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Enerige & Management > Klimaschutz - OECD sieht CO2-Preise zu langsam auf dem Vormarsch
Quelle: Shutterstock / Romolo Tavani
KLIMASCHUTZ:
OECD sieht CO2-Preise zu langsam auf dem Vormarsch
Die Bepreisung von CO2-Emissionen verbreitet sich weltweit - allerdings noch nicht schnell genug für die Klimaziele, so eine Studie der OECD.
 
Fast die Hälfte aller energiebezogenen CO2-Emissionen der 20 größten Volkswirtschaften (G20) werden nun durch eine CO2-Bepreisung abgedeckt. 
Wenn die Länder ihre langfristigen Klimaziele erreichen wollen, müsse jedoch mehr getan und auf alle verfügbaren politischen Maßnahmen zurückgegriffen werden, so ein neuer Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD.

Die Studie „Kohlenstoffbepreisung in Zeiten von Covid-19: Was hat sich in den G20-Ländern verändert?“ kommt zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2021 die G20-Volkswirtschaften 49 Prozent der CO2-Emissionen aus der Energienutzung bepreisen, gegenüber 37 Prozent im Jahr 2018.

Die G20-Staaten sind für rund 80 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, wobei die energiebedingten CO2-Emissionen daran rund 80 Prozent Anteil haben.

Der Anstieg ist auf neue Emissionshandelssysteme (ETS) in Kanada, China und Deutschland (für Sprit und Heizen), neue Kohlenstoffabgaben in Kanada und eine neue CO2-Steuer in Südafrika sowie die Einführung von Kohlenstoffsteuern auf subnationaler Ebene in Mexiko zurückzuführen.

"Die G20-Staaten verstärken ihre Ambitionen und Anstrengungen durch explizite und implizite Bepreisung von Kohlenstoffemissionen“, so OECD-Generalsekretär Mathias Cormann: "Die CO2-Bepreisung oder gleichwertige Maßnahmen müssen deutlich verschärft und global besser koordiniert werden, um die Kosten der Emissionen für den Planeten angemessen widerzuspiegeln und uns auf einen Weg zu bringen, auf dem wir die Klimaziele des Pariser Abkommens wirklich erreichen."

Der Anteil der Emissionen, die durch CO2-Bepreisung abgedeckt werden, schwankt erheblich zwischen den G20-Ländern, wobei Korea mit einer Bepreisung von 96,5 Prozent an der Spitze steht. Deutschland liegt mit einem Wert von 88,2 Prozent auf Platz drei knapp hinter Kanada (88,1 %). Am Ende der Rangliste liegen Indonesien (19,3 %), Russland (13,7 %) und Brasilien (7,7 %).

Deutschland mit 78,22 Euro pro Tonne CO2

Bei den durchschnittlichen CO2-Preisen liegt innerhalb der G20 Großbritannien mit 95,95 Euro pro Tonne an der Spitze, gefolgt von Italien (93,99 Euro/t), Frankreich (93,10 Euro/t) und Deutschland mit 78,22 Euro pro Tonne. Am Ende liegen auch bei dieser Kennzahl Russland (5,60 Euro/t), Indonesien (1,43 Euro/t) und Brasilien (0,58 Euro/t).

Die G20-Emissionspreise sind im Straßenverkehr (dort sind 94 Prozent der Emissionen durch Verbrauchssteuern auf Kraftstoffe abgedeckt) und in der Elektrizität (64 Prozent der Emissionen) am höchsten und in der Industrie (24 Prozent) und im Gebäudesektor (21 Prozent) am niedrigsten. 

Die jüngsten Fortschritte sind vor allem auf die "explizite" Kohlenstoffbepreisung zurückzuführen, bei der CO2-Steuern und Emissionshandelssysteme eingesetzt werden, um die Kosten für kohlenstoffintensive Brennstoffe zu erhöhen. Zudem werden auf diesem Weg Einnahmen generiert, die gezielt für Maßnahmen eingesetzt werden können, die Energie zugänglicher und erschwinglicher machen. 

Insgesamt haben zwölf der G20-Volkswirtschaften inzwischen explizite Kohlenstoffpreisinstrumente eingeführt oder nehmen am EU-Emissionshandelssystem teil. Die expliziten Kohlenstoffpreise in der G20 sind auf durchschnittlich vier Euro pro Tonne CO2 gestiegen.

Der Bericht Kohlenstoffbepreisung in Zeiten von COVID-19: Was hat sich in den G20-Ländern verändert?    kann von der Website der OECD heruntergeladen werden.
 

Peter Koller
Redakteur
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Mittwoch, 27.10.2021, 15:07 Uhr

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