• Gas: Kurzfristige Kontrakte legen leicht zu
  • Strom: Kaum Bewegung
  • Ontras will Gas mit Solarthermie vorwärmen
  • Münsterland-Power seit über 20 Jahren
  • Trianel setzt auf Härtefallklausel
  • TKT Vivax entwickelt Prozesskostenanalyse weiter
  • Schulze wirbt für nachhaltigen Wasserstoffeinsatz
  • Neuer Chef beim QVSD
  • Solarparks sind gut für die Biodiversität
  • "Der Stoff aus dem die Träume sind - Wasserstoff als Retter der Energiewende"
Enerige & Management > Erneuerbare Energien Gesetz - Mehr als 2 000 Unternehmen beantragen EEG-Befreiung
Bild: E&M
ERNEUERBARE ENERGIEN GESETZ:
Mehr als 2 000 Unternehmen beantragen EEG-Befreiung
Eine Reduzierung oder Befreiung von der Umlage nach dem EEG haben für 2020 etwa ebenso viele Unternehmen beantragt wie im Vorjahr. Normalverbraucher zahlen aktuell 6,405 Ct/kWh.
 
Damit würde weiterhin jede fünfte Kilowattstunde in Deutschland von der EEG-Umlage ganz oder teilweise befreit werden. Die insgesamt betroffene Strommenge liegt wie im vergangenen Jahr bei rund 120 Mrd. kWh. Zu den aktuell privilegierten Unternehmen gehören neben zahlreichen Betrieben der Grundstoffindustrie auch Schlachtereien und fleischverarbeitende Unternehmen, Futtermittelhersteller und Kartoffelverarbeitungsbetriebe. Das teilte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) auf Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen mit. Die Anmeldungen mussten bis 31. Juli erfolgen. Die energieintensive Industrie verbraucht zwar 18 % des Stroms, zahlt aber nur zu 0,3 % der EEG-Umlage.

Julia Verlinden, Grünen-Sprecherin für Energiepolitik, kritisierte die Höhe der staatlich garantierten Preis-Rabatte für stromintensive Betriebe. „Die Kosten für die Strom-Subventionen brummt die Bundesregierung den übrigen Verbrauchern auf“, sagte Verlinden. Privathaushalte, Gewerbetreibende und nicht bevorzugte Unternehmen bezahlten jedes Jahr allein rund 4,5 Mrd. Euro EEG-Umlage für die privilegierten Betriebe. Es sei nicht einzusehen, dass beispielsweise Hersteller von Plastikverpackungen oder Erfrischungsgetränken auf Kosten der anderen Strompreisrabatte erhalten. „Damit muss Schluss sein“, forderte Verlinden. Die Grünen wollten die Ausnahmeregelung auf das Notwendigste beschränken. Vergünstigungen sollten nur noch Branchen erhalten, die tatsächlich im internationalen Wettbewerb stehen. Diese Industriesubventionen könnten zudem aus dem Steuerhaushalt beglichen werden, zugunsten der Kostengerechtigkeit und Entlastung der übrigen Stromverbraucher.

Das Umweltbundesamt hält eine Senkung und Umfinanzierung der EEG-Umlage für möglich, wenn eine CO2-Steuer eingeführt würde. Mit der Entlastung der Strompreise von der EEG-Umlage könnten die Mehrkosten aus der Treibhausgassteuer an die Bevölkerung rückverteilt werden. Auch der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) wies darauf hin, dass höhere CO2-Preise den Marktwert von erneuerbaren Energien an der Strombörse steigern. Dadurch würde sich die EEG-Umlage für die Stromkunden bereits verringern. Die Höhe der EEG-Umlage sinkt, je mehr für erneuerbaren Strom am Markt gezahlt wird.

Hintergrund der EEG-Umlagenbefreiung

Über die EEG-Umlage werden die Kosten für den Ausbau der regenerativen Energien auf den Endverbraucher umgelegt. Diese Umlage stieg in den vergangenen Jahren deutlich an, sowohl durch den Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung wie auch durch die Ausnahmen für Großverbraucher. Die besondere Ausgleichsregelung wurde eingeführt, um stromkostenintensive Unternehmen oder Schienenbahnunternehmen nach den §§ 63 ff. Erneuerbare-Energien-Gesetz von 2017 vor zu hohen Kosten zu schützen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen trotz der EEG-Umlage zu erhalten.

Durch die EEG-Novelle von 2012 dürfen auch Unternehmen, die nur 1 Mio. kWh Strom jährlich verbrauchen, die EEG-Umlagenreduktion beantragen, zuvor lag der Mindestverbrauch bei 10 Mio. kWh. Darüber hinaus wurden Unternehmen begünstigt, deren Stromkosten mindestens 14 % der Bruttowertschöpfung betragen, zuvor lag die Grenze bei 15 %. Für den Stromanteil zwischen 1 und 10 Mio. kWh sind 10 % der üblichen Umlage zu entrichten. Für den Stromanteil zwischen 10 und 100 Mio. kWh ist nur 1 % der EEG-Umlage zu entrichten. Oberhalb von 100 Mio. kWh wird die EEG-Umlage auf maximal 0,05 Cent pro Kilowattstunde begrenzt. Beträgt der jährliche Stromverbrauch mindestens 100 Mio. kWh und liegt der Anteil der Stromkosten an der Bruttowertschöpfung bei über 20 %, gilt für den gesamten Stromverbrauch eine Obergrenze von 0,05 Cent pro kWh EEG-Umlage.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
+49 (0) 151 28207503
eMail
facebook
© 2019 Energie & Management GmbH
Dienstag, 03.09.2019, 13:34 Uhr

Mehr zum Thema