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Enerige & Management > Stromnetz - Netzausbau verzögert sich
Bild: Fotolia.com, Gina Sanders
STROMNETZ:
Netzausbau verzögert sich
Aufgrund des Erdkabelvorrangs müssen Übertragungsnetzbetreiber neu planen. Darauf weist auch der aktuelle Monitoringbericht der Bundesnetzagentur hin.
 
Nun ist es sozusagen amtlich. Wie im Monitoring-Bericht der Bundesnetzagentur (BNetzA) über die Ausbauprojekte nach dem Bundesbedarfsplangesetz zu lesen ist, ist die Gesamtinbetriebnahme von SuedLink erst für 2025 vorgesehen. Die beiden unter diesem Namen zusammengefassten Leitungen von Brunsbüttel bis Großgartach bei Heilbronn und von Wilster bei Itzehoe bis Grafenrheinfeld bei Schweinfurt sollen nun erst drei Jahre später Strom leiten können als ursprünglich geplant. Im bestätigten Netzentwicklungsplan für 2024 vom September des vergangenen Jahres hatten die Übertragungsnetzbetreiber noch 2022 als Zeitpunkt für die Inbetriebnahme angegeben, also das Jahr, in dem das letzte Kernkraftwerk in Deutschland vom Netz gehen wird.

Neben der Verzögerung bei SuedLink ist nun auch der Starttermin für die nun unter SuedOstLink firmierende frühere Gleichstrompassage Süd-Ost nach hinten verschoben. Die Trasse von Sachsen-Anhalt nach Bayern dürfte ebenfalls frühestens 2025 in Betrieb gehen.

Schon seit Monaten weisen die Übertragungsnetzbetreiber darauf hin, dass der Ende des vergangenen Jahres beschlossene Erdkabelvorrang für Gleichstromübertragungsleitungen die Neuplanung und Beantragung der Projekte nach sich zieht. Im Monitoringbericht der BNetzA heißt es deshalb auch bezüglich SuedLink, der im Dezember 2014 beantragte Trassenkorridorvorschlag sowie die ebenfalls beantragten Alternativen seien entsprechend der damaligen gesetzlichen Regelungen mit einem Vorrang für Freileitungstechnik entwickelt worden. Die Planungen würden daher den neuen Rahmenbedingungen angepasst. Vor diesem Hintergrund müssen auch die Anträge auf Bundesfachplanung, die der Planfeststellung voraus geht, gestellt werden. Insgesamt sind fünf Gleichstrom-Vorhaben und fünf Wechselstrom-Vorhaben für die Umsetzung mit Erdkabeln vorgesehen.

Den gegenwärtigen Stand fasst die BNetzA in ihrem Monitoring-Bericht zu den Projekten nach dem Bundesbedarfsplangesetz wie folgt zusammen: Die Gesamtlänge der Leitungen, die sich aus dem Bundesbedarfsplangesetz ergeben, liegt aktuell bei etwa 6 100 km. Im Netzentwicklungsplan sind davon etwa 3 050 km als Netzverstärkung kategorisiert. Die Gesamtlänge der Leitungen in Deutschland wird stark vom Verlauf der Nord-Süd-Korridore abhängen und sich im weiteren Verfahrensverlauf konkretisieren. Insgesamt sind rund 350 km genehmigt und 65 km realisiert. Im ersten Quartal wurden sechs Kilometer realisiert.

Nach dem aktuellen Bundesbedarfsplangesetz vom 31. Dezember 2015 erfolgt nun vierteljährlich ein Monitoring über den Stand des Netzausbaus, wie es auch für die Projekte nach dem Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) der Fall ist. In der Zeit der zuvor geltenden Gesetzesfassung waren die entsprechenden Ausbauziele bzw. Termine lediglich aus dem Netzentwicklungsplan ersichtlich.
 

Fritz Wilhelm
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Dienstag, 07.06.2016, 17:51 Uhr

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