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Enerige & Management > Bayern - Neuer Windatlas vorgestellt
Bild: Fotolia.com, DeVIce
BAYERN:
Neuer Windatlas vorgestellt
Der Bau großer Windräder könnte sich in Bayern lohnen. Dies zeigt der neue Windatlas, den die bayerische Wirtschafts- und Energieministerin Ilse Aigner (CSU) am 7. Mai präsentiert hat.
 
Der neue Windatlas soll die Planung neuer Windräder für die Kommunen erleichtern. „Wir geben jetzt jeder Gemeinde ein Werkzeug in die Hand, um Vor- und Nachteile neuer Windräder unaufgeregt und sachlich zu diskutieren, eine Planungshilfe also“, sagte Aigner. „Im Windatlas wird festgelegt, wo wirtschaftliche Investitionen erfolgreich möglich sind.“ Das Ministerium weist aber darauf hin, dass der Atlas keine detaillierte Standortanalyse ersetzen kann.

Bei dem Windatlas handelt es sich um die zweite Fassung. Umweltminister Marcel Huber (CSU) hatte in der vergangenen Wahlperiode die erste Version vorgelegt. Der erste bayerische Windatlas wurde von Fachleuten massiv kritisiert, weil er so fehlerhaft war. Deshalb hatte das Wirtschaftsministerium bereits für 2012 einen neuen angekündigt.

Nach Angaben von Aigners Ministerium sei ein komplett neues Modell entwickelt worden: Mit dem neuen Windatlas könnten nun die tatsächlichen Windverhältnisse an jedem Ort Bayerns wesentlich genauer erfasst werden.

Neues Planungstool mit 3-D-Analyse

Mithilfe von Windgeschwindigkeits- und Energieertragskarten werden die Chancen der Windenergienutzung für jeden Ort in Bayern dargestellt, zudem werden die jährlichen Schwankungen des Windaufkommens berücksichtigt. Eine weitere Neuerung ist das Planungstool „3-D-Analyse von Windenergieanlagen“: Es enthält neue und geplante Anlagen in 3-D-Ansicht und soll eine realitätsnahe Darstellung ermöglichen.

Im Kartenteil können nun zudem militärische Schutzbereiche sowie Anlagenschutzbereiche des zivilen Luftverkehrs angezeigt werden. Die statistischen Informationen liefern zudem Daten zum Ausbaustand der erneuerbaren Energien, wie etwa die installierte PV-Leistung pro Einwohner auf Landkreisebene.

Nach den neuen Karten des Windatlas bläst der Wind 160 m über dem Boden in höheren Lagen Oberfrankens, der östlichen Oberpfalz, Unterfrankens und im westlichen Mittelfranken ziemlich kräftig - mit Windgeschwindigkeiten von 6 m/s und mehr.

Politische Diskussionen um Veröffentlichung

Vorab gab es hitzige Diskussionen: Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung (SZ) hatte Ministerpräsident Horst Seehofer versucht, die Veröffentlichung bis nach der Europawahl zu verschieben. Der Ministerpräsident wollte vor der Europawahl jede neue Wind-Diskussionen vermeiden, schreibt die SZ. Seehofer selbst widersprach am 7. Mai allerdings der Schilderung, er habe die Veröffentlichung verzögern wollen.

„In Bayern schlummert bei der Windenergie ein Riesenpotenzial“, erklärte SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen. „Vor allem in der Oberpfalz und in Franken kann der Wind wirtschaftlich ein Segen sein.“ Eine frühere Veröffentlichung hätte viel Ärger, Arbeitszeit und vor allem die Vergeudung von Steuergeldern und privaten Investitionen gespart, kritisierte Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann. „Plötzlich weht auch in Regionen wie Mittelschwaben und Westunterfranken Wind, wo man bislang eher Flaute vermutet hatte.“

Der Windatlas ist online unter energieatlas.bayern.de   zu finden.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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Donnerstag, 08.05.2014, 12:10 Uhr

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