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Enerige & Management > Strom - Mehr Strom aus fossilen Energieträgern im ersten Quartal 2021
Bild: Pixabay/Hans
STROM:
Mehr Strom aus fossilen Energieträgern im ersten Quartal 2021
Von Januar bis März wurden in Deutschland 138,2 Mrd. kWh Strom erzeugt und in das Netz eingespeist. Wegen schwacher Winde kam er zu 59,3 % aus konventionellen Energieträgern.
 
Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts (Destatis) wurden im 1. Quartal 2021 rund 2,6 % weniger Strom erzeugt als im gleichen Vorjahreszeitraum. Während der Strom im 1. Quartal 2020 mehrheitlich aus erneuerbaren Energiequellen stammte (51,4 %), wurde er im 1. Quartal 2021 zu 59,3 % aus konventionellen Energieträgern erzeugt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg die Stromeinspeisung aus konventionellen Energieträgern damit um 18,9 %.

Die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien sank dagegen um 23,0 %. Insbesondere die Windkraftenergie war mit einem Minus von 32,4 % im Vergleich zum Vorjahresquartal stark rückläufig. Die Einspeisung von 33,5 Mrd. kWh war der niedrigste Wert für ein 1. Quartal seit 2018. In den Jahren 2019 und 2020 wurden aufgrund starker und lange anhaltender Frühjahrsstürme im 1. Quartal deutlich höhere Werte erreicht. Der Jahresstart 2021 war dagegen vergleichsweise windarm.

Kohle wichtigster Energieträger für Stromerzeugung

Im 1. Quartal 2021 wurde die geringere Menge an Windstrom vor allem durch eine höhere Stromerzeugung aus Kohle- und Erdgaskraftwerken kompensiert. Die in Kohlekraftwerken erzeugte und eingespeiste Strommenge stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 26,8 % auf fast 40 Mrd. kWh. Mit einem Anteil von 28,9 % an der insgesamt eingespeisten Strommenge war damit Kohle der wichtigste Energieträger für die Stromerzeugung in dem Quartal. Die Stromeinspeisung aus Erdgaskraftwerken stieg um 24,0 % auf 22,5 Mrd. kWh.

Der energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Martin Neumann, forderte vor dem Hintergrund dieser Zahlen: „Wir müssen viel mehr auf systemische Lösungen setzen − Stichwort Sektorkopplung −, um den Wegfall von Kohle- und Kernenergie effizienter zu kompensieren und die entstehende Stromlücke zu schließen.“ Außerdem sollten moderne Speichertechnologien besser gefördert und überschüssiger Strom in Wasserstoff umgewandelt werden.

Die importierte Strommenge ist im 1. Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18,4 % auf 12,2 Mrd. kWh gestiegen. Die Stromimporte aus der Tschechischen Republik stiegen mit +220 % am stärksten, dagegen gingen die Importe aus Frankreich mit -44,7 % deutlich zurück. Die exportierte Strommenge sank um 4,3 % auf 20,1 Mrd. kWh. Insgesamt wurde damit weiterhin mehr Strom aus Deutschland exportiert als nach Deutschland importiert.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Freitag, 11.06.2021, 15:34 Uhr

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