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Enerige & Management > Gasnetz - Mehren wirbt für Gasnetz als Rückgrat der Energiewende
Bild: Andrei Merkulov, Fotolia
GASNETZ:
Mehren wirbt für Gasnetz als Rückgrat der Energiewende
Das Gasunternehmen Wintershall fordert, das Gasnetz stärker in die Überlegungen zum künftigen Energietransport einzubeziehen und dafür mit dem Stromnetz zu verbinden.
 
Auf das gut ausgebaute deutsche Gasnetz und damit verbundene Möglichkeiten, kosteneffizient Energie zu transportieren, weist der Wintershall-Vorstandsvorsitzende Mario Mehren hin. Vor dem Hintergrund der „Verspätungen und Kostensteigerungen beim Stromnetzausbau“ sei der Wert der Gasinfrastruktur kaum zu überschätzen, erklärte der Manager anlässlich der am 14. August beginnenden Netzausbaureise, bei der sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) über den Stand des für die Energiewende nötigen Stromnetzausbaus informieren will.

„Ganz grundsätzlich sollten wir Strom- und Gasnetze daher als integrierte Energieinfrastrukturen begreifen und sie entsprechend miteinander koppeln“, fordert Mehren. Er plädiere deshalb dafür, noch in dieser Wahlperiode die bisher getrennte Netzentwicklungsplanung für die Strom- und Gasnetze in eine gemeinsame zu überführen. Er sei überzeugt, „dass der Energieträger Erdgas und seine Infrastrukturen angesichts ihrer Potenziale eine noch wichtigere Rolle für eine erfolgreiche Energiewende übernehmen können.“

Das deutsche Gasnetz reiche praktisch in jeden Winkel der Republik und transportiere schon heute mit rund 1 000 Mrd. kWh fast doppelt so viel Energie wie das Stromnetz, so der Manager weiter. Gas lasse sich zudem leichter transportieren als Strom. Und das zu einem viel günstigeren Preis. Nach Erhebungen des Energieverbandes DVGW koste der Energietransport via Gasnetz nur rund ein Fünftel dessen, was im Stromnetz an Kosten anfällt.

Infrastruktur eröffnet kosteneffiziente Option für die Sektorenkopplung

Mehren leitet daraus die Forderung ab, die Gasinfrastruktur stärker für den zunehmend notwendigen Energietransport heranzuziehen, beispielsweise indem erneuerbarer Strom per Elektrolyse oder Power-to-Gas in Wasserstoff oder Methan umgewandelt und damit im Gasnetz transportierbar wird.

„Bereits heute sind Gas und seine Infrastrukturen in der Lage, den künftigen Bedarf und damit die Kosten des Stromnetzausbaus zu mindern“, so der Wintershall-Chef. Die Gasinfrastruktur sei auch zukunftssicher. Denn langfristig könne darin auch mehr und mehr erneuerbares Gas gespeichert oder transportiert werden.

„Die Nutzung der vorhandenen Gasinfrastruktur bietet eine besonders kosteneffiziente Option für die Sektorenkopplung und erhöht die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung“, ist sich Mehren sicher. Eine Sektorenkopplung, die auf eine vollständige Elektrifizierung der Energieversorgung hinauslaufe, hält er dagegen für „nicht zielführend“.

Die BASF-Tochter Wintershall ist in Europa, Südamerika, Afrika und im Nahen Osten in der Gas- und Ölförderung tätig, über die deutsche Gasnetzgesellschaft Gascade, ein Gemeinschaftsunternehmen mit Gazprom, aber auch im Gastransportgeschäft aktiv.
 

Peter Focht
Redakteur
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Montag, 13.08.2018, 16:42 Uhr

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