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Enerige & Management > Klimaschutz - Mehr Homeoffice kann CO2-Emissionen verringern
Bild: Fotolia
KLIMASCHUTZ:
Mehr Homeoffice kann CO2-Emissionen verringern
12,2 Mio. Tonnen CO2 könnte Deutschland durch flexiblere Arbeitsmodelle einsparen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Carbon Trusts im Auftrag des Vodafone Instituts.
 
Eine Studie über die Effekte von Homeworking in sechs europäischen Ländern fand große Auswirkungen auf den CO2-Ausstoß heraus. Die Untersuchung des Carbon Trusts analysiert die Emissionen vor, während und nach der Covid-19-Pandemie. Durch den reduzierten Berufsverkehr und die vermiedenen bürobedingten Emissionen ergaben sich demnach weniger Treibhausgasemissionen trotz der zusätzlichen häuslichen Energieverbräuche.

Die britische Umweltorganisation Carbon Trust hat für ihre Untersuchung die CO2-Bilanz der Homeoffice-Arbeit in Deutschland, Großbritannien, Schweden, Italien, Spanien und Tschechien verglichen. Demnach sanken in Deutschland die CO2-Emissionen der Mitarbeiter im Homeoffice um 72 % im ersten Corona-Jahr. Das bedeute 12,2 Mio. Tonnen eingespartes Treibhausgas.

Deutsche Heizenergie klimaschädlich

Die Berechnungen für Deutschland basierten unter anderem auf Zahlen des Statistischen Bundesamts, des Bundeswirtschaftsministeriums und des Digital-Branchenverbands Bitkom. Im Schnitt waren 18,4 Mio. Menschen in Deutschland zwischen März 2020 und März 2021 rund 3,5 Tage pro Woche im Homeoffice. In allen untersuchten Ländern führte Homeoffice während Corona zu CO2-Einsparungen, allerdings in sehr unterschiedlichem Ausmaß. Die Spanne reichte von 243 Kilogramm CO2 in Schweden bis 1.861 Kilogramm CO2 in Italien pro Büroarbeiter.
 
CO2-Einsparungen je Homeoffice-Beschäftigtem vor Covid 19 (blau) und während der Pandemie (grün). Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken
Quelle: Carbon Trust 

Dabei hatte der Energieverbrauch der nicht genutzten Bürogebäude einen höheren Anteil an den vermiedenen CO2-Emissionen als der Berufsverkehr. Das offenbare besonders in Deutschland den hohen Investitionsbedarf in die Energieeffizienz, folgert die Studie. Gründe dafür seien einmal der etwa im Vergleich zu Schweden relativ hohe Anteil fossiler Energiequellen im Strommix zum Heizen, außerdem der im Vergleich zu Spanien oder Italien höhere Heizbedarf.

Große Unterschiede zwischen den Ländern

Auch saisonale Klimaeffekte zeigten sich deutlich: Durch den hohen Heizbedarf in Deutschland könnte im Winter Homeoffice zu Mehrverbräuchen an Heizenergie führen. Andersherum sind in Spanien im Sommer mehr Klimaanlagen im Einsatz - deshalb ist dort Büroarbeit den Angaben nach in der warmen Jahreszeit oft effizienter als das Homeoffice.

Daher ergäben sich unterschiedliche Einsparungsszenarien in den einzelnen Ländern. Die Planung für kohlenstoffoptimierte hybride Arbeitsmodelle sei komplex, ein pauschal gültiges Modell gebe es nicht, so das Ergebnis der Untersuchung.

Die Studie „CO2-Bilanz von Homeoffice“  steht im Internet als PDF zum Download bereit.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Montag, 07.06.2021, 12:49 Uhr

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