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Enerige & Management > Wasserstoff - Netzgestützte Wasserstoffproduktion für Industrie derzeit billiger
Quelle: Shutterstock / petrmalinak
WASSERSTOFF:
Netzgestützte Wasserstoffproduktion für Industrie derzeit billiger
Aurora Energy Research hat die Erzeugungskosten von Wasserstoff sowie die Rentabilität verschiedener Kombinationen aus grüner Stromerzeugung und Elektrolyseuren analysiert. 
 
Die Zahlen lesen sich auf den ersten Blick gut: Die Bundesregierung will die Erzeugungskapazitäten für Wasserstoff schrittweise ausbauen: auf 10.000 MW bis 2030. 21.000 MW sind es, auf die die derzeit in Deutschland angekündigten Elektrolyseur-Projekte kommen. Die Crux am Zahlenspiel: Nur wenige dieser Projekte sind bereits realisiert. 

Die Frage nach dem optimalen Geschäftsmodell ist bei der Schnelligkeit der Umsetzung für Projektplaner und -betreiber entscheidend. Eine Untersuchung von Aurora Energy Research beschäftigt sich damit, wie rentabel verschiedene Kombinationen aus regenerativer Stromerzeugung und Elektrolyseuren sind.
 
Studie "Scaling up the hydrogen economy: Opportunities for renewables"
(zum Öffnen bitte auf das PDF klicken)
Quelle: Aurora Energy Research

Die Ergebnisse bezeichnen die Analystinnen und Analysten als "ermutigend". Der Zahl Fünf schreiben sie eine besondere Rolle zu:
  • Auf rund 5 Euro pro Kilogramm Wasserstoff dürften laut der Aurora-Prognose bis 2025 die durchschnittlichen Kosten für grünen Wasserstoff sinken − so Aurora mit Blick auf einen Elektrolyseur in unmittelbarer Kombination mit einer grünen Stromerzeugungsanlage.
  • Ab den 2030er Jahren dürften, verstärkt durch die zunehmenden Importe von grünem Wasserstoff und die ausgebautere Transportinfrastruktur wie Häfen und Pipelines, die Preise weiter sinken.
  • Zur Rentabilität von Wasserstoffprojekten: Bei einem Wasserstoffpreis von über 5 Euro pro Kilo sind Onshore-Windkraftprojekte rentabler, wenn sie mit einem Elektrolyseur kombiniert werden, statt den Strom rein zu Marktpreisen zu verkaufen. Bei Solaranlagen ist der Rentabilitätsvorteil bei der Kombination mit Elektrolyseuren laut Aurora geringer.
  • Die maximale Projekt-Rentabilität beziehungsweise die niedrigsten Wasserstoffgestehungskosten werden erreicht, wenn Windkraft- und Solaranlagen gemeinsam mit einem Elektrolyseur kombiniert werden. Zudem muss der Elektrolyseur laut Aurora im Vergleich zur Leistung der Erneuerbaren-Anlagen eher klein dimensioniert sein − etwa 50 MW Wind plus 50 MW Photovoltaik plus 20 MW Elektrolyseur.
  • Werden Elektrolyseure stattdessen mit Strom aus Grünstromlieferverträgen (PPA) betrieben, liegen nach Einschätzung von Aurora die Wasserstofferzeugungskosten im Jahr 2025 ebenfalls bei rund 5 Euro pro Kilogramm. "Da in diesen Fällen die Standorte für die Erneuerbaren-Anlagen optimiert und der Elektrolyseur näher an den Abnehmern errichtet werden kann, sinken zudem die Kosten für den Wasserstofftransport und potenziell auch für die Wasserstoffspeicherung", schreibt Aurora. Damit sei die netzgestützte Wasserstoffproduktion für die Industrie derzeit günstiger.
Die EU hatte kürzlich in ihrem "RED II Delegated Act" Vorgaben für die Definition von grünem Wasserstoff festgesetzt (wir berichteten). Bis 2026 muss demnach eine monatliche Korrelation zwischen der Erzeugung der Erneuerbaren-Anlage und der Herstellung des grünen Wasserstoffs erreicht sein. Ab 2027 gilt diese Festlegung auf Stundenbasis. Zudem muss die Erneuerbaren-Erzeugungsanlage maximal 36 Monate vor oder nach Inbetriebnahme des Elektrolyseurs fertiggestellt sein. Aus Verbändeseite wurde, wie ebenfalls berichtet, diesbezüglich Kritik laut.
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Montag, 30.05.2022, 13:54 Uhr

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