• Strom: Day Ahead gibt nur wenig nach
  • Gas: Preise ziehen kräftig an
  • Grünes Licht für neues Heizkraftwerk in Braunschweig
  • Antragszahlen für Elektroauto-Förderung wachsen kräftig
  • RWE kauft Projektpipeline von Nordex
  • VIK-Indizies weiter im Steigen
  • Digitaler Zwilling schickt Notstrom mit dem Auto
  • Finanzspritze für Wasserstoff-Projekt "Westküste 100"
  • 2G erweitert Aura-Baureihe
  • Thüga startet offenes Weiterbildungsprogramm
Enerige & Management > Bilanz - LEW mit erneutem Umsatzwachstum
Bild: Fotolia.com, Rynio Productions
BILANZ:
LEW mit erneutem Umsatzwachstum
Die Lechwerke AG (LEW) hat im Geschäftsjahr 2015 zwar mehr Umsatz erwirtschaftet, das Ergebnis war im Vorjahresvergleich aufgrund von Sondereffekten jedoch rückläufig.
 
„Für die LEW-Gruppe war 2015 in einem langfristig herausfordernden Marktumfeld ein erfolgreiches Jahr“, resümierte Markus Litpher, Vorstand der Lechwerke AG, auf der Bilanzpressekonferenz am 9. März. Der Umsatz hat sich um 4,7 % auf 2,28 Mrd. Euro erhöht. Diese Entwicklung resultiert zum einen aus dem gestiegenen Strom- und Gasabsatz. Den Angaben zufolge legte der Stromverkauf im Vorjahresvergleich um 8,6 % auf 15,8 Mrd. kWh zu. Der Gasabsatz – der in den vorherigen Jahren rückläufig war – kletterte um 16,5 % auf 917 Mio. kWh. Zum anderen machen sich bei der Umsatzentwicklung laut Litpher auch die gestiegenen Vergütungen für EEG-Anlagen bemerkbar. Im Umsatz des Verteilnetzbetreibers sind auch Einspeisevergütungen in Höhe von insgesamt 804 Mio. Euro enthalten, die mit dem vorgelagerten Übertragungsnetzbetreiber abgerechnet werden und daher ergebnisneutral bleiben.

Der Zubau im Netzgebiet der LEW in Bayerisch-Schwaben und Teilen Oberbayerns fiel zuletzt geringer aus: 2015 gingen den Angaben zufolge rund 1 530 EEG-Anlagen neu ans Stromnetz, vor allem Photovoltaikanlagen. Ende 2015 waren insgesamt rund 69 200 EEG-Anlagen mit etwa 1 925 MW Gesamtleistung an das LEW-Netz angeschlossen. Eindeutig geht der Trend bei den Photovoltaikanlagen hin zum Eigenverbrauch, so Litpher. Verglichen mit 2014 habe sich der jährliche Zubau von Batteriespeichersystemen mehr als verdoppelt.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag 2015 mit 141,5 Mio. Euro rund 15 % unter dem Gewinn des Vorjahres. Der Rückgang ist laut dem LEW-Vorstand im Wesentlichen auf Einmalerträge aus dem Verkauf des Höchstspannungsnetzes im Geschäftsjahr 2014 zurückzuführen. Amprion hatte dafür etwa 27 Mio. Euro bezahlt. „Bereinigt um Sondereffekte liegt unser Betriebsergebnis leicht über dem Niveau des Geschäftsjahres 2014“, betont Litpher. Der Jahresüberschuss stieg unter anderem wegen eines Buchgewinnes in Höhe von 62,5 Mio. Euro aus dem Verkauf von Wertpapieren von 85 Mio. Euro im Vorjahr auf knapp 158 Mio. Euro.

Die Investitionen der LEW-Gruppe lagen mit 92,3 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres (94 Mio. Euro) und „bewegen sich weiterhin auf historischem Höchstniveau in unserer 115-jährigen Unternehmensgeschichte“, heißt es aus Augsburg. Der wesentliche Teil der Investitionen fiel abermals für Ausbau und Erneuerung der Netzinfrastruktur an. Darüber hinaus wurden Pilotprojekte mit intelligenten Systemen beziehungsweise zur weiteren Automatisierung der Netzsteuerung umgesetzt. Seit Sommer vergangenen Jahres wird in der Marktgemeinde Tussenhausen ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 400 kW getestet, der das regionale Verteilnetz unterstützen und entlasten soll. In Buchloe wird ein intelligentes Lademanagementsystem für den Pendlerverkehr mit 14 Elektroautos erprobt. „Wir wollen das Laden der E-Autos so steuern, dass möglichst viel vor Ort erzeugten Ökostrom genutzt und das Ortsnetz beim Laden möglichst gleichmäßig belastet wird“, erklärte LEW-Vorstand Norbert Schürmann.

Die LEW-Tochter Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW) erzeugte mit ihren Wasserkraftwerken an Donau, Iller, Günz, Wertach und Lech im vergangenen Jahr rund 782 GWh Strom. „Sorgen bereiten die niedrigen Erlöse für den Strom aus den Wasserkraftwerken, den wir ganz ohne staatliche Förderung am freien Markt verkaufen“, sagte Schürmann. Vorantreiben will der Regionalversorger die Geschäftsfelder Telekommunikation und Energiedienstleistungen. Das Tochterunternehmen LEW TelNet ist laut Schürmann mit 140 Breitbandprojekten und dem eigenen rund 2 500 km langen Glasfasernetz der größte regionale Netzbetreiber. Insgesamt binde die Gesellschaft rund 60 000 Haushalte, Unternehmen und Gewerbebetreibende breitbandig an das Internet an.

Um auch im Wärmemarkt Potenziale erschließen zu können, hat sich die LEW im Januar mit 49 Prozent an der Bayerischen Ray Energietechnik beteiligt. „Das in München ansässige Unternehmen verfügt über jahrzehntelange technische Expertise als Systemhaus für thermische Energieanlagen“, begründet Schürmann die Akquisition. Bereits zum Jahreswechsel wurden die Energiedienstleistungen mit dem dezentralen Erzeugungs- und Wärmegeschäft aus der BEW ausgegliedert und in den Geschäftskundenvertrieb der Muttergesellschaft integriert.

Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Litpher beim Umsatz „Erlöse über dem Vorjahr“. Das betriebliche Ergebnis, werde voraussichtlich „etwas unter dem Vorjahr“ liegen.
 

Michael Pecka
Redakteur
+49 (0)8152 9311-18
eMail
facebook
© 2020 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 09.03.2016, 15:19 Uhr

Mehr zum Thema