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Enerige & Management > Gas - Marktgebiete: Politiker fordern Verknüpfung mit dem Ausland
Bild: Fotolia.com, koya979
GAS:
Marktgebiete: Politiker fordern Verknüpfung mit dem Ausland
Abgeordnete von CDU und SPD fordern zügigere Marktgebietskooperationen im Gasmarkt – auch mit Nachbarländern. Sie haben deswegen einen Brief an Wirtschaftsminister Gabriel geschrieben.
 
Der Brief, der E&M vorliegt, trägt die Unterschrift der Abgeordneten Joachim Pfeiffer und Thomas Bareiß von der CDU und von Florian Post und Bernd Westphal von der SPD. Die vier Politiker sehen vor allem in der Zusammenlegung des Marktgebietes von NetConnect Germany mit dem belgisch-luxemburgischen Gasmarktgebiet ein mögliches Projekt zur Marktintegration im Erdgasbereich. Unter dem Arbeitstitel Hub Integration Project (HIP) laufen dazu auch bereits erste Gespräche. „Wir sollten von deutscher Seite diesen Prozess aktiv mitgestalten und Standards für harmonisierte Regulierung setzen, anstatt abzuwarten und diese durch andere setzen zu lassen“, heißt es in dem Schreiben. Das HIP-Projekt eigne sich deswegen sehr gut, da Deutschland über Belgien Marktzugang zu Anlagen zur Verflüssigung von Erdgas (LNG) bekäme. Außerdem sei das HIP so angelegt, dass weitere Marktgebiete integriert werden können und sollen.

Das Bundeswirtschaftsministerium prüft zurzeit die Umsetzung des HIP-Projekts. Es stützt sich dabei auf eine Studie der Bundesnetzagentur, die diese zum Thema HIP in Auftrag gegeben hat. Eine Entscheidung ist bislang noch nicht gefallen. „Wir sehen die Gefahr, dass durch diesen langwierigen Prozess andere Marktgebietskooperationen zügiger realisiert werden und Deutschland dadurch die Möglichkeit verliert, selbst die Rahmenbedingungen zu setzen“, so die Abgeordneten. Sie fordern daher von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine Beschleunigung des Prozesses.

Die Abgeordneten betonen in dem Brief auch die Bedeutung des Energieträger Erdgas. Sie beziehen damit eindeutig Position, die bei Erdgas in Teilen der Politik nicht mehr selbstverständlich ist. „Der Energieträger Gas spielt bei der Energieversorgung in Deutschland eine wichtige Rolle“, die Tragweite werde sich im Rahmen der Energiewende noch erhöhen. Deutschland sei Großimporteur des Rohstoffes. Mit der Integration von Marktgebieten würde man einem gemeinsamen EU-Binnenmarkt näher kommen, was wiederum dem Wettbewerb und der Versorgungssicherheit dienen würde.

Unterstützt wird die Forderung der CDU- und SPD-Abgeordneten von den Grünen – auch wegen der Abhängigkeit von Russland in Sachen Erdgas. „Eine stärkere Verzahnung des Gasmarkts mit unseren westlichen Nachbarn ist längst überfällig“, teilte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Oliver Krischer mit. Die Zusammenlegung von Marktgebieten, wie nun von Deutschland und Belgien angeregt, könne ein Gegengewicht bilden „zur immer größer werdenden Dominanz von Russland auf dem deutschen Gasmarkt“.
 

Stefan Sagmeister
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Mittwoch, 27.07.2016, 17:33 Uhr

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