• Österreich Gasnetzüberwachung mit autonomen geplant
  • Warum die Häfen so wichtig sind
  • Leistung der Kraftwerke der RWE AG
  • eBook: Software für nachhaltige Betriebsführung
  • On Demand Webinar:
  • Europäische Zweiklassengesellschaft bei Gaspreisen
  • Angebotssorgen lassen Gaspreise steigen
  • Unruhe am Gasmarkt nimmt wieder zu
  • 50 Hertz darf Leitung zwischen Sachsen und Thüringen bauen
  • Vaillant erhält 120 Mio. Euro für Innovationen
Enerige & Management > IT - Metering-Süd-Gesellschafter wechseln zu Gwadriga
Quelle: iStock / zhudifen
IT:
Metering-Süd-Gesellschafter wechseln zu Gwadriga
Der Smart-Meter-Gateway-Administrator Gwadriga hat neue Kunden hinzugewonnen und sieht eine solide wirtschaftliche Basis für sein Geschäft.
 
Die Rücknahme der Allgemeinverfügung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zum Smart Meter Rollout war zwar von der Energiewirtschaft erwartet worden. Aber auch nach dem Schritt der Behörde ist die Verunsicherung in der Branche weiterhin groß. Das liegt unter anderem an den gegenwärtigen Lieferengpässen bei Zählern und Smart Meter Gateways. Deren Hersteller haben aufgrund der globalen Chipkrise selbst keine Planungssicherheit in ihrer Produktion und können die von den Messstellenbetreibern bestellten Mengen in vielen Fällen nicht zum vereinbarten Zeitpunkt liefern.

Michal Sobotka rät den Messstellenbetreibern, auch wenn die Geräte derzeit knapp sind, "am Ball zu bleiben". Denn die Gateway-Hersteller würden nach dem Prinzip "first come, first served" verfahren. "Je früher man sich in die Warteschlange bei den Herstellern einreiht, desto besser", sagte der Geschäftsführer des Smart-Meter-Gateway-Administrators "GWAdriga" im Gespräch mit der Presse. Außerdem sei der Smart Meter Rollout eine Mammutaufgabe. Wer sich zurücklehne, werde seiner Überzeugung nach dann nicht mehr hinterherkommen, sobald sich die Liefersituation wieder normalisiert habe.

Auch die Anpassung der Schnittstellen von den Gateway-Administrationssystemen zu den ERP-Systemen der Energieversorger habe zu Verzögerungen beim Rollout geführt. "Viele Unternehmen haben den Aufwand dafür unterschätzt", weiß Sobotka. Es gebe aber Optionen, ohne eine Vollintegration zu starten, um dann die automatisierten Schnittstellen später noch zu implementieren.

TWS Netz präferiert sofortige Vollintegration

Für die TWS Netz, der Netztochter der Technischen Werke Schussental (TWS), sei eine Portallösung beziehungsweise eine "händische Schnittstelle" allerdings keine Option, betonte Geschäftsführer Helmut Hertle. Für den Ravensburger Netzbetreiber, der das ERP von Schleupen nutzt, sei es wichtig gewesen, gleich in die Vollintegration einzusteigen, auch wenn der Messstellenbetreiber bisher lediglich Pilotprojekte mit intelligenten Messsystemen umgesetzt habe. Im operativen Einsatz bei Kundinnen und Kunden sei bisher noch kein Smart Meter Gateway installiert. Im Herbst, so hofft Hertle, könne dann der Rollout tatsächlich beginnen.

Durch die Rücknahme der bisherigen und dem Erlass einer neuen Allgemeinverfügung durch das BSI wird es nun neue Fristen für den Pflichteinbau von intelligenten Messsystemen geben. Einem kleinen Netz- und Messstellenbetreiber wie der TWS tue es gut, jetzt etwas mehr Zeit zu haben, um die Quote zu erfüllen, sagte Hertle. Aber man werde jetzt nicht abwarten, sondern freue sich auf neue Geschäftsfelder und werde "durchstarten".

Metering Süd zieht sich aus dem Markt zurück

Gwadriga-Geschäftsführer Sobotka geht davon aus, dass die jetzt anstehende Allgemeinverfügung gleich das Steuern und das Submetering beinhalten und damit den Einsatz eines zertifizierten Smart Meter Gateways für bestimmte Anwendungen in diesem Bereich verpflichtend vorschreiben wird. Deshalb sei wichtig, den Basis-Rollout zu beherrschen, um sich dann den Herausforderungen des Schaltens widmen zu können. Und schließlich seien die intelligenten Messsysteme notwendig, um Informationen über den Zustand der Netze, insbesondere über die Einspeisung und den Stromverbrauch in den Niederspannungsnetzen zu bekommen – also ein bedeutender Erfolgsfaktor für die Integration der erneuerbaren Energien und die Elektrifizierung des Wärme- und Verkehrssektors.

Michael Lucke, Geschäftsführer des Allgäuer Überlandwerks in Kempten, fügte hinzu, seiner Erfahrung nach dränge auch die Wohnungswirtschaft auf einen beschleunigten Smart Meter Rollout, da sie ein großes Interesse an der Mehrspartenmessung habe und außerdem ihre eigenen datenbasierten Geschäftsmodelle vorantreiben wolle.

Die Allgäuer Überlandwerk GmbH gehört zu den aktuell 17 Kunden der Gwadriga. Bislang waren die Kemptener Gesellschafter der Metering Süd, in der sich Netzbetreiber aus Bayern und Baden-Württemberg zusammengeschlossen hatten, um gemeinsam die Smart-Meter-Gateway-Administration zu übernehmen. Das Joint Venture zieht sich nun aus dem Markt zurück. Mit den Allgäuern haben auch die Stadtwerke Augsburg, die TWS Netz, die SEW Stromversorgungs GmbH im oberbayerischen Erding und die SWS Netze GmbH in Stralsund eine Vereinbarung über die Gateway-Administration mit Gwadriga unterzeichnet.

Für Michal Sobotka ist der Rückzug der Metering Süd ein deutlicher Hinweis auf die Konsolidierung des Marktes. Er geht davon aus, dass diese noch weiter fortschreiten wird, da nicht alle Gateway-Administratoren das für einen wirtschaftlichen Betrieb notwendige Mengengerüst erreichen werden.

Mit der Übernahme der Dienstleistungen für die Metering Süd verwaltet Gwadriga nach eigenen Angaben 650.000 intelligente Messsysteme. Dies sei eine solide wirtschaftliche Basis für die Zukunft, so Sobotka.
 

Fritz Wilhelm
Stellvertretender Chefredakteur
+49 (0) 6007 9396075
eMail
facebook
© 2022 Energie & Management GmbH
Dienstag, 31.05.2022, 16:54 Uhr

Mehr zum Thema