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Enerige & Management > Bilanz - Nordex rechnet mit weiter hohen Kosten wegen des Krieges
Quelle: Fotolia / Eisenhans
BILANZ:
Nordex rechnet mit weiter hohen Kosten wegen des Krieges
Der Windturbinen-Hersteller rechnet in diesem Jahr mit einer bis zu dreieinhalbfachen Gewinnmarge vor Abschreibungen. Das geht ihm zufolge nur unter drei Bedingungen.
 
Der Rostocker Onshore-Windturbinenbauer Nordex erwartet, seine Ebitda-Marge vom Vorjahr von mageren 1 % im laufenden Jahr zumindest zu halten oder auf bis zu 3,5 % zu steigern − Restrukturierungskosten und geopolitische Ereignisse noch nicht darin eingerechnet. Das geht aus der Präsentation der endgültigen Konzerngeschäftszahlen vom 29. März samt Ausblick hervor. Die nun vorgelegten Zahlen sind die gleichen wie die vorläufigen, die am 9. März veröffentlicht worden waren (wir berichteten).

Wesentlich seien hierfür drei Punkte:
  • dass das Unternehmen die eigenen Kostensteigerungen − vor allem bei Rohstoffen wie Stahl und bei Frachtraten − an seine Kunden, die Windpark-Entwickler weltweit, weitergeben kann,
  • dass der Anteil an Projekten auf Basis der effizienten Delta-4000-Produktionsplattform steigt,
  • und ein "stabiles Makroumfeld".
Die Folgen des Ukrainekriegs

Das Management rechnet mit weiter angespannten Kosten, "vor allem als Folge des Kriegs in der Ukraine", und einem "schwierigen Marktumfeld". In der Ukraine existieren auch Windparks mit Nordex-Maschinen, steht im Geschäftsbericht, in Russland dagegen nicht. CEO Jose Luis Blanco hatte weltweit einen ruinösen Preiswettbewerb beklagt, weil wettbewerbliche Windpark-Ausschreibungen vielerorts Fixvergütungen verdrängen.

Gleichwohl bleibt Blanco mit seinen zwei Vorstandskollegen "zuversichtlich, unsere Marge und Profitabilität kontinuierlich zu steigern". Dies angesichts eines Auftragsbestandes von mehr als 9 Mrd. Euro Anfang des Jahres, davon 6,1 Mrd. Euro aus Windpark-Projekten, der Rest im Service, sowie "hohen" Installationszahlen. 2020 und 2021 waren es jeweils knapp 4.500 Turbinen gewesen. Freude macht Blanco auch der "erfolgreiche" Start der 6-MW-Klasse Mitte 2021. Mittelfristig soll eine Ebitda-Marge von 8 % erreicht werden.

Dem seit 2020 positiven Ebitda steht nach Verrechnung der Ab- und Zuschreibungen ein negatives Ebit (betriebliches Ergebnis) gegenüber, das sich 2021 auf -107 Mio. Euro verschlechtert hat. Der Nettoverlust steigerte sich gar gegenüber 2020 von -130 auf -230 Mio. Euro.

Der Konzernumsatz soll 2020 mindestens bei 5,4 Mrd. Euro stagnieren oder weiter auf bis zu 6,0 Mrd. Euro steigen. Bis Ende des Jahres soll sich die auf ihn bezogene Working-Capital-Quote von gut -10 % auf unter -7 % verbessert haben. Bis zum Mittag des 29. März nahmen die Börsianer die endgültigen Zahlen und den Ausblick mit einem Kursgewinn von gut 10 % zur Kenntnis.

Vor Kurzem hatte Nordex die Schließung seiner Rotorblatt-Produktion in Rostock Ende Juni bekannt gegeben (wir berichteten). Etwa 600 Beschäftigte sind betroffen. Gefertigt wird im Verbund in Deutschland, Spanien, Brasilien, Mexiko, den USA und Indien.

Der Geschäftsbericht 2021 von Nordex   ist auf der Investor-Relations-Seite des Unternehmens herunterladbar.
 

Georg Eble
Redakteur
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Dienstag, 29.03.2022, 14:23 Uhr

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