• Sabine Schnake übernimmt in Wuppertal die Mobilitätssparte
  • Gestehungskosten weiter im Anstieg
  • EU-Embargo für russisches Öl in Kraft
  • Übertragungsnetzbetreiber: Gaskraftwerke bleiben unverzichtbar
  • VNG alleine überlebensfähig
  • RWE ordert grünen Ammoniak aus Namibia
  • Umsatzvergleich der Energieversorger in Deutschland
  • Betreiber müssen teuer zukaufen
  • Wetteraussichten: uneinheitlich
  • Terminmarkt zieht deutsche PPA-Preise mit nach unten
Enerige & Management > Wasserstoff - Milliardenschwere Förderung von EU-Kommission genehmigt
Quelle: Shutterstock / Tomasz Makowski
WASSERSTOFF:
Milliardenschwere Förderung von EU-Kommission genehmigt
Deutschland und andere EU-Staaten dürfen laut Beschluss der Kommission den Auf- und Ausbau einer europäischen Wasserstoffindustrie in 41 Projekten mit bis zu 5,4 Mrd. Euro unterstützen.
 
Die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Margrethe Vestager, gab am 15. Juli die Genehmigung von 41 Wasserstoff-Großprojekten bekannt. Darunter sind auch vier Projekte aus Deutschland aus dem IPCEI-Programm. IPCEI steht für „Important Project of Common European Interest - Wichtige Vorhaben von gemeinsamem europäischen Interesse". Weitere 58 Projekte aus Deutschland befinden sich noch im Genehmigungsverfahren.

Die heute erteilte Genehmigung betrifft die Technologiewelle. Die Genehmigung der Industrieprojekte wird für Herbst 2022 erwartet. Im Anschluss können die Förderbescheide ausgestellt werden. Von hoher Bedeutung für Deutschland ist auch eine dritte Infrastrukturwelle, für die bereits Vorschläge bei der Europäischen Kommission eingereicht wurden. Eine vierte Welle zu Mobilitätsanwendungen ist in Arbeit.

Erste Genehmigungen für Elektrolyseverfahren

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte: „Wir sind heute einen großen Schritt weitergekommen auf dem Weg zum Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland.“ Die vier deutschen Projekte leisteten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Wasserstofftechnologien, der Fokus liegt auf der Entwicklung von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen.

„Mich freut ganz besonders, dass wir diesen wichtigen Schritt gemeinsam mit den anderen beteiligten Staaten gehen können“, unterstrich Habeck. Viele weitere Projekte aus den Bereichen Industrie, Erzeugung, Infrastruktur und Mobilität müssten noch genehmigt werden, um eine echte Wasserstoffwirtschaft entwickeln zu können.

Die erteilte beihilferechtliche Genehmigung erlaubt dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) die Förderung von zwei Projekten: „BoschPowerUnits“ von Bosch erforscht stationäre Brennstoffzellen-Systeme auf Festoxid-Basis. Das Projekt soll an Bosch-Standorten in Baden-Württemberg, Bayern und im Saarland realisiert werden.

Mit „Sunfire1500“ der Sunfire GmbH darf zudem eine Produktionslandschaft gefördert werden, die Elektrolyseure der Alkali- (AEL) und der Hochtemperatur-Technologie (SOEC) in Serienfertigung bringt. Der wesentliche Investitionsstandort für die Fabriken wird Sachsen sein, für AEL auch anteilig NRW. Gleichzeitig soll die Produktion als Blaupause für die zukünftige europäische Serienproduktion dienen.

Zwei Projekte für Wasserstoffantriebe

Zudem wurden zwei vom Bundesverkehrsministerium (BMDV) ausgewählte Projekte beihilferechtlich genehmigt. Das Projekt "Pegasus" der Daimler Truck AG zielt darauf ab, mit auf Brennstoffzellen basierenden Antriebssträngen von Zugmaschinen-Anhänger-Kombinationen den grenzüberschreitenden Güterverkehr auf dem Landweg zu dekarbonisieren und gleichzeitig die wichtigsten Leistungskriterien sowie die Flexibilität der Zugmaschinen beizubehalten.

Das Projekt "NextGen HD Stack" von EKPO Fuel Cell Technologies will eine neue Generation von leistungsstarken Brennstoffzellen-Stackmodulen für Nutzfahrzeuge, Schiffe und Bahnen entwickeln und deren Kommerzialisierung vorantreiben. Zudem soll auch der CO2-Fußabdruck der Produktion deutlich reduziert werden.

Insgesamt 62 Großvorhaben ausgewählt

BMWK und BMDV hatten diese vier sowie weitere Projekte 2021 im Interessenbekundungsverfahren zum IPCEI Wasserstoff ausgewählt. Das IPCEI Wasserstoff ist ein europäisches Projekt, an dem insgesamt 24 Mitgliedstaaten und Norwegen beteiligt sind. In Deutschland stehen für das Projekt in Summe über acht Milliarden Euro an Fördermitteln zur Verfügung, bereitgestellt durch Bund und Länder.

Die Ereignisse seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine verdeutlichten erneut, welche Bedeutung das IPCEI Wasserstoff, das auch Teil der deutschen Nationalen Wasserstoffstrategie ist, für die Zukunft der Energiewirtschaft und der Industrie hat, so das BMWK. Der EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton betonte, dass die Vorhaben dazu führen könnten, dass EU-Unternehmen in der Wasserstoffindustrie führend werden.

In Deutschland war am 28. Mai 2021 der Startschuss für die Realisierungsphase des ersten IPCEI Wasserstoff gefallen. Unternehmen konnten in einem Interessenbekundungsverfahren Projektskizzen für Investitionsvorhaben einreichen. Wirtschafts- und Verkehrsministerium hatten aus den Bewerbungen 62 deutsche Großvorhaben ausgewählt. Die Vorhaben sollen mit über 8 Mrd. Euro an Bundes- und Landesmitteln gefördert werden. Insgesamt sollen damit allein in Deutschland Investitionen in Höhe von 33 Mrd. Euro ausgelöst werden. Das IPCEI Wasserstoff ist das bislang größte europäische Projekt dieser Art.

 
Die Standorte der für Deutschland ausgewählten IPCEI-Projekte
Quelle: BMWK
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
+49 (0) 151 28207503
eMail
facebook
© 2022 Energie & Management GmbH
Freitag, 15.07.2022, 16:40 Uhr

Mehr zum Thema