• US-Sanktionen wegen Nord Stream 2 werden wahrscheinlicher
  • Strom: Spot billiger
  • Gas: Kurzfristiger Anstieg
  • Miese Stimmung in der heimischen Windbranche
  • "Die Wirtschaft will grünen Strom"
  • Potsdam nutzt nun Solarthermie für seine Fernwärme
  • BMW sichert sich Lithium im Wert von 540 Mio. Euro
  • Einfachere Zulassung für Mini-KWK-Anlagen
  • Kooperation für elektrische Mobilitätslösungen
  • Eon baut für BMW umfassende Ladeinfrastruktur auf
Enerige & Management > Bilanz - Nach Rekommunalisierung folgt Modernisierung
Bild: Kai Eckert
BILANZ:
Nach Rekommunalisierung folgt Modernisierung
Der Verteilnetzbetreiber Stromnetz Hamburg hat im April dieses Jahres den Rekommunalisierungsprozess vollständig abgeschlossen. Nun stehen Investitionen in ein modernes Netz im Fokus.
 
Geringerer Gewinn für Stromnetz Hamburg: Höhere Rückstellungen für die Pensionsverpflichtungen und die Trennungskosten für zwei Netzgesellschaften aus dem Vattenfall-Konzern haben den Gewinn der Stromnetz Hamburg GmbH 2015 auf 6 Mio. Euro sinken lassen. Ein Jahr zuvor waren noch 34,5 Mio. Euro Gewinn an die Stadt abgeführt worden, berichtete Christian Heine, Geschäftsführer Finanzen, am 29. Juni in Hamburg. Heine machte aber auch klar, dass im vergangenen Jahr die Investitionstätigkeit weiter zugenommen habe. Insgesamt rund 147 Mio. Euro wurden 2015 für den Ersatz und den Ausbau der Netzinfrastruktur ausgegeben. Ab dem kommenden Jahr sollen die Investitionen auf jährlich mehr als 166 Mio. Euro ansteigen. In den nächsten fünf Jahren müssen zunehmend Kabel und Netzstationen aus Altersgründen ausgetauscht werden. Derzeit werden sechs 110-kV-Schaltanlagen in Hamburg erneuert und umstrukturiert. Allein dafür will das Unternehmen bis 2022 insgesamt rund 122,2 Mio. Euro bereitstellen. Auch der ab 2017 beginnende Smart-Meter-Rollout wird zu höheren Investitionen führen. Als zuständiger Messstellenbetreiber muss Stromnetz Hamburg rund 1,04 Mio. elektronische Messeinrichtungen und 92 300 intelligente Messsysteme in ihrem Netzgebiet installieren.

Neben ihrer Hauptaufgabe als Verteilnetzbetreiberin koordiniert die Stromnetz Hamburg GmbH auch die Umsetzung des Masterplans Elektro-Ladeinfrastruktur der Freien und Hansestadt Hamburg. Dazu gehört die Beschaffung, Errichtung, der Betrieb und die Wartung der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur. Stromnetz Hamburg hat inzwischen rund 200 Ladesäulen an 100 Standorten installiert. Bedarfsgerecht soll die Ladeinfrastruktur in Hamburg auf knapp 600 Ladepunkte ausgebaut werden, davon sollen 70 Stationen über Schnellladefunktionen verfügen. Die Ladesäulen werden über eine selbst entwickelte IT-Lösung verwaltet, die auch eine Backend-Kommunikationslösung anbietet und damit einen freien Marktzugang an den Ladesäulen sicherstellt. An allen Ladestationen wird zertifizierter Grünstrom angeboten, Nutzer können den Ladevorgang entweder über eine RFID-Kundenkarte ihres Vertragspartners oder vertragsungebunden über eine direkte Bezahlmöglichkeit via Mobilfunkrechnung oder App-Abbuchung bezahlen. Mit den inzwischen gewonnenen Erkenntnissen beim diskriminierungsfreien Zugang zu Ladesäulen ist Stromnetz Hamburg inzwischen auch in der Lage sein Know-how auch anderen Marktakteuren anzubieten. Mit Lübeck sei bereits eine Kooperation geschlossen worden, Anfragen gibt es aber aus Kommunen und von Stadtwerken aus dem gesamten Bundesgebiet.

Insgesamt konnte Stromnetz Hamburg im vergangenen Jahr 547,3 Mio. Euro umsetzen, dies waren rund 5 Mio. Euro weniger als 2014. Die mehr als 400 Stromlieferanten, die Kunden im Hamburger Netzgebiet versorgen, konnten im letzten Jahr zusammen 12,3 Mrd. kWh absetzen.
 

Kai Eckert
Redakteur
+49 (0) 4101 8692995
eMail
facebook
© 2019 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 29.06.2016, 16:09 Uhr

Mehr zum Thema