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Enerige & Management > Studie - Lokale Wärmeplanung mit Tücken für Kommunen
Quelle: Fotolia / alphaspirit
STUDIE:
Lokale Wärmeplanung mit Tücken für Kommunen
Die strategische Wärmeplanung soll ein wichtiges Instrument für den Umbau des Wärmesektors werden. Wo die Chancen, aber auch die Hürden für Kommunen liegen, hat eine Studie untersucht. 
 
Die Energiewende kann nur vollbracht werden, wenn auch eine Wärmewende gelingt. Dafür müssen die städtischen Wärmeversorgungssysteme umgebaut werden. Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) hat für das Umweltbundesamt untersucht, welchen Beitrag das Instrument der kommunalen Wärmeplanung dazu leisten kann. Die Kurzstudie steht nun zur Verfügung, teilte das Umweltbundesamt am 10. Februar mit.

Städte und Gemeinden gelten bei der dringend benötigten Wärmewende als Schlüsselakteure, um einen Strategieprozess zu koordinieren, der zu treibhausgasneutralen und zugleich wirtschaftlichen Wärmeversorgungssystemen führt. Kommunen müssen allerdings die komplexen Veränderungsprozesse selbst aktiv und strategisch – unter Einbeziehung von Energieversorgern, Wohnungsunternehmen, Dienstleistern und Privateigentümern – gestalten.

Die kommunale Wärmeplanung, die in manchen Bundesländern bereits verpflichtend ist, soll nach den Plänen der Ampel-Koalition zukünftig flächendeckend umgesetzt werden. Das Aufgabenspektrum innerhalb der Wärmeplanung ist breit gefächert. Dazu gehören die Erstellung von Wärmekatastern, die Begleitung des Wärmenetzausbaus, die Dekarbonisierung von Bestandsnetzen, die Sicherung von Flächen für die Energieerzeugung und für Energiespeicher sowie Konzepte für die Sanierung öffentlicher Gebäude.

Das nun veröffentlichte „Kurzgutachten Kommunale Wärmeplanung“ zeigt den aktuellen Stand der Debatte zur kommunalen Wärmeplanung in Deutschland und fasst Ergebnisse relevanter Forschungsprojekte zusammen. Die Studie beleuchtet Aufgabenfelder innerhalb der kommunalen Wärmeplanung und stellt dazu ein Referenzmodell vor. Zudem werden Einsatzbedingungen, Umsetzungshemmnisse und Lösungswege gezeigt.

Dabei zeigt sich in dem Gutachten unter anderem, dass die befragten Kommunen zwei zentrale Hürden sehen: die rechtlichen Rahmenbedingungen und den Personalmangel. Im Detail waren die komplexen und langwierigen Genehmigungsprozesse sowie die auslaufende EEG-Förderung problematisch. Beim Personal wurden vor allem die mangelnde Vernetzung, eine geringe Expertise im Handwerk und die Befristung von Klimaschutzmanagerinnen und -managern als Probleme genannt.

Allgemein stoßen Kommunen schnell an Kapazitätsgrenzen. Es bedarf laut dem Gutachten mehr Finanzmittel, eine systematische Prüfung der Fördermittel und der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Hilfe- und Servicestellen. Das „Kurzgutachten Kommunale Wärmeplanung“   geht auf die Punkte detailliert ein. Es steht auf der Seite des Difu als PDF bereit.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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