• Willkommen im (Energie-)Club
  • Schwächelnder Strompreis, CO2 etwas fester, Gas uneinheitlich
  • IEA: Weltwirtschaft erholt sich 2021 auf Kosten des Klimas
  • Aufbau der Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Lkw im Blick
  • Luftverkehr und Wärmemarkt klimafreundlich umrüsten
  • PV-Fertigung kehrt zurück nach Europa
  • GCA-Übernahme stabilisiert Verbund-Ergebnissituation
  • Studien zügeln Erwartungen beim Einlagern von Treibhausgasen
  • Amprion lässt weltgrößte Statcom-Anlagen bauen
  • Thermische Großspeicher für die Rückverstromung
Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Osnabrück mit Barcelona Teilnehmer am Praxistest von E-Bussen
Bild: scharfsinn86 / Fotolia
ELEKTROFAHRZEUGE:
Osnabrück mit Barcelona Teilnehmer am Praxistest von E-Bussen
Elektrobusse von vier europäischen Herstellern acht Wochen im Test: Stadtwerke Osnabrück sind einer von fünf Partnern beim EU-weiten Schnellladesystem-Projekt "ASSURED".
 
Eine Vielzahl internationaler Gäste ist Osnabrück ja spätestens seit den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden 1648 gewohnt. Jetzt sind gleichzeitig Abordnungen aus Frankreich, Spanien, Schweden und den Niederlanden bei den Stadtwerken der Südniedersachsen eingetroffen. Sie alle sind in die Stadt gerollt und beziehen ihre Energie aus Batterien: Es handelt sich um Elektro-Busse verschiedener Hersteller. Die Stadtwerke Osnabrück testen sie im Rahmen des EU-weit angelegten Projekts Assured. Damit soll die Entwicklung einheitlicher Schnellladelösungen für verschiedene Nutzfahrzeugtypen einen Schub bekommen.

Stadtwerke bekommen Kontakt zu ungewohntem Ladesystem

Ab Anfang März sind Fabrikate der Hersteller Heuliez aus Frankreich, Irizar aus Spanien, Volvo aus Schweden sowie von VDL aus den Niederlanden auf den Straßen der Stadt unterwegs. Bei ihnen kommen EU-weit Ladesysteme unterschiedlicher Typen zum Einsatz, von Jema über ABB bis Heliox. An die Stadtwerke Osnabrück stellt der Test besondere Ansprüche, fährt die eigene E-Bus-Flotte doch mit auf dem Dach der Fahrzeuge angebrachten Stromabnehmern, die an der jeweiligen Station andocken. „Anders als bei uns werden die vier E-Busse über einen Stromabnehmer geladen, der am Lademast hängt“, sagt Joachim Kossow, bei den Stadtwerken für das Assured-Projekt zuständig. In Osnabrück gehören zwei mobile Ladegeräte zum Test, eins von ABB und eins von Heliox.

Acht Wochen lang pendeln die internationalen E-Busse zwischen den Standorten der Ladegeräte und ergänzen dadurch den Pendelverkehr auf der Linie 15 zwischen Hauptbahnhof und Dodesheide. Osnabrück selbst verfügt im E-Bus-Verkehr über Gelenkbusse vom Typ Citea SLFA-181 Electric des Anbieters VDL (Niederlande). Die aktuell 35 Fahrzeuge umfassende Gelenkbus-Flotte wächst ab diesem Sommer auf die Zielgröße 62.

Wichtige Hinweise für den künftigen Einsatz von E-Müllwagen

Warum ein EU-Test von Ladesystemen, die für Osnabrück im Moment gar nicht infrage kommen, dennoch Sinn ergibt, erklärt Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer auf Anfrage unserer Redaktion: „Wir erhalten wichtige Erkenntnisse für die Zeit, wenn wir auch andere Nutzfahrzeuge und kleinere Busse in unseren Elektro-Fuhrpark integrieren wollen.“ Die vorhandenen großen E-Gelenkbusse verkehren nur auf den längeren Metro-Buslinien. Für den innerstädtischen Busverkehr sind kürzere E-Varianten vorgesehen, die Entscheidungen über Typ und Ladesystem sind noch nicht gefällt. Dazu sollen perspektivisch Müllfahrzeuge elektrisch fahren, auch für sie ist das Projekt von Bedeutung.

Dass Osnabrück nun in einem Atemzug mit Barcelona und Göteborg genannt wird, hat einen einfachen Grund. Das Demonstrationsprojekt Assured findet an fünf verschiedenen Standorten statt, weitere Schauplätze sind Eindhoven und das polnische Jaworzno. Das EU-weite Projekt begann 2017, ist auf vier Jahre befristet und bringt 39 europäische Partner aus Industrie, Forschung, Verbänden und ÖPNV-Betreiber zusammen.
 

Volker Stephan
© 2021 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 25.02.2021, 15:38 Uhr

Mehr zum Thema