Quelle: EnBW / Rolf Otzipka
Der Offshore-Windpark He Dreiht ist vollständig errichtet. Erste Anlagen speisen bereits Strom ein. EnBW beziffert die Investition auf rund 2,4 Milliarden Euro.
Der Offshore-Windpark He Dreiht, rund 85 Kilometer nordwestlich von Borkum und 110 Kilometer westlich von Helgoland, ist baulich fertiggestellt und wurde nun im Beisein von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) offiziell in Betrieb genommen. Mehr als zwei Drittel der 64 Turbinen haben nach EnBW-Angaben bereits Strom eingespeist. Erstmals die volle Leistung soll der Windpark im Oktober erreichen. EnBW beziffert den erwarteten jährlichen Stromertrag auf 3,6 Milliarden kWh.
Mit 64 Vestas-Windenergieanlagen und einer Gesamtleistung von 960 MW ist He Dreiht nach Angaben von EnBW der derzeit größte Offshore-Windpark Deutschlands. Jede Anlage hat eine Leistung von 15 MW und einen Rotordurchmesser von 236 Metern.
Die Bauarbeiten auf See hatten im Mai 2024 begonnen. In Spitzenzeiten waren laut EnBW mehr als 500 Beschäftigte und über 60 Schiffe beteiligt. Die 64 Fundamente – Stahlrohre mit neun Metern Durchmesser und 70 Metern Länge – wurden dem Unternehmen zufolge in Deutschland gefertigt. Die Verbindungsstücke zwischen Fundament und Turm kamen aus Belgien, Großbritannien, den Niederlanden und Polen. Als Basishäfen dienten Esbjerg in Dänemark und Eemshaven in den Niederlanden. Für den Netzanschluss ist Tennet zuständig. Der Strom wird über eine Offshore-Plattform und zwei Seekabel an Land geführt.
EnBW hatte 2017 in der ersten deutschen Ausschreibungsrunde für Offshore-Windenergie den Zuschlag erhalten. Das Gebot kam ohne Anspruch auf staatliche Förderung aus. „He Dreiht ist die größte Einzelinvestition der EnBW im Bereich der Erneuerbaren“, sagt EnBW-Vorstandschef Georg Stamatelopoulos. Die Investitionssumme liegt laut Unternehmen bei rund 2,4 Milliarden Euro.
EnBW hält über eine Projektgesellschaft 50,1 Prozent an He Dreiht. Die übrigen 49,9 Prozent gehören einem Konsortium aus Allianz Global Investors, AIP Management und Norges Bank Investment Management. Damit ist knapp die Hälfte des Projekts bei institutionellen Investoren gebündelt.
Die Stromvermarktung ist über langfristige Stromabnahmeverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPA), abgesichert. Damit sind Strommengen und Konditionen über längere Zeiträume festgelegt und liefern dem Erzeuger kalkulierbare Erlöse sowie den Abnehmern mehr Planungssicherheit bei ihrer Beschaffung. Zu den Vertragspartnern zählen Evonik, Google, die Telekom-Tochter PASM, Fraport, Bosch, Salzgitter, SHS Stahl-Holding Saar, Deutsche Bahn und DHL Group.
Mit He Dreiht steigt die installierte Erneuerbaren-Leistung von EnBW nach Unternehmensangaben weiter. Sie liegt derzeit bei rund 8.000 MW und habe sich damit gegenüber 2018 mehr als verdoppelt. Bis 2030 sollen rund 80 Prozent des Erzeugungsportfolios auf erneuerbare Energien entfallen. In der deutschen Nordsee entwickelt EnBW außerdem das Offshore-Projekt Dreekant mit 1.000 MW und in Schottland das Projekt Morven mit 2.900 MW. (fw)
Donnerstag, 17.09.2026, 17:26 Uhr
Fritz Wilhelm
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