• Gas: Spotpreise richten sich nach dem Wetter
  • Arcanum erleichtert Handel mit Herkunftsnachweisen
  • Strom: Spot verteuert sich
  • VIK-Indizes kaum verändert
  • Tesvolt-Speicher spart Strom bei der Fischzucht
  • Kohleausstiegsgesetz sorgt für Widerspruch
  • Uniper Q1-Q3: Höhere Jahresprognose
  • Eon und RWE schließen PPA für Großbritannien ab
  • Vorausschauende Wartung für die Heizung
  • Aufräumen nach Cyber-Attacke in Langenfeld
Enerige & Management > Stromspeicher - Lichtblick will Tesla-Batterien vernetzen
Bild: Fotolia.com, Dark Vectorangel
STROMSPEICHER:
Lichtblick will Tesla-Batterien vernetzen
Die beiden Unternehmen haben eine globale Partnerschaft vereinbart. Allerdings wird der Vorstoß von Tesla auch kritisch kommentiert.
 
In der Nacht zum 1. Mai 2015 präsentierte Tesla-Chef Elon Musk   medienwirksam eine Batterie, die das „missing piece“ zwischen Solarenergie und Elektromobilität sein soll. Es sei sozusagen die Geburtsstunde von Tesla Energy, sagte der Gründer von Tesla Motors. Unter der Bezeichnung Powerwall will er ab Sommer 2015 einen Speicher, den man an die Wand hängen kann, in zwei Ausführungen mit Kapazitäten von 7 und 10 kWh für 3 000 US-Dollar (2 700 Euro) bzw. 3 500 US-Dollar (3 100 Euro) auf den Markt bringen. Bis zu neun Geräte sollen je nach Bedarf zusammengeschaltet werden können. Die ersten Exemplare werden in der bisherigen Tesla-Febrik im kalifornischen Fremont hergestellt. Für 2016 versprach Musk eine deutliche Steigerung der Produktionszahlen, wenn die Fertigung in die neu errichtete Gigafactory in der Nähe von Reno im Bundesstaat Nevada verlagert wird. Die Garantie für die Batterie, mit der Tesla den Markt für stationäre Speicher revolutionieren will, soll zehn Jahre betragen. Zielgruppe sind vor allem Haushalte und Gewerbe. Für die Industrie präsentierte Musk den Tesla Powerpack mit einer Modulgröße von 100 kWh als eine Lösung, die nach seinen Worten „unendlich“ skalierbar ist, auf jeden Fall in den Gigawatt-Bereich hinein. Zu den ersten Unternehmen, die die Tesla-Geräte testen gehören der Online-Händler Amazon sowie die US-Einzelhandelsgruppe Target.

Mit Lichtblick hat Tesla eine globale „Energie-Partnerschaft“ vereinbart, wie der Energieversorger aus Hamburg mitteilte. Die Zusammenarbeit soll sich auf die EU erstrecken und später auf die USA, Australien und Neuseeland ausgedehnt werden. Ziel ist es unter anderem, die neue Batterie in das Schwarmstrom-Konzept einzubinden. Lichtblick betreibt in Deutschland bereits ein virtuelles Kraftwerk mit nach eigenen Angaben mehr als tausend lokalen Einheiten.

Andreas Piepenbrinck, Geschäftsführer der EWE-Tochter E3/DC, sieht das Aufsehen, das die Ankündigung von Tesla erregt hat, grundsätzlich positiv, weil nach seiner Einschätzung dadurch auch hierzulande Bewegung in die Energiewende kommen dürfte. Allerdings hat Tesla mit der Powerwall seiner Meinung nach schlicht „eine Autobatterie an die Wand gehängt“. Das Unternehmen agiere als reiner Batteriehersteller. „Anbieter wie LG, Samsung oder Panasonic bieten gleiche Leistung bei sogar besserem Einkaufspreis“, so Piepenbrink. Daher sei der avisierte Preis von 3 100 Euro auch nur ein Teil des Gesamtpreises. „Fast zwei Drittel der Betriebsmittel fehlen noch“, erklärt der E3/DC-Geschäftsführer. Kosten für Wechselrichter, Energiemanagementsystem und Betriebsführung müssten noch hinzugerechnet werden.

Auch hinsichtlich des Marktzugangs eines virtuellen Kraftwerks zeigt sich Piepenbrink skeptisch. Denn solch ein Konstrukt sei in Deutschland aufgrund der Gesetzeslage wirtschaftlich schwierig, weil Speicher mit Netzentgelten belastet werden. Daher sein Appell an den Regulierer: „E3/DC würde es begrüßen, wenn die Bundesnetzagentur den Betrieb im Privatbereich dezentral und entgeltfrei ermöglichen und damit den Kunden aktiv in den Strommarkt integrieren würde.“
 

Fritz Wilhelm
Stellvertretender Chefredakteur
+49 (0) 6007 9396075
eMail
facebook
© 2019 Energie & Management GmbH
Montag, 04.05.2015, 15:24 Uhr

Mehr zum Thema