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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - N-Ergie sieht keine Horrorszenarien
Bild: TÜV Süd
ELEKTROFAHRZEUGE:
N-Ergie sieht keine Horrorszenarien
In der Diskussion um die Netzauswirkungen beim Ausbau der Elektromobilität hat die Nürnberger N-Ergie klar Stellung bezogen und mehr Sachlichkeit angemahnt.
 
Die beiden Landesverbände der Energiewirtschaft in Bayern und Baden-Württemberg hatten jüngst vor den Folgen eines starken Ausbaus der Elektromobilität gewarnt. Aus Sicht der Verbände sei das Stromnetz nicht für den massiven Einsatz von E-Autos ausgelegt. Gerade in Süddeutschland könnten auf das Netz besondere Belastungen zukommen, wenn konventionelle Kraftwerke abgeschaltet werden und gleichzeitig bei einer hohen Stromnachfrage wegen der fehlenden Nord-Süd-Leitungen zu wenig Strom vorhanden ist.

Bereits heute sei das Stromnetz näher an der Belastungsgrenze als früher. Es sei „weniger Luft im System“, formuliert es Detlef Fischer, Geschäftsführer des Verbands der Bayerischen Energiewirtschaft (VBEW). Eine Stromknappheit könne man in der Zukunft an manchen Tagen nicht ausschließen. „Ich erwarte keine regelmäßigen Blackouts, aber möglicherweise wird man an manchen Tagen 'anordnen' müssen, ihr müsst jetzt weniger Strom verbrauchen. Man darf gespannt sein, ob das unspektakulär über Marktmechanismen oder öffentlichkeitswirksam über Radiodurchsagen funktionieren wird“, sagte er laut Agenturberichten.

Nun hat sich die Nürnberger N-Ergie in der Diskussion zu Wort gemeldet. „Hier wird Angst durch unrealistische Annahmen und statisches Denken ausgelöst“, erklärt Vorstandschef Josef Hasler. Die Annahmen seien „unrealistisch“, da niemand ernsthaft davon ausgehen könne, dass „schlagartig“ alle Verbrennungsmotoren durch Elektroautos ausgetauscht werden würden. Wie die N-Ergie in einer Aussendung vorrechnet, werde der Anteil der E-Fahrzeuge am Pkw-Gesamtbestand Ende 2030 wohl bei 15 bis 20 % liegen. „Es geht demnach um lediglich sechs bis acht Millionen und nicht um rund 41 Millionen Pkw“, so Hasler.

Zudem sei die Betrachtung statisch, weil die Entwicklungen in den Bereichen Energie und Mobilität ausgeblendet würden. Elektrofahrzeuge werden sich zuerst dort durchsetzen, wo das vorrangige Laden mit der eigenen Photovoltaik- Anlage möglich ist, heißt es aus Nürnberg. Mit dem selbst erzeugten Strom seien 100 Kilometer Mobilität für rund 1,50 Euro möglich und damit im Vergleich zum benzin- oder dieselbetriebenen Pkw um ein Vielfaches günstiger. Auch die erforderliche Ladeleistung werde von den Skeptikern falsch eingeschätzt. Da die Fahrzeuge regelmäßig zehn und mehr Stunden zuhause parken und laden können, reiche eine Ladeleistung von 3,7 kW vollkommen aus.

Nicht berücksichtigt werde laut N-Ergie auch, dass die Digitalisierung die Strukturen der Arbeitswelt deutlich verändern werde. Zahlreiche Fahrten und damit auch Fahrzeuge würden künftig entbehrlich werden, zumal sich auch Trends wie Car-Sharing immer mehr durchsetzen. „Anstatt den gegenwärtigen Status quo linear über mehrere Jahrzehnte weiterzudenken, sollten wir intelligenter ansetzen und die unterschiedlichen Trends mit einbeziehen. So gesehen wird Elektromobilität zum Gewinnerthema für Deutschland“, erklärt Hasler.
 

Andreas Kögler
Redakteur und CvD von E&M powernews
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Mittwoch, 23.08.2017, 16:02 Uhr

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