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Enerige & Management > Bilanz - Nordex macht Verlust in zweistelliger Millionenhöhe
Quelle: Fotolia / Eisenhans
BILANZ:
Nordex macht Verlust in zweistelliger Millionenhöhe
Der Windturbinen-Hersteller Nordex hat im ersten Quartal ein Viertel weniger Umsatz erzielt als vor einem Jahr. Das Ebitda weicht um fast 100 Mio. Euro nach unten ab.
 
Rote Zahlen in Hamburg. Der deutsch-spanische Windturbinen-Hersteller Nordex mit Sitz im Stadtteil Langenhorn verbucht für das erste Quartal dieses Jahres ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in Höhe von minus 52 Mio. Euro. Die Einmalkosten für die Neuausrichtung der Produktion hinzugerechnet, beträgt das Minus nach Unternehmensangaben 88,9 Mio. Euro. Das bedeutet eine Differenz im Vergleich zum Vorjahresquartal von fast 100 Mio. Euro, damals stand ein Plus von 10,4 Mio. Euro zu Buche. Das geht aus dem jetzt – wegen eines Hackerangriffs verspätet – vorgelegten Geschäftsbericht hervor.

Als bereinigte Ebitda-Marge weist Nordex für die ersten drei Monate einen Wert von minus 5,6 % aus. Voriges Jahr lag die Marge mit 0,8 % im Plus. Die gestiegenen Rohstoff- und Logistikkosten wirkten sich belastend auf die Profitabilität aus, erklärt das börsennotierte Unternehmen.

Den Umsatz im ersten Quartal beziffern die Hamburger auf 933 Mio. Euro. Das ist ein Rückgang um 25 % (2021: 1,21 Mrd. Euro). Die schwächere Umsatzentwicklung sei auf "eine geplante Produktionsumstellung auf andere Blätter und eine witterungsbedingte geringere Installationsleistung zurückzuführen", heißt es.

Die Bilanzsumme ist bis 31. März um 1,9 % auf 4,2 Mrd. Euro gestiegen (31. Dezember 2021: 4.1 Mrd. Euro). Die Eigenkapitalquote liegt bei 20,5 % (31. Dezember 2021: 25,9 %). Die Nettoliquidität beziffert der Konzern auf 314,6 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 423,7 Mio. Euro)

"Der Start in das Jahr 2022 war schwierig und ist sicherlich anders verlaufen als alle erwartet haben. Die Kostensituation bleibt volatil und es kommt zu deutlichen Unterbrechungen der Lieferketten", sagte der Vorstandsvorsitzende von Nordex, Jose Luis Blanco, anlässlich der Veröffentlichung der Geschäftszahlen. Und er verwies auf eine "gute Dynamik im Auftragseingang".
  Fast 200 neue Windenenergieanlagen

Die Nordex-Gruppe hat nach eigenen Angaben 197 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 867 MW im ersten Quartal installiert (Vorjahresquartal: 381 Anlagen, 1.453 MW). Die neuen Anlagen verteilen sich auf zwölf Länder, von der installierten Gesamtleistung entfallen 82 % auf Europa. Die Umsatzerlöse im Segment Projekte belaufen sich auf 819,8 Mio. Euro (Vorjahresquartal: 1,45 Mrd. Euro). Einen Umsatzanstieg um 7,1 % auf 115,7 Mio. Euro verzeichnet dagegen die Service-Sparte (Vorjahresquartal: 108 Mio. Euro).

Die Produktionsleistung in der Turbinenmontage erreicht laut Nordex mit 304 Turbinen dasselbe Niveau wie im ersten Quartal des Vorjahres. Die Nennleistung sei durch die Produktion leistungsstärkerer Anlagen von 1.300 MW um 15 % auf 1.495 MW gestiegen. Die Zahl der selber gefertigten Im Rotorblätter beträgt 270 (Vorjahresquartal: 383). Von externen Zulieferern stammen 702 Rotorblätter (Vorjahresquartal: 570).
 
Quartalskennzahlen der Nordex-Gruppe
  2022 2021
Umsatz (Mio. Euro) 933 1.251
Ebitda (Mio. Euro) -52 10,4
Ebitda-Marge (%) -5,6 0,8
Auftragseingang o. Service-Sparte (Mio. Euro) 903 911
Quelle: Nordex

Nachfrage auf Vorjahresniveau

Die Nachfrage erweist sich als stabil. Der Auftragseingang im ersten Quartal – die Service-Sparte nicht mitgerechnet – entspreche einem Wert von 903 Mio. Euro (Vorjahresquartal: 911 Mio.Euro), heißt es. Per Quartalsende weise das Segment Projekte einen Auftragsbestand von 6,3 Mrd. Euro aus. Dies entspreche einem Anstieg von rund 24 %. In der Service-Sparte habe sich der Auftragsbestand um 7,2 % auf 3 Mrd. Euro erhöht.

Die im Mai nach unten korrigierte Ergebnisprognose für das laufende Jahr bleibt bestehen. Nordex rechnet weiter mit einem Konzernumsatz zwischen 5,2 und 5,7 Mrd. Euro. Für die operative Marge peilt der Windturbinenbauer einen Wert zwischen minus 4 bis 0 % an. Als mittelfristiges Ziel nannte der Chef des Unternehmens, das kürzlich wegen der verspäteten Quartalszahlen aus dem SDax und TecDax gekegelt worden ist, eine Ebitda-Marge von 8  %. "Der Auftragseingang unterstreicht die Wettbewerbsfähigkeit unseres Produktportfolios", sagte Blanco.
 

Manfred Fischer
© 2022 Energie & Management GmbH
Dienstag, 21.06.2022, 14:11 Uhr

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