• Strompreise legen wegen geringerer Erneuerbaren-Einspeisung zu
  • Unscharfe Anlagenfehler treffsicher im Vorhinein erkennen
  • Kabinett beschließt schnelleren Windkraft- und Netzausbau
  • Thüga fordert Nachbesserung beim Margining
  • Lob und Kritik für Vorschlag zur Steuerung von Verbrauchern
  • Netze BW mahnt großen Ausbaubedarf an
  • Hansewerk baut Holzgaskraftwerk
  • Prokon prognostiziert "herausragendes" Ergebnis 2022
  • Neues Planungstool für Geothermie in NRW
  • Bayern nimmt zwei Batteriespeicher in Betrieb
Enerige & Management > Stadtwerke - Neumünster will stille Beteiligung an Netzgesellschaft versilbern
Quelle: E&MJonas / Rosenberger
STADTWERKE:
Neumünster will stille Beteiligung an Netzgesellschaft versilbern
Die Stadtwerke Neumünster wollen ihre Anteile an der Beteiligungsgesellschaft NBB an die Eon-Tochter Hansewerk verkaufen. Der Erlös soll vor allem in neue PV-Parks fließen.
 
Der Vertrag ist ausgehandelt, was noch fehlt, ist die Zustimmung der Ratsversammlung in Neumünster. Doch bis Mitte Dezember, so die Terminplanung, könnte das Geschäft unter Dach und Fach sein. Und dem kommunalen Versorgungsunternehmen neuen Handlungsspielraum eröffnen. Die Stadtwerke (SWN) wollen ihre Anteile an der „Neumünster Netz Beteiligungs-GmbH“ (NNB) an die Hansewerk AG zu verkaufen. Der Verkaufspreis liegt nach Angaben einer Sprecherin der Stadtwerke im „mittleren zweistelligen Millionenbereich“.

Es handelt sich um eine stille Beteiligung über 49,9 Prozent. Die übrigen 50,1 Prozent an der NNB sind bereits im Besitz von Hansewerk. Hansewerk selbst gehört mehrheitlich dem Eon-Konzern. Das Konstrukt reicht auf das Jahr 2010 zurück. Eon gab damals seine Beteiligung an den SWN auf – die Stadtwerke befinden sich seither wieder zu 100 Prozent in kommunaler Hand. Und die SWN übertrugen ihr Strom- und Gasnetz an die Schleswig-Holstein Netz AG (SH). Die SH wiederum gehört mehrheitlich der Hansewerk AG. Der NNB ist an der SH mit 7,2 Prozent beteiligt.

Die Stadtwerke geben allein ihre stille Beteiligung über die NNB an der SH ab. Der, wie die Unternehmenssprecherin erklärt, „ganz kleine Anteil“, den die SWN direkt an der SH halten, ist nicht Gegenstand des geplanten des Geschäfts.

Der größte Teil des Erlöses soll in Investitionen fließen. „Wir wollen den Strom für unsere Kunden selber erzeugen – allein aus erneuerbaren Energiequellen. Momentan müssen wir noch viel Strom einkaufen“, sagte die SWN-Sprecherin der Redaktion. Vor allem in Photovoltaik-Anlagen will der Versorger in naher Zukunft investieren. Geld in die Hand nehmen will er dem Vernehmen nach auch für die Weiterentwicklung der Abfallverwertung. Hintergrund: Über eine Unternehmenstochter produzieren die Stadtwerke aus Hausmüll und Gewerbeabfällen Ersatzbrennstoffe für ihr Heizkraftwerk. Langfristig sei der Bau von Windkraftanlagen „angedacht“, so die Sprecherin. Ziel der Stadtväter: Bis 2035 soll Neumünster klimaneutral sein.

Kapital für Energiewende und Schuldentilgung

Zudem wollen die SWN mit dem frischen Kapital ihre Finanzbasis zu stärken. Ein Teil des Geldes soll in die Schuldentilgung fließen, um die Bonität bei Banken zu verbessern – und so zu günstigeren Zinsen zu kommen. „Wie andere Energieversorger auch bekommen wir die angespannte Lage an den Beschaffungsmäkten zu spüren“. Das Jahr werde „nicht so positiv sein“, wie das zuletzt der Fall war, so die Sprecherin.

Geschäftszahlen für 2022 hat die SWN noch nicht veröffentlicht. Im vergangenen Jahr erzielten das Unternehmen laut Geschäftsbericht eine Umsatz in Höhe von 291,3 Millionen Euro (2020: 300,7 Millionen Euro). Der Konzernjahresüberschuss betrug 14,9 Mio. Euro (2020: 4,4 Millionen Euro). Die Verbindlichkeiten summierten sich Ende 2021 auf knapp 179 Millionen Euro.
 

Manfred Fischer
© 2023 Energie & Management GmbH
Montag, 28.11.2022, 14:38 Uhr

Mehr zum Thema