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Enerige & Management > Gasnetz - Neue Hochdruckleitung im Ahrtal verlegt
Die neue Hochdruckleitung wurde auch entlang der Weinberge verlegt, Quelle: EVM
GASNETZ:
Neue Hochdruckleitung im Ahrtal verlegt
Die nach der Hochwasserkatastrophe zerstörte Hochdruckgasleitung in Bad Neuenahr-Ahrweiler wurde in weniger als 100 Tagen neu verlegt. Jetzt erfolgte die offizielle Inbetriebnahme.
 
„Diese Hochdruckleitung ist ein Zeichen der Hoffnung für die Menschen im Ahrtal und ein Meilenstein für die Wärmeversorgung im nahenden Winter“, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei der offiziellen Inbetriebnahme. Sie dankte der Energieversoirgung Mittelrhein (EVM) für die schnelle und pragmatische Wiederherstellung der Versorgung, aber auch den insgesamt 17 Energieversorgungern aus ganz Deutschland, die im Ahrtal mit anpackten.

„In einer Rekordbauzeit von weniger als 100 Tagen ist es gelungen, ein komplett neues Hochdrucknetz aufzubauen“, erklärte der EVM-Vorstandsvorsitzende Josef Rönz. Dieses Netz sei die Voraussetzung dafür, dass auch die restlichen Gebiete von Bad Neuenahr-Ahrweiler wieder mit Erdgas versorgt werden können. Außerdem bestehe mit der neuen Leitung ab sofort wieder hundertprozentige Versorgungssicherheit in den Orten der Gemeinde Grafschaft sowie Vollversorgung für die Industrieunternehmen, die teilweise zuvor nicht beliefert werden konnten.

Bereits wenige Tage nach der Flutnacht hatten die Netzexperten der EVM-Gruppe mit dem Wiederaufbau der zerstörten Hochdruckleitung begonnen. Allerdings wurde aufgrund des Ausmaßes der Zerstörung schnell klar, dass die Erdgasleitung nicht wieder dort aufgebaut werden konnte, wo sie vorher verlaufen war. Sie führte bis zum 14. Juli von Remagen-Kripp aus kommend an der Ahr entlang bis nach Bad Neuenahr-Ahrweiler. Bauarbeiten in Ufernähe schieden aus, sodass der Netzbetreiber sich dazu entschied, einen völlig neuen Verlauf zu planen – weiter weg von der Ahr und damit auch hochwassersicherer.

Das neue Rohrsystem verläuft ab dem Stadtteil Lohrsdorf entlang der Landskroner Straße parallel zur Bahnstrecke und später dann an den Weinbergen entlang. Hier hat der Versorger auf einer Länge von rund zwei Kilometern eine provisorische Leitung erstellt, die das Wiederaufbauprojekt um drei Monaten beschleunigen konnte. Für die gesamte 5,3 Kilometer lange neue Hochdruckleitung und die Behebung aller Schäden am Gasnetz inklusive der provisorischen Lösung wird die EVM-Gruppe nach eigenen Berechnungen rund 20 bis 30 Millionen Euro aufwenden. Mit dem Bau der endgültigen Leitung soll im kommenden Jahr begonnen werden.

Zur Beschleunigung der Arbeiten hatte, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt, ein „sehr pragmatisches und zügiges Handeln vieler Beteiligter beigetragen“. So wurde teilweise auf aufwendige Genehmigungsverfahren, Bodengutachten und Probebohrungen verzichtet.

Inzwischen können mehr als 80 Prozent der Haushalte im Ahrtal wieder mit Erdgas versorgt werden. Bis Ende November ist die Wiederinbetriebnahme der restlichen Gebiete geplant. Besondere Herausforderungen sind aktuell noch in der Altstadt von Ahrweiler zu meistern: Dort sind im Ortsnetz noch zahlreiche Leckagen zu orten und zu verschließen.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Montag, 01.11.2021, 12:48 Uhr

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