Bis 2025 soll der Ausstoß um 45 bis 50 % gesunken sein, so Group Area Managing Director Klaus Schaedle. Dies will die GLS erreichen, indem sie auf der Langstrecke umweltschonendere Lkw und auf der letzten Meile Elektro- und Hybridfahrzeuge einsetzt.

 
Einer der 120 neuen LNG-Sattelzüge von Iveco, Typ S-Way, für den Logistiker GLS. Sie sollen in Italien alle ihre Dieselvorgänger ersetzen
Quelle: Iveco

In Italien sitzt laut Unternehmenswebsite die Hälfte der weltweit 240.000 Kunden von GLS. Dort unterhält die Gruppe mit 15 Umschlagzentren, 153 Depots und 6.000 Fahrzeugen so viele wie in keinem anderen Land. Nur Deutschland, in dem GLS 1989 als German Parcel gegründet und 1999 von Royal Mail übernommen worden war, hat ähnlich viele Fahrzeuge, 66 Depots und ein Umschlagzentrum, in Neuenstein (Hessen) an der A7.

"Historischer Wandel des Gütertransports"

Fabrizio Buffa, Iveco-Manager für alternative Antriebe in Italien, sprach von einem "starken Zeugnis für den historischen Wandel, den der Gütertransport gegenwärtig durchläuft. Bio-LNG lässt sich vor Ort in einem Prozess erzeugen, bei dem wertvolle Nebenprodukte wie Bio-CO2 entstehen, das in der Lebensmittelindustrie Verwendung findet, und Biodünger, der in der Landwirtschaft eingesetzt wird."

Den Iveco S-Way NP (Natual Power) mit Zwölf-Gang-Automatik und Tempomat gibt es laut Datenblatt in zwei Hubraumausführungen mit 250 bis 338 kW bei maximalen Drehmomenten zwischen 1.500 und 2.000 Newtonmetern (Nm). Dies ist eine etwas schwächere Motorisierung als bei den Dieseltypen mit Drehmomenten zwischen 1.400 und 2.500 Nm. Mit einer Tankfüllung kommen die LNG-Trucks bis zu 1.600 Kilometer weit. Zu den Zielbranchen gehören auch die Kühllogistik, die Abfallwirtschaft und die Baulogistik.

In jede Umweltzone − an mancher Mautstelle vorbei

Mit ihren geringen Emissionswerten inklusive Lärm (nur 71 Dezibel) dürfen die Sattelzüge uneingeschränkt in jede Umweltzone fahren und sparen aufgrund der niedrigen Steuern auf LNG auch Spritkosten ein. Ein sogenanntes Anti-Idling-System schaltet die Motoren zudem automatisch aus, um unnötigen Leerlauf zu vermeiden. Teilweise entfällt für LNG-Lkw auch die Maut.
 

Georg Eble
Redakteur
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Dienstag, 03.08.2021, 14:27 Uhr

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