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Enerige & Management > Windkraft - Neues Offshore-Ziel: 6 500 MW bis Ende 2020
Bild: Fotolia.com, zentilia
WINDKRAFT:
Neues Offshore-Ziel: 6 500 MW bis Ende 2020
Die potenziellen Koalitionäre von Union und Sozialdemokraten wollen die Offshore-Windenergie bis Ende 2020 auf eine Leistung von 6 500 MW ausbauen.
 
Das ist einem Papier der Arbeitsgruppe Energie zu entnehmen, das am 8. November in Berlin kursiert. Diese Zahl könnte nach Einschätzung von Beobachtern in den Empfehlungen stehen, die die Arbeitsgruppe am 11. November für die weiteren Verhandlungen zum Koalitionsvertrag präsentieren will. Offen ist dagegen, ob das sogenannte optionale Stauchungsmodell über das Jahr 2017 verlängert wird. Dieses alternative Vergütungsmodell, bei dem es in den ersten Jahren eine höhere Vergütung gibt, erleichtert den Investoren die Tilgung ihrer Kredite und erhöht so die Wirtschaftlichkeit ihrer Projekte. Da es in den vergangenen zwei Jahren bei diversen Projekten zu Verzögerungen gekommen ist, gibt es die Forderung von Seiten der Offshore-Windindustrie, das Stauchungsmodell genau um diese zwei Jahre zu verlängern.

Mit der Festlegung auf das Ausbauziel von 6 500 MW nehmen Schwarz und Rot Abschied von den Plänen der Bundesregierung, die in einem Positionspapier aus dem Jahr 2002 eine Kapazität von 10 000 MW bis Ende der Dekade angestrebt hatte. Angesichts der Verzögerungen beim Netzanschluss vieler maritimer Windfarmen und der durch die Strompreisbremse ausgelösten Verunsicherung zu Beginn des Jahres sind Branchenexperten ohnehin nur noch von einer machbaren Windleistung auf See zwischen 6 000 und 7 000 MW ausgegangen.

Wenn nun ein neuer Realismus beim Offshore-Windkraftausbau in Berlin anzubrechen scheint, so birgt das neue Ziel durchaus Gefahren. Die 6 500 MW könnten sich ungewollt als Ausbaudeckel erweisen. So geht der Übertragungsnetzbetreiber TenneT in seinen bisherigen Plänen von einer Kapazität von 8 500 MW in der Nordsee bis Ende 2020 aus. In den jüngst überarbeiteten Szenarien zum Offshore-Netzentwicklungsplan hält die Bundesnetzagentur sogar 12 700 MW bis 2024 für möglich.

Noch sind alle Regelungen für die Offshore-Windenergie nicht in Stein gemeißelt. Es zeichnet sich von der Spree aber eine Botschaft ab: Auch die künftige Bundesregierung setzt auf die Windkraftnutzung aus See, danach sah es in den ersten Monaten dieses Jahres lange Zeit nicht aus.
 

Ralf Köpke
© 2020 Energie & Management GmbH
Freitag, 08.11.2013, 16:44 Uhr

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