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Enerige & Management > Bilanz - Osnabrück: Trotz Corona Spielraum für Nachhaltiges
Quelle: Fotolia/Rynio Productions
BILANZ:
Osnabrück: Trotz Corona Spielraum für Nachhaltiges
Corona-bedingte Einnahmeausfälle haben die Stadtwerke Osnabrück 2020 gebeutelt. Nur Einmaleffekte brachten ein ähnliches Ergebnis wie 2019. Die Nachhaltigkeitsoffensive geht weiter.
 
Die Stadtwerke Osnabrück stellen "schon bald" ihre Kunden im umliegenden Landkreis komplett auf grünen Regionalstrom um, der Bau eines Containerterminals für mehr Güter auf der Schiene ist praktisch fertig und die fünf Metrobuslinien sind fast auf E-Mobilität umgestellt. Das geht aus einer Pressemitteilung des Kommunalversorgers vom 14. Juli zur Bilanz 2020 hervor.

Die Kernbotschaften: Die Corona-Folgen haben das Stadtwerk mit seinem ausgeprägten Querverbund der Daseinsvorsorge besonders mitgenommen, nur Einmaleffekte retteten das Gewinnniveau von 2019, und so bleibt genug Spielraum, weitere "Nachhaltigkeitsleuchttürme" zu errichten.

OB Wolfgang Griesert (CDU) schrieb: "Wir sind mit dem berühmten blauen Auge davongekommen." Er äußerte sich zuversichtlich, dass "die Stadtwerke gestärkt aus der Corona-Krise kommen". Vorstandschef Christoph Hüls bilanzierte: "Wir können Krise." Die Stadtwerke seien ein "Verlässlichkeitsanker".

Gros geht in den Stadtsäckel

Laut Geschäftsbericht 2020 ist der Überschuss der nicht börsennotierten AG selbst sogar leicht auf 3,3 Mio. Euro gestiegen. Davon wandern 3 Mio. Euro in den Stadtsäckel. Allerdings lag das AG-Ergebnis an einmaligen Einnahmen aus Grundstücksverkäufen am Hafen und aus dem Rettungsschirm für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Im Teilkonzern dagegen erzielten die Stadtwerke nur 1 Mio. Euro Plus.

 
Das Nettebad in Osnabrück. Die Bäder der Stadt nahmen 2020
fast die Hälfte weniger Eintritt ein als 2019
Quelle: Stadtwerke Osnabrück

Schrammen bei Bädern, Bussen und Gas

Die Bäder erlitten voriges Jahr durch die Lockdowns Einnahmeausfälle von 48 %, der Mobilitätsbereich inklusive Parken nahm per Saldo 7 % weniger ein. Das Netz- und Anlagengeschäft machte fast 10 % weniger Umsatz, der wettbewerbliche Energiebereich, der fast drei Viertel der Einnahmen beisteuert, nahm vor allem durch gesunkenen Absatz an Gassondervertragskunden knapp 5 % weniger ein. Der Gesamtumsatz brach um gut 6 % auf 426 Mio. Euro ein. Die Gruppe beschäftigt mehr als 1.400 Menschen.

Ungeachtet der Einbrüche und eines während des Jahres 2020 von knapp 15 auf 19 Mio. Euro gestiegenen negativen Finanzmittelbestands wollen die Stadtwerke Osnabrück ihre Nachhaltigkeitsoffensive fortsetzen. Neue Geschäftsfelder sind die ein Jahr alte soziale Wohnungsbautochter WiO und eine Altreifenrecyclinganlage für 30 bis 35 Mio. Euro, über deren Planung der Versorger vor wenigen Tagen die Öffentlichkeit informiert hatte (wir berichteten).
 

Georg Eble
Redakteur
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Donnerstag, 15.07.2021, 15:38 Uhr

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