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Enerige & Management > Bilanz - Mainova zeigt sich zufrieden mit 2020
Bild: Fotolia, Andrey Popov
BILANZ:
Mainova zeigt sich zufrieden mit 2020
Der Versorger Mainova aus Frankfurt am Main konnte im Geschäftsjahr 2020 seinen Umsatz leicht steigern. Sondereffekte verhalfen ihm dabei.
 
Von einem "außergewöhnlichen Jahr" sprach der Vorstandvorsitzende Constantin Alsheimer bei der Vorstellung der Geschäftszahlen 2020 in einer digital abgehaltenen Bilanzpressekonferenz am 31. März. Der Umsatz des Energieversorgers belief sich im vergangenen Jahr auf 2,31 Mrd. Euro − nach 2,28 Mrd. Euro im Jahr 2019.

Auch mit dem Gewinn vor Steuern (EBT) zeigte sich das Unternehmen zufrieden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug das EBT 160,0 Mio. Euro. Dieses "gute Ergebnis" führte Alsheimer insbesondere auf positiv wirkende Sondereffekte zurück. Die Rückkehr des Gaskraftwerks Irsching an den Strommarkt sowie die Veräußerung der Anteile an der Gas-Union GmbH nannte Alsheimer als Beispiele.

Was gut lief 

Ein Plus verzeichnet der Versorger im Segment Erzeugung und Fernwärme: Beim Gewinn vor Steuern verbuchte das kommunale Unternehmen hier im vergangenen Jahr 55,8 Mio. Euro und damit 23,8 Mio. Euro mehr als noch im Jahr zuvor. Die Mainova begründet dies vor allem mit dem Gaskraftwerk Irsching, das seit dem 1. Oktober vergangenen Jahres wieder für den Strommarkt produziert. Alsheimer dazu: "Aufgrund des schwierigen Marktumfeldes befand sich das Gaskraftwerk seit April 2016 in der Netzreserve. Die veränderten Marktbedingungen stimmen uns optimistisch, dass ein wirtschaftlicher Betrieb künftig wieder möglich ist."

Vom "bisher erfolgreichsten Jahr" sprach Alsheimer mit Blick auf das Segment Erneuerbare Energien und Energiedienstleistungen. Hier führt der Versorger einen deutlichen Ergebnisanstieg auf 9,6 Mio. Euro an. Dies liegt um 4,3 Mio. Euro über dem Vorjahreswert. Dazu beigetragen haben neben dem höheren Windaufkommen der erworbene Windpark Hohenlohe mit zwölf Windenergieanlagen sowie die positiven Geschäfte mit Photovoltaik-Mieterstrom und Wärmecontracting. 

Ebenfalls ein Plus verbucht Mainova im Segment Beteiligungen. Hier lag das Ergebnis mit 77,1 Mio. Euro um 29,7 Mio. Euro über dem Vorjahr. Die Mainova begründet dies insbesondere mit dem Anteilsverkauf der Gas-Union GmbH. Im Juli 2020 hatte, wie berichtet, der Leipziger Energiekonzern VNG den Gasgroßhändler und Dienstleister von den bisherigen Eigentümern, darunter die Mainova, übernommen.

Was weniger gut lief

Das Segment Stromversorgung war laut Alsheimer am stärksten von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie betroffen. Das Ergebnis sank um 3,2 Mio. Euro auf 6,3 Mio. Euro. Insgesamt verzeichnet das Unternehmen bei Geschäfts- und Privatkunden einen Absatzrückgang von 5 %. Auf 40,4 Mio. Euro sank das Ergebnis im Segment Gasversorgung. Dies ist ein Rückgang von 5,4 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahreswert. Als Gründe zieht die Mainova insbesondere die wärmere Witterungslage sowie die Kostensteigerungen im Netzgeschäft heran.

Unter den Erwartungen blieb auch das Ergebnis im Segment Wasserversorgung. Aufgrund gestiegener Bezugs- und Instandhaltungskosten sowie pandemiebedingter Mengenrückgänge bei Geschäftskunden sank das Ergebnis im vergangenen Jahr um 0,1 Mio. Euro auf 1,6 Mio. Euro. 

Im angelaufenen Geschäftsjahr investierte der Energieversorger insgesamt 121,1 Mio. Euro. 2019 beliefen sich die Investitionen auf 150,3 Mio. Euro. Das Geld floss insbesondere in die regionale Infrastruktur. 142 Mio. Euro führte das kommunale Unternehmen an die Stadt Frankfurt ab. Dies sei ein "historischer Höchstwert", wie Alsheimer mitteilte.

Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen ein deutlich unter dem Vorjahresniveau liegendes Ergebnis. Die Mainova veranschlagt 195 Mio. Euro für Investitionen in 2021. Bis 2025 will der Versorger nach eigener Aussage mindestens eine Milliarde Euro vor allem in Netzausbau, Digitalisierung und eine umweltschonende Energieerzeugung stecken.

 Bilanzzahlen der Mainova AG
  2020 2019 prozentuale Veränderung
Umsatz in Mrd. Euro 2,31 2,28 +1,3
Bereinigtes Ergebnis (EBT) in Mio. Euro 160,0 130,4 +22,7
Investitionen in Mio. Euro 121,1 150,3 -19,4
Mitarbeiter 2.853 2.742 +4,0
Quelle: Mainova
 

Davina Spohn
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