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Enerige & Management > Bilanz - MVV Energie legt weiter gute Zahlen vor
Bild: alexmat46, Fotolia
BILANZ:
MVV Energie legt weiter gute Zahlen vor
Der Umsatz des Mannheimer Versorgers war im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht rückläufig. Das Ergebnis ist  weiter gestiegen. Das konventionelle Kraftwerksgeschäft bleibt schwierig.
 
Bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt zeigte sich der Vorstandsvorsitzende Georg Müller zufrieden mit dem Geschäftsjahr des Unternehmens. Die MVV bilanziert das Geschäftsjahr unterjährig von Oktober bis September. „Zum dritten Mal in Folge konnten wir unser Ergebnis steigern“, sagte Müller. Der Umsatz ging zwar leicht um 1 % auf 4,01 Mrd. Euro zurück. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) erhöhte sich aber um 5 % auf 224 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss legte sogar um 9 % zu und ist in der Bilanz mit 107 Mio. Euro beziffert.
 
Positiv habe sich vor allem das gute Geschäft im Bereich Umwelt ausgewirkt, auch der kühlere Winter habe positive Spuren in der Bilanz hinterlassen. Negativ habe der geringere Windertrag zu Buche geschlagen, so Müller bei der Kommentierung der Geschäftszahlen.
 
Einen negativen Beitrag zum Ebit liefert auch im abgelaufenen Jahr wieder der Bereich „Handel und Portfoliomanagement“. Der Fehlbetrag betrug bei einem um 22 % in diesem Segment gestiegenen Umsatz noch immer 21 Mio. Euro. Im vergangenen Jahr lag das Minus bei 31 Mio. Euro. Grund ist nach wie vor das schwierige Erzeugungsgeschäft, vor allem bei den Steinkohleanlagen Großkraftwerk Mannheim und Gemeinschaftskraftwerk Kiel, an denen die MVV Beteiligungen hält.
 
Wie Müller sagt, seien die Strompreis aktuell nicht auskömmlich, um die Kosten für den Betrieb und den Rohstoffeinsatz zu decken. Die Rohmarge beziehungsweise der sogenannte Clean Dark Spread seien aufgrund der anhaltenden schwierigen Rahmenbedingungen im konventionellen Erzeugungssegment „auf einem deutlich zu niedrigen Niveau“. Chancen könnten sich ergeben, wenn sich die Marktpreise erholten, heißt es etwas lakonisch dazu im Geschäftsbericht.
 
Aufgrund höherer Handelsaktivitäten in der Direktvermarktung lag der Stromabsatz über dem Vorjahreswert. Demgegenüber kam es bei den Gashandelsmengen zu einem Rückgang, „da geringere Aktivitäten bei der Portfoliobewirtschaftung zu verzeichnen waren“. Der Stromabsatz legte um 21 % auf 26,29 Mrd. kWh im Vergleich zum Vorjahr zu. Das Gasgeschäft war hingegen um 11 % rückläufig, der Absatz betrug 25,19 Mrd. kWh.
 
Knapp 3 Mrd. Euro hat die MVV in den vergangenen Jahren investiert und „kann nun die Früchte des seiner frühen Ausrichtung auf das Energiesystem der Zukunft ernten“. So erwartet das Unternehmen auch für das angelaufene Geschäftsjahr einen leichten Anstieg bei Umsatz und Ebit.
 
An großen Projekten plant die MVV Energie dieses Jahr am Heimatstandort Mannheim eine Investition in Höhe von 100 Mio. Euro. Das Heizkraftwerk auf der Friesenheimer Insel wird an das Fernwärmenetz in Mannheim angebunden. In Großbritannien investiert die MVV ebenfalls. Im schottischen Dundee haben die Mannheimer eine Müllverbrennungsanlage übernommen und bauen in der Nachbarschaft zusätzlich ein Heizkraftwerk. Der Neubau mit einer Gesamtinvestition in Höhe von 135 Mio. Euro soll 2020 in Betrieb gehen. Der Brexit hingegen belaste das Geschäft der MVV auf der Insel nicht, man sei über langfristige Verträge abgesichert, sagte Müller. Das Unternehmen betreibt in Ridham bei London und Plymouth weitere Kraftwerke.
 

Stefan Sagmeister
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Dienstag, 12.12.2017, 15:48 Uhr

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