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Enerige & Management > Wärme - Nürnberger Eisspeicher in Betrieb
Bild: Fotolia/sasel77
WÄRME:
Nürnberger Eisspeicher in Betrieb
Seit dem 22. Juni wird das Nürnberger Quartier "Hansapark" mit klimaneutral erzeugter Wärme und Kälte versorgt. Herzstück ist ein unterirdischer Eisspeicher.
 
Im Januar waren die Bauarbeiten im Südwesten Nürnbergs gestartet. Jetzt vermeldet der Energiedienstleister Getec den Abschluss der gemeinsam mit dem Münchner Projektentwickler "te group" durchgeführten Arbeiten. Herzstück des modernen Wärme- und Kühlsystems im Quartier Hansapark ist ein unterirdischer Eisspeicher. Er hat einen Durchmesser von 9,5 Metern und eine Höhe von fünf Metern. Betrieben wird er mit einer Kombination aus Wärmepumpen und Rückkühlern. 

Als Wärme- und Kühlsystem kommen Eisspeicher seit etwa einer Dekade zum Einsatz, zunehmend auch im Gewerbesektor. Ihr Wirkprinzip: Der Speicher ist mit Wasser gefüllt. Diesem wird Sonnen- und Umgebungswärme zugeleitet, die Temperatur im Speicher erhöht sich. Wärmepumpen entziehen die gespeicherte Wärme, die zur Beheizung angrenzender Gebäudekomplexe dient. Durch den Wärmeentzug sinkt die Temperatur im Speicher auf den Gefrierpunkt. Die anschließend beim Gefrieren des Wassers frei werdende Kristallisationsenergie in Form von Wärme wird ebenfalls genutzt.

Ersatz für 2.900 Liter Heizöl

Über 90 Wattstunden Wärme entstehen pro einem Kilogramm Wasser, so die Projektpartner. Der Eisspeicher im Nürnberger Quartier hat ein Wasservolumen von 300 Kubikmetern. Durch den einmaligen Gefriervorgang, so die Rechnung von Getec und Te Group, kann die gleiche Energiemenge geliefert werden, die bei der Verbrennung von rund 2.900 Litern Heizöl entsteht. Im Sommer wird das im Wärmepumpenheizbetrieb erzeugte Eis im Eisspeicher zur Klimatisierung der Gebäude verwendet. Über ein Steuerungssystem erfolgt die Regulierung des jeweils erforderlichen Bedarfs an Wärme und Kühlung.

Für Stefan Keller, geschäftsführender Gesellschafter der Te Group, hat der Hansapark "Leuchtturmcharakter für verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln im Immobilienmarkt". Das Projekt sei ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sich durch den Einsatz intelligenter Energiekonzepte und digitaler Technologien bei Immobilien CO2 einsparen lässt. Bei einem Wohnprojekt mit etwa 100 Wohnungen lassen sich laut der Partner über 70 % des früher angefallenen CO2 einsparen. Im Nürnberger Quartier ist es laut Michael Lowak, bei der Getec CEO Segment Immobilienwirtschaft, gelungen, die Wärme- und Energieversorgung nahezu klimaneutral zu betreiben.
 
Setzten den Eisspeicher im Nürnberger Quartier Hansapark in Betrieb
(v.l.): Stefan Keller (Te Group) und Jochen Schmitt (Getec)
Bild: Getec
 

Davina Spohn
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Dienstag, 22.06.2021, 16:05 Uhr

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