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Enerige & Management > Stromnetz - Ostküstenleitung mit neuer Trassenführung
Bild: Wikipedia Arne List
STROMNETZ:
Ostküstenleitung mit neuer Trassenführung
Im Rahmen eines Dialogverfahrens zur geplanten Ostküstenleitung in Schleswig-Holstein sind durch eine frühe Bürgerbeteiligung Konfliktbereiche erkannt und die Korridorverläufe optimiert worden.
 
Im Rahmen eines Dialogverfahrens zur geplanten Ostküstenleitung in Schleswig-Holstein sind durch eine frühe Bürgerbeteiligung Konfliktbereiche erkannt und die Korridorverläufe optimiert worden.

Wenn ab 2018 mit dem Bau der Ostküstenleitung begonnen wird, sollen Siedlungsgebiete weniger stark beansprucht werden, als dies ursprünglich vorgesehen war. Das ist ein Ergebnis des Dialogverfahrens, dass das Kieler Umwelt- und Energiewendeministeriums gemeinsam mit dem Netzbetreiber TenneT in der Region durchgeführt hat. Am 13. Juli wurde abends in Eutin Bilanz gezogen und die Ergebnisse des Meinungsaustausches wurden veröffentlicht. Innerhalb von vier Monaten waren rund 1 000 Fragen und Vorschläge von Bürgern, Verbänden und Gemeinden eingegangen. Die geplante 380-kV-Leitung soll vom ostholsteinischen Göhl über Neustadt nach Lübeck führen und Wind- und Solarstrom nach Süden abführen.

Insbesondere die Seebäder an der Lübecker Bucht werden von der geplanten Trasse nun weit weniger betroffen sein als zunächst befürchtet wurde. Nach Ansicht des Energiewendeministeriums wäre die Leitung in der vom Tourismus geprägten Region der Wohnbebauung zu nahe gekommen. Auch die Sorge um die Beeinträchtigung der Sicht auf das Unesco-Weltkulturerbe Lübecker Altstadt werde damit so weit wie möglich Rechnung getragen, teilte das Ministerium mit. Von Göhl bei Oldenburg in Holstein kommend soll die Trasse nach Süden bis Neustadt parallel der Autobahn A1 geführt werden und dann entlang einer bestehenden 110-kV-Leitung verlaufen. Nördlich von Lübeck wird die Leitung zur Umspannstation Siems abzweigen und in Stockelsdorf westlich von Lübeck enden. Laut Ministerium berührt die Leitung mit diesem Trassenverlauf nur „vereinzelt Orts- und Siedlungslagen“ und minimiere die Annäherung an Wohnbebauung. Unklar ist nach Angaben des Ministeriums derzeit noch, ob das Neustädter Binnenwasser überquert oder wegen schützenswerter Vögel nördlich um die Bucht umgangen wird. Eine Umgehung des für Zugvögel wichtigen Areals würde Siedlungsräume berühren. Dort fordern die Anwohner nun für diesen Abschnitt eine Erdverkabelung. Kiels Energiewendeminister Robert Habeck verwies in Eutin darauf, dass die Frage eines Erdkabels gesetzlich noch nicht geklärt sei. Er hoffe auf eine entsprechende Gesetzesänderung durch den Bundestag nach der Sommerpause, so der Minister. Geplant sei, die Ostküstenleitung zum Pilotprojekt für die Erdverkabelung zu machen. Die geänderte Gesetzeslage könnte dann bei der Feinplanung der Ostküstenleitung bis Ende 2017 zum Tragen kommen. Vom Tisch sei dagegen die vermeintlich bürgerfreundlichste Lösung, anstelle der Leitung ein Seekabel durch die Lübecker Bucht zu verlegen. „Im Rahmen des Dialogverfahrens haben wir auch die Frage eines Seekabels intensiv diskutiert, diese Möglichkeit aber verworfen, da sie unter Umweltgesichtspunkten keine deutlichen Vorteile bringen würde“, unterstrich Habeck.
 

Kai Eckert
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Dienstag, 14.07.2015, 11:56 Uhr

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