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Enerige & Management > KWK - OTH will Sektorkopplung und Digitalisierung voranbringen
Raphael Lechner vor einem der BHKW am Kompetenzzentrum. Bild: OTH/Linda Misch
KWK:
OTH will Sektorkopplung und Digitalisierung voranbringen
Mit innovativen KWK-Systemen befasst sich Prof. Raphael Lechner, neuer Co-Chef des Kompetenzzentrums für Kraft-Wärme-Kopplung an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden.
 
Der frisch berufene Professor für digitale Energiesysteme und Sektorkopplung ist jetzt an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (OTH) zu einem von zwei Leitern des Kompetenzzentrums für Kraft-Wärme-Kopplung ernannt worden.

An der Hochschule ist Lechner kein Unbekannter: Er schloss hier im Jahr 2004 den Studiengang Umwelttechnik als Dipl.-Ing. (FH) ab. Seine akademische Laufbahn führte ihn danach zum Masterstudium Regenerative Energien und Energieeffizienz an die Universität Kassel und zur Promotion an die University of Birmingham in Kooperation mit dem Fraunhofer-Umsicht-Institut Sulzbach-Rosenberg. Seit mehr als zehn Jahren ist er in leitender Funktion am An-Institut für Energietechnik IfE der OTH tätig und seit 2014 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Geschäftsführer am Kompetenzzentrum KWK.

Lechner verdeutlichte in einer Mitteilung der Hochschule die Themenfelder seiner künftigen Arbeit. Die Kraft-Wärme-Kopplung besteche durch Regelbarkeit und Dezentralität: Energie lasse sich genau dann, wenn sie gebraucht wird, erzeugen, noch dazu möglichst nahe am Verbraucher. „Das entlastet wiederum die Netze und spart Kapazitäten.“

Er weist auch darauf hin, dass etwa 20 % des Strombedarfs durch Kraft-Wärme-Kopplung gedeckt werde, wobei der Beitrag zur Wärmeversorgung noch nicht einmal eingerechnet sei. „Um diesen Anteil künftig weiter zu steigern, müssen wir verstärkt digitale Methoden einsetzen, etwa Prognose- und Optimierungsalgorithmen unter Einsatz von künstlicher Intelligenz, mit denen wir ermitteln können, zu welchem Zeitpunkt KWK-Anlagen den höchsten monetären Nutzen und die höchste CO2-Einsparung im Energiesystem liefern“, so Lechner.

Ein weiterer Vorteil von BHKW ist, dass sie prinzipiell mit fast allen Brennstoffen betrieben werden können. Dazu Lechner: „Oft wird heute noch Erdgas eingesetzt, was aber ebenfalls sehr gut funktioniert, ist Wasserstoff, und damit beschäftigen wir uns hier intensiv.“ Wasserstoff biete als Brennstoff enormes Potenzial. Zum einen, weil er im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen wie Erdgas synthetisch – und somit in beliebiger Menge – herstellbar ist.

Zum anderen durch die Möglichkeit der Speicherung oder die Einsatzmöglichkeit als Speicher für regenerative Energien: Beim Power-to-Gas-Verfahren kann überschüssiger Strom aus regenerativen Energiequellen, zum Beispiel Windkraft, genutzt werden, um mittels eines Elektrolyseurs Wasserstoff herzustellen. Dieser kann anteilig in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist werden oder in Tanks zwischengespeichert und bei Bedarf wieder rückverstromt werden.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Montag, 12.07.2021, 15:00 Uhr

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