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Enerige & Management > Vertrieb - Neue Kriterien für das Ok-Power-Label
Bild: Fotolia/Felix brönnimann
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Neue Kriterien für das Ok-Power-Label
Der Trägerverein des Ökostromgütezeichens, EnergieVision e.V., hat die Anforderungen für die Zertifizierung überarbeitet und „Energiewende-tauglicher“ konzipiert.
 
Energievision, der Trägerverein für das Ökostromgütezeichen „ok power“, hat neue Kriterien für seine Ökostromprodukte vorgelegt. „ Damit reagieren wir auf die geänderten Rahmenbedingungen durch die fortschreitende Energiewende, indem wir eine Reihe aktueller Entwicklungen bei unseren Kunden berücksichtigen“, betonte Dominik Seebach, Vorstand von EnergieVision e.V., gegenüber E&M. Aktuell lassen 63 Grünstromanbieter ihre Produktion nach den ok-power-Kriterien zertifizieren.

So lässt der neue Kriterienkatalog, der mit Beginn des kommenden Jahres gültig wird und bereits online abrufbar ist, als Neuanlagen nicht nur Wasserkraftanlagen zu, sondern auch Windkraft-, Solar- oder Biomasseanlagen. Zur Anerkennung dieser regenerativen Anlagen bei der Zertifizierung gilt nun folgender Grundsatz: „Der Ökostromanbieter miss durch die Inbetriebnahme und den Betrieb neuerer EE-Anlagen eine anerkennbare Erzeugungsmenge nachweise, die in Summe mindestens die Hälfte des jährlichen zertifizierten Ökostromabsatzes beträgt.“

Auch die zunehmenden Aktivitäten von Grünstromanbieter bei Mieterstromprojekten und innovativen Vermarktungsplattformen berücksichtigt EnergieVison künftig als „anerkennungsfähige Innovationen“. „Mit den neuen Kriterien erkennen wir bewusst aktuelle Anstrengungen der Grünstromanbieter für die Energiewende und warten nicht auf deren zukünftige Umsetzung“, so Vorstand Seebach.

Mit dem neuen Kriterienkatalog reagiert Energievision auch auf eine Entwicklung, die die Ökostrombranche in absehbarer Zeit durcheinander wirbeln wird: Ab Anfang 2021 erhalten mehrere Tausend Solar- und Windkraftanlagen nach teilweise mehr als 20-jähriger Förderung keine Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Wer als Grünstromanbieter den Weiterbetrieb dieser sogenannten Ü20-Anlagen sichert, dem kommt Energievision nun mit folgendem Passus entgegen: „Anlagen, die aus der öffentlichen Förderung herausfallen (z.B. Post-EEG-Anlagen), wird eine Anerkennung in Aussicht gestellt, wenn deren Kostendeckung über den Markt nicht gewährleistet werden kann.“

Wer glaubt, dass EnergieVision mit den neuen Kritieren von seiner anerkannt „härteren“ Linie für die Anerkennung von guten Ökostromprodukten abweicht, den korrigiert Vorstand Dominik Seebach: „Wir setzen doch nicht den guten ruf vom Ok-Power-Label aufs Spiel.“
 

Ralf Köpke
© 2019 Energie & Management GmbH
Freitag, 20.07.2018, 13:21 Uhr

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