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Enerige & Management > Bilanz - Motorenbauer mit guten Zahlen und grünen Zielen
Quelle: Fotolia / Eisenhans
BILANZ:
Motorenbauer mit guten Zahlen und grünen Zielen
Der Kölner Motorenhersteller Deutz erzielt ein starkes Umsatzwachstum. „In Kürze“ soll der erste Wasserstoffmotor Strom erzeugen.
 
Der Deutz-Konzern verzeichnet eine gute Geschäftsentwicklung. Der im Sdax gelistete Konzern verbucht für das dritte Quartal einen Umsatz von 403 Mio. Euro. Das entspricht einem Plus von 31 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Auftragseingang fällt um 56 % höher aus und beläuft sich auf 485 Mio. Euro. Als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) und Sondereffekten stehen 14 Mio. Euro zu Buche – nach einem Minus von 16 Mio. Euro im dritten Quartal 2020.

Für die ersten neuen Monate des Jahres weist das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 1,17 Mrd. Euro. Das sind gut 26 % mehr als von Januar bis September 2020. Der Auftragseingang summiert sich bis Ende diesen September auf 1,5 Mrd. Euro, ein Zuwachs um 62 %.
 
Gewachsen ist der Umsatz des weltweit agierenden Unternehmens in allen Regionen, prozentual am stärksten auf dem Heimatmarkt. 233 Mio. Euro – ein Plus von mehr als 32 % – weist der aktuelle Geschäftsbericht aus. Das Deutschlandgeschäft trägt 20 % zum Konzernumsatz bei.

Drei Innovationen für grüne Mobilität

Zügig vorangehen soll es bei der Entwicklung alternativer Antriebsaggregate. „Wir konnten weitere Meilensteine auf dem Weg zu einer grünen Mobilität erreichen“, sagte Deutz-Vorstand Frank Hiller. Als Beispiel hob er einen Wasserstoffmotor hervor, der aus einem 6-Zylinder-Dieselantrieb abgeleitet worden sei. Er soll in der stationären Stromerzeugung zum Einsatz kommen. Gemeinsam mit dem Versorger Rheinenergie plane man, „den ersten Motor in Kürze aufzubauen“. Hier läuft alles auf Hochtouren in Richtung Weiterentwicklung des Wasserstoffmotors“, berichtete Hiller.  
Kennzahlen (Mio. Euro) 2021
Q1 bis Q3
2020
Q1 bis Q3
Auftragseinsgang 1.514,0 933,6
Umsatzerlöse 1.173,4 928,2
Ebit 27,8 -103,4
Konzernergebnis 23,7 -104,5
Quelle: Deutz AG

Als weiteres Beispiel für den Weg zu CO2-neutraler Antriebstechnik verweis er auf eine kürzlich mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vereinbarte Kooperation. Im Zuge dessen will man Lösungsansätze erarbeiten, „um Baustellenfahrzeuge und Landmaschinen mit Wasserstoff betreiben zu können“. Grundlegende Fragestellung: „Wie kann eine Baustelle CO2-neutral funktionieren?“

Ein Augenmerk gilt auch der Brennstoffzellen-Technologie gelten. „Hier haben wir uns verstärkt durch eine Kooperation mit der Firma Blue World Technologies“, erläuterte Hiller. Diese schließe eine Vertriebs- und Servicevereinbarung für den Einsatz von stationären Brennstoffzellen-Generatoren ein. Zudem strebe man eine Beteiligung von 10 % an Blue Word Technologies an. Der Einstieg soll nach Abschluss der Due Diligence noch in diesem Jahr in trockenen Tüchern sein.

Bis die Brennstoffzellentechnologie ihren Einzug in „Off-Highway-Anwendungen“ finden werde, werde es „sicherlich ein bisschen länger dauern“ als als beim Wasserstoffmotor, prognostizierte der Konzernchef.

Prognose bekräftigt

Zu schaffen machen auch Deutz globale Lieferengpässe etwa bei Halbleitern und Chips. Hiller: „Das ist derzeit der limitierende Faktor." Die Nachfrage sei eher noch höher.

Die angespannte Versorgungslage ändert aber offenbar nichts an den Aussichten. „Die angehobene Geschäftsprognose von Mitte des Jahres bestätigen wir“, erklärte Hiller. Der Konzern rechnet für 2021 mit einem Umsatz zwischen 1,6 und 1,7 Mrd. Euro. Deutz beschäftigt weltweit etwa 5.000 Menschen, davon die Hälfte in Deutschland.
 

Manfred Fischer
© 2022 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 10.11.2021, 14:58 Uhr

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