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Enerige & Management > Gas - Offizieller Baubeginn für LNG-Leitung nach Etzel
Quelle: Shutterstock / Mike Mareen
GAS:
Offizieller Baubeginn für LNG-Leitung nach Etzel
Das Land Niedersachsen und der Fernleitungsnetzbetreiber OGE haben den offiziellen Startschuss für den Bau der LNG-Pipeline für das FSRU-Terminal in Wilhelmshaven gegeben. 
 
In der Gemeinde Friedeburg in Ostfriesland haben der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) und Thomas Hüwener, Mitglied der Geschäftsführung von Open Grid Europe (OGE), das „Go“ für den Bau der „Wilhelmshavener Anbindungsleitung“ (WAL) gegeben. Die 26 Kilometer lange Erdgasleitung soll das schwimmende LNG-Terminal in Wilhelmshaven mit dem deutschen Erdgasnetz in Etzel anbinden. Der Ort Etzel, bekannt durch seine vielen Gaskavernenspeicher, ist Teil der Gemeinde Friedeburg. 

Das Projekt wurde im Zuge des Ukrainekrieges und der Gaskrise mit Russland bereits ab März dieses Jahres geplant und in Rekordzeit zur Baureife gebracht. So könne OGE bereits knapp vier Wochen früher mit den Bauarbeiten beginnen als geplant, teilte der Fernleitungsnetzbetreiber mit Sitz in Essen mit. „Nur durch eine gute und enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Behörden und Unternehmen konnten wir diesen wichtigen Meilenstein heute erreichen“, so OGE-Manager Hüwener. 

Üblicherweise dauert die Umsetzung acht Jahre

Ende des Jahres soll die Leitung bereits stehen. Sie verbindet das LNG-Terminal in Wilhelmshaven mit dem 26 Kilometer entfernten Gasknotenpunkt in Etzel. Die Bundesregierung hat eine „Floating Storage and Regasification Unit” (FSRU) gechartert, eine schwimmende LNG-Regasfizierunganlage. Das verflüssigte Gas aus den Tankern wird in der FSRU in einen gasförmigen Zustand gebracht und dann als Erdgas in das Gasnetz eingespeist. Die Vorbereitungsarbeiten für die Anbindung der FSRU in Wilhelmshaven laufen ebenfalls bereits, offiziell seit dem 4. Juli. Betrieben wird die Anlage von Uniper. 

„Unser Ziel, Ende des Jahres mit diesem ersten Terminal für Deutschland in Betrieb gehen zu können, bleibt im Plan“, sagte Minister Lies bei dem Termin am 4. August. Die Behörden hätten es möglich gemacht, dass das Projekt „in neuer Deutschlandgeschwindigkeit“ umgesetzt werden konnte. Mitarbeitende in den staatlichen Genehmigungsstellen hätten dafür "zum Teil Tag und Nacht gearbeitet“. 

Die Genehmigung, Planung und Bau liefen innerhalb von nur zehn Monaten ab. „Üblicherweise braucht man dafür acht Jahre in diesem Land“, sagte Hüwener. In den kommenden Wochen sollen bis zu 800 Arbeitende auf der Baustelle im Einsatz sein. Die OGE investiert für die Pipeline rund 150 Mio. Euro.
 
"In neuer Deutschlandgeschwindigkeit“ werde laut Minister Olaf Lies (3. von links) die Leitung realisiert
Quelle: OGE

 
 

Stefan Sagmeister
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Donnerstag, 04.08.2022, 16:24 Uhr

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