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Energie & Management > Windkraft Offshore - München steigt erneut in Offshorewind ein
Quelle: Shutterstock / Thampapon
Windkraft Offshore

München steigt erneut in Offshorewind ein

Die Stadtwerke München möchten beim künftig größten deutschen Windpark in der Ostsee schon in der Entwicklungsphase dabei sein. Daran ist mehrerlei bemerkenswert.
Der auf Offshorewind weltweit spezialisierte Projektentwickler und Betreiber Skyborn hat mit den Stadtwerken München (SWM) eine strategische Partnerschaft geschlossen, um den größten deutschen Ostsee-Windpark „Gennaker“ zu entwickeln und zu errichten. Das geht aus übereinstimmenden Unternehmensmitteilungen hervor.

Demnach erwerben die SWM 25 Prozent des Projekts „Gennaker“, das seit März ein unbestrittenes Baurecht hat. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Baufinanzierung und amtlicher Genehmigungen. Sie soll im dritten Quartal abgeschlossen sein.

Mit bis zu 977 MW installierter Leistung wird das Vorhaben 2028, wenn es fertig errichtet sein soll, zum größten Ostsee-Windpark in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone. Es entsteht 15 Kilometer vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Zwar hält Total Energies seit 2023 die Ostseefläche O-2.2 für einen 1.000-MW-Windpark zusammen mit BP, doch versuchen die Franzosen in jüngster Zeit, den Zuschlag loszuwerden. Bisher erfolglos, da es hierfür im Windenergie-auf-See-Gesetz kein Verfahren gibt, sondern lediglich Strafzahlungen für Nichterfüllung.

Bemerkenswert ist an dem Einstieg des 100-prozentigen Kommunalunternehmens SWM in „Gennaker“ zweierlei:
  • Die SWM gehen damit ausdrücklich über das vom Rathaus gesetzte Ziel hinaus, den gesamten Strombedarf Münchens inklusive der Industrie rechnerisch aus Erneuerbaren zu decken.
  • Die SWM weichen von ihrem erklärten Ausbauschwerpunkt in der Metropolregion München ab.
  • Die SWM sind Offshorewind gewohnt, allerdings lediglich als Finanzbeteiligung: Sie halten 49 Prozent an dem alten 288-MW-Windpark Dan Tysk im deutschen Sylter Cluster.
Die SWM lässt sich bei der Transaktion von einem interdisziplinären Team der Wirtschaftskanzlei Watson Farley & Williams (WFW) beraten.

Von dem Projekt „Gennaker“ sind seit Kurzem im größten bisherigen deutschen Power Purchase Agreement 600 MW oder 61 Prozent schon langfristig vermarktet, und zwar an Amazon. Auf die SWM entfallen künftig gut 244 MW. Damit hat Skyborn - die ehemalige Offshoresparte von WPD, die jetzt dem Blackrock-Infrastrukturinvestor GIP gehört - bereits 86 Prozent der maximalen installierten Leistung vor Baubeginn vermarktet.

Die ursprüngliche Planung von „Gennaker“ hatte bereits vor 15 Jahren begonnen. Der Naturschutzbund (Nabu) und Tourismuskommunen hatten das Vorhaben in einer Prozessserie verbissen bekämpft. Die Kommunen gaben dann auf, Skyborn plante auf weniger Windenergieanlagen mit mehr Leistung um, nahm dafür zwei Jahre Verzögerung im erneuten Genehmigungsverfahren in Kauf und erzielte diesen März einen Kompromiss mit dem Nabu.

Montag, 22.06.2026, 12:15 Uhr
Georg Eble
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München steigt erneut in Offshorewind ein
Die Stadtwerke München möchten beim künftig größten deutschen Windpark in der Ostsee schon in der Entwicklungsphase dabei sein. Daran ist mehrerlei bemerkenswert.
Der auf Offshorewind weltweit spezialisierte Projektentwickler und Betreiber Skyborn hat mit den Stadtwerken München (SWM) eine strategische Partnerschaft geschlossen, um den größten deutschen Ostsee-Windpark „Gennaker“ zu entwickeln und zu errichten. Das geht aus übereinstimmenden Unternehmensmitteilungen hervor.

Demnach erwerben die SWM 25 Prozent des Projekts „Gennaker“, das seit März ein unbestrittenes Baurecht hat. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Baufinanzierung und amtlicher Genehmigungen. Sie soll im dritten Quartal abgeschlossen sein.

Mit bis zu 977 MW installierter Leistung wird das Vorhaben 2028, wenn es fertig errichtet sein soll, zum größten Ostsee-Windpark in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone. Es entsteht 15 Kilometer vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Zwar hält Total Energies seit 2023 die Ostseefläche O-2.2 für einen 1.000-MW-Windpark zusammen mit BP, doch versuchen die Franzosen in jüngster Zeit, den Zuschlag loszuwerden. Bisher erfolglos, da es hierfür im Windenergie-auf-See-Gesetz kein Verfahren gibt, sondern lediglich Strafzahlungen für Nichterfüllung.

Bemerkenswert ist an dem Einstieg des 100-prozentigen Kommunalunternehmens SWM in „Gennaker“ zweierlei:
  • Die SWM gehen damit ausdrücklich über das vom Rathaus gesetzte Ziel hinaus, den gesamten Strombedarf Münchens inklusive der Industrie rechnerisch aus Erneuerbaren zu decken.
  • Die SWM weichen von ihrem erklärten Ausbauschwerpunkt in der Metropolregion München ab.
  • Die SWM sind Offshorewind gewohnt, allerdings lediglich als Finanzbeteiligung: Sie halten 49 Prozent an dem alten 288-MW-Windpark Dan Tysk im deutschen Sylter Cluster.
Die SWM lässt sich bei der Transaktion von einem interdisziplinären Team der Wirtschaftskanzlei Watson Farley & Williams (WFW) beraten.

Von dem Projekt „Gennaker“ sind seit Kurzem im größten bisherigen deutschen Power Purchase Agreement 600 MW oder 61 Prozent schon langfristig vermarktet, und zwar an Amazon. Auf die SWM entfallen künftig gut 244 MW. Damit hat Skyborn - die ehemalige Offshoresparte von WPD, die jetzt dem Blackrock-Infrastrukturinvestor GIP gehört - bereits 86 Prozent der maximalen installierten Leistung vor Baubeginn vermarktet.

Die ursprüngliche Planung von „Gennaker“ hatte bereits vor 15 Jahren begonnen. Der Naturschutzbund (Nabu) und Tourismuskommunen hatten das Vorhaben in einer Prozessserie verbissen bekämpft. Die Kommunen gaben dann auf, Skyborn plante auf weniger Windenergieanlagen mit mehr Leistung um, nahm dafür zwei Jahre Verzögerung im erneuten Genehmigungsverfahren in Kauf und erzielte diesen März einen Kompromiss mit dem Nabu.

Montag, 22.06.2026, 12:15 Uhr
Georg Eble

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