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Enerige & Management > Holz - "Nicht vorstellbare" Preissteigerung bei Holzpellets im August
Quelle: Pixelio / Thorben Wengert
HOLZ:
"Nicht vorstellbare" Preissteigerung bei Holzpellets im August
Überhitzt zeigt sich nunmehr auch der Markt für Holzpellets. Der Branchenverband rät aktuell von Käufen ab, weil die Winterbevorratung die Preise zusätzlich in die Höhe treibe.
 
Binnen eines Monats ist der Preis für Holzpellets förmlich explodiert. In diesem August werden für eine Tonne dieser Wärmeenergie im Bundesdurchschnitt 683 Euro fällig (bei Abnahme von 6 t). Das ist eine Steigerung von über einem Drittel (34,5 %) gegenüber dem Juli. Die Teuerung im Vergleich zum August 2021 fällt exorbitant hoch aus: plus 194 %.

Das Deutsche Pelletinstitut (DEPI), das die Preisstatistik monatlich fortschreibt, führt die höheren Kosten auf drei wesentliche Faktoren zurück:
  • Haushalte mit bereits länger existerenden Pelletheizung fragten erstens den Brennstoff aktuell stark nach.
  • Zweitens drängten viele Neukunden und -kundinnen auf den Markt, die den Umstieg von fossilen Heizsystemen vollzogen hätten.
  • Drittens trügen auch gestiegene Rohstoffpreise und hohe Energiekosten in den Sektoren Produktion und Logistik zur Teuerung bei. Die Lage sei zusätzlich durch längere Lieferzeiten angespannt.
Wer noch Restmengen hat, solle jetzt nicht bestellen

Von einer bis vor kurzem selbst innerhalb der Branche „unvorstellbaren Situation“ spricht der DEPI-Geschäftsführer Martin Bentele. Das Bestellverhalten verunsicherter Kundschaft treibe den Preis zusätzlich in die Höhe. Daher sollten Bestandskunden, die noch über Restmengen auf Lager verfügten, jetzt möglichst nicht ordern, rät das Institut. Die Branche habe mit dem Beliefern von Neukunden alle Hände voll zu tun, was sie während der Urlaubswochen und durch Covid-Erkrankungen ans „Limit“ bringe.
 
Bezogen auf die Wärmeleistung in kWh, hat sich der Preis von Holzpellets (orangenfarbige Chartlinie) im August dem von Heizöl stark angenäher.
Quelle DEPI

Das DEPI bringt zwar Verständnis für die Verunsicherung und den daraus entstehenden Reflex auf, sich angesichts der komplizierten Lage auf den Energiemärkten so früh wie möglich für den Winter eindecken zu wollen. Damit der Markt sich beruhigt, empfiehlt DEPI-Chef Bentele aber nur bei tatsächlichem Bedarf eine Pelletbestellung.

Trotz dem Preissprung behalten Pellets, die zumeist aus Abfallprodukten regionaler Sägewerke stammen und nicht von CO2-Aufschlägen betroffen sind, die Nase gegenüber Öl und Gas vorn. Beim Vergleich der Wärmeleistung kommen Pellets im August laut DEPI auf durchschnittlich 13,66 Ct/kWh. Heizöl ist mit 15,29 ct/kWh gut 8 % teurer, und Gas kostet mit 16,89 Ct/kWh gut 23 % mehr.

Das DEPI schlüsselt die Daten wie üblich nach Regionen und Abnahmemengen auf:
  • Bei Abnahme von 26 t sind bundesweit durchschnittlich 669,16 Euro/t brutto zu zahlen.
  • Im Süden Deutschlands liegt der Preis für diese größere Abnahmemenge bei 662,59 Euro, in der Mitte bei 663,74 Euro und im Norden und Osten bei 690,49 Euro.
  • Im Falle der eingangs beschriebenen 6-t-Abnahme (Durchschnitt liegt bei 682,98 Euro/t) kommt der Süden auf 675,58 Euro, die Region Mitte auf 679,97 Euro, und im Norden und Osten kosten Pellets 714,38 Euro je Tonne.
 

Volker Stephan
© 2022 Energie & Management GmbH
Dienstag, 16.08.2022, 17:02 Uhr

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