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Enerige & Management > Heizkraftwerke - Niehl 3 offiziell voll in Betrieb
Bild: Rheinenergie
HEIZKRAFTWERKE:
Niehl 3 offiziell voll in Betrieb
Mit dem neuen GuD-Kraftwerk, das auf eine Leistung von 450 MW elektrisch ausgelegt ist, will die Rheinenergie AG den Fernwärmeausbau in der Domstadt forcieren.
 
Die Rheinenergie hat ihr jüngstes Kraftwerk Niehl 3, das bereits seit Ende April Strom und Wärme erzeugt, am 1. September offiziell in Betrieb genommen. „Das ist ein guter Tag für Köln, die Region und die Energiewende“, sagte Vorstandschef Dieter Steinkamp bei der Einweihungsfeier. Für ihr Gas- und Dampfturbinenkraftwerk mit einer Leistung von 450 MW hatten die Rheinländer rund 350 Mio. Euro investiert, die größte Einzelinvestition in der mehr als 140-jährigen Unternehmensgeschichte. „Wir haben mit dem Kraftwerksneubau eine Punktladung hingelegt“, zeigte sich Steinkamp sichtbar zufrieden, „wir haben weder den Zeitplan noch das geplante Budget überschritten.“ Niehl 3 sei keine „Übergangslösung“, betonte der Rheinenergie-Chef: „dank der hohen Flexibilität passt unser neues Kraftwerk in die von der Politik angestrebte, immer dezentralere Energiewelt, so dass ich für Niehl 3 eine Existenzberechtigung bis weit in 2040erJahre erwarte.“

Die von Steinkampf anvisierte Laufzeit stellte die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker in ihrem Grußwort nicht in Frage, stelle aber fest: „Ich bin überzeugt davon, dass Niehl 3 für die Rheinenergie die letzte große Investition in fossile Energien gewesen sein wird. Ansonsten können wir unseren Klimaplan, bis zum Jahr 2050 eine CO2-freie Stadt zu werden, nicht erreichen.“ In dem neuen GuD-Kraftwerk sieht Reker die unverzichtbare „energetische Voraussetzung“, dass die Domstadt in den kommenden Jahren wie geplant wachsen kann. Nach den vorliegenden Prognosen werden in Köln um das Jahr 2040 rund 1,2 Mio. Menschen leben – etwa 200 000 mehr als heute. „Niehl 3 ist für deren Versorgungssicherheit, aber auch für eine ökologische Wärmeversorgung eine wichtige Zukunftsinvestition“, so die Oberbürgermeisterin. Mit Niehl 3 will die Rheinenergie vor allem im rechtsrheinischen Teil von Köln Tausende neuer Fernwärmekunden gewinnen und versorgen.

Als wichtigen Beitrag für einen „starken Wirtschafts- und Industriestandort in unserem Land“ gratulierte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hannelore Kraft der Rheinenergie zum neuen Kraftwerk. Die SPD-Politikerin, die mit gleich zwei Fachministern nach Köln gekommen war, hatte zwar kein Geschenk mitgebracht, verwies aber auf die jüngste Entscheidung aus Brüssel: Die von der EU-Kommission Ende August angekündigte Notifizierung des deutschen KWK-Gesetzes sei für die Kraftwerkseinweihung zum „richtigen Zeitpunkt“ gekommen.

Unter den zahlreichen Feiergästen gab es einen, der das Treiben rund mit die Einweihung mit gemischten Gefühlen erlebte: Alf-Henryk Wulf. Der Vorstandsvorsitzende von General Electric Power AG, dem Generalunternehmer, heimste viel Lob für den gelungenen und fristgerechten Bau von Niehl 3 ein, musste aber einräumen, dass er in Deutschland kein Nachfolgeprojekt im Köcher hat: „Angesichts der derzeitigen Rahmenbedingungen wird ein wohl ein paar Jahre dauern, bis wir hoffentlich wieder so eine Anlage bauen können.“

Weitere Einzelheiten zu dem neuen Rheinenergie-GuD Niehl 3 finden Sie unter folgendem Link: https://www.energie-und-management.de/fileadmin/sonderdruck/115561.Ein.Anfang.vor.dem.Ende.pdf  
 

Ralf Köpke
© 2020 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 01.09.2016, 15:34 Uhr

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