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Enerige & Management > Maritime Konferenz - Merkel will es beim Offshore-Ausbaudeckel belassen
Bild: Fotolia.com, zentilia
MARITIME KONFERENZ:
Merkel will es beim Offshore-Ausbaudeckel belassen
Bundeskanzlerin Angela Merkel hält an der Obergrenze für Offshore fest. Das bekräftigte sie zum Auftakt der 9. Nationalen Maritimen Konferenz. Die Branche befürchtet negative Auswirkungen.
 
Die Hoffnungen der deutschen Offshore-Branche haben sich zum Auftakt der 9. Nationalen Maritimen Konferenz am 19. Oktober in Bremerhaven nicht erfüllt: In ihrer Eröffnungsrede bekannte sich Bundeskanzlerin Merkel zu den in der letztjährigen EEG-Novelle reduzierten Ausbauzielen für die Offshore-Windenergie. Die schwarze-rote Regierungskoalition hatte das Ziel für 2030, in Nord- und Ostsee eine Windkraft-Leistung von 25 000 MW um gleich 40 % gekappt.

Genau diese Obergrenze ist den Offshore-Windprotagonisten hierzulande seit den Beratungen zur EEG-Novelle ein dicker Dorn im Auge. „Der weitere Ausbau der Offshore-Windenergie bleibt weiterhin eine Frage der Bezahlbarkeit, unser Ziel ist es weiterhin, diesen Ausbau so kosteneffizient wie möglich zu gestalten“, betonte jedoch die Regierungschefin. Für die ab 2017 anstehenden Ausschreibungen sei es eine große Aufgabe der Windindustrie dafür zu sorgen, dass es zu keinem „Fadenriss“ beim weiteren Ausbau kommt. Merkel kündigte, wie im Ende Juli vom Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichten Eckpunktepapier zur künftigen Windkraft-Förderung vorgestellt, eine Einmalauktion für die Projekte an, deren Planung bereits fortgeschritten ist. Das anvisierte Volumen von 2 400 MW reicht der Offshore-Windbranche nicht. Dazu und zu den Einzelheiten des Ausschreibungsdesign werde es, so Merkel, „noch eine Reihe von Gesprächen geben.“

Darauf setzt auch Bremens Regierungschef Carsten Sieling: „Wir brauchen einen weiteren, guten Ausbaupfad für die Offshore-Windenergie. Wir dürfen die bereits projektierten Vorhaben nicht durch eine schlechte Umsetzung bei der Ausschreibung gefährden.“ Wesentlich pointierter kritisierte Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz den Offshore-Ausbaudeckel. „Das ist das energie- und wirtschaftspolitisch falsche Signal.“ Bleibt es bei dem Deckel in der nächsten Dekade, dürfte das auch für Bremerhavens größtes Bauprojekt der kommenden Jahre nicht ohne Folgen bleiben, das lange angekündigte Offshore-Terminal Bremerhaven (OTB) am Weser-Ufer. „Wir werden mit dem Bau noch Ende dieses Jahres beginnen“, kündigte Grantz vor den 800 Gästen der Nationalen Maritimen Konferenz an. Mit dem Deckel hat die Bundesregierung für das kommende Jahrzehnt pro Jahr den Bau von zwei Offshore-Windparks in Aussicht gestellt. Da auch andere Hafenstädte in Deutschland, aber auch in den Niederlanden und Dänemark um die Projekte als Basishafen buhlen, würde bei der geringen Zahl von Neubauprojekten die Auslastung des OTB gefährdet sein. Das Investitionsvolumen liegt immerhin bei rund 200 Mio. Euro.
 
 

Ralf Köpke
© 2019 Energie & Management GmbH
Montag, 19.10.2015, 15:37 Uhr

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