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Enerige & Management > Klimaschutz - Leag zwischen Erneuerbaren-Zukunft und Braunkohlealtlasten
Bild: Fotolia/PhotographyByMK
KLIMASCHUTZ:
Leag zwischen Erneuerbaren-Zukunft und Braunkohlealtlasten
Am alten Braunkohlekraftwerksstandort Zschornewitz hat das Zeitalter der emissionsfreien Stromproduktion begonnen. Dem 4,5-MW-Solarpark folgen Großprojekte des Energieerzeugers Leag.
 
Die Energie stammt nun aus der Luft und nicht länger aus dem Boden: Das alte Bitterfelder Braunkohlerevier hat am Kraftwerksstandort Zschornewitz den Schwenk zur Solarenergie vollzogen. In dem Ortsteil der sachsen-anhaltinischen Stadt Gräfenhainichen nahm der Kraftwerksbetreiber Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) einen Solarpark mit 4,5 MW Leistung in Betrieb.

Das Solarkraftwerk ist keines der Superlative. Es hat eher symbolischen Wert, folgt es doch einem 1992 stillgelegten Braunkohlekraftwerk nach und trägt daher den geschichtsträchtigen Namen „Altes Kraftwerk“. Die Leag hat den von Projektentwickler EP New Energies GmbH (EPNE) gebauten Park übernommen, betreibt ihn und sorgt für die Vermarktung des Sonnenstroms. Übrigens ein halbes Jahr früher als ursprünglich geplant.

Weitaus größere Kraftwerke auf Basis erneuerbarer Energien kündigen sich in Brandenburg an. Im Braunkohlerevier Lausitz sollen auf einer Rekultivierungsfläche des Tagebaus Jänschwalde 17 weitere Windenergieanlagen entstehen. Für diesen Windpark Forst-Briesnig II hat die Leag Anfang Juli den Genehmigungsantrag eingereicht. Die jeweils 167 Meter hohen Anlagen mit 6-MW-Turbinen des Herstellers General Electric kommen auf eine Gesamtkapazität von 102 MW und sollen möglichst ab 2024 bis zu 260 Mio. kWh Strom pro Jahr produzieren.

Kritik an Wasserentnahme aus der Spree für Braunkohlemeiler Jänschwalde

Jänschwalde ist auch ausgewählter Standort für zwei weitere Solarprojekte der Leag. Der Energiepark Bohrau soll über eine Kapazität von 440 MW, eine Anlage auf der stillgelegten Aschedeponie Jänschwalde I über 40 MW verfügen.

Die Braunkohleverstromung ist in der Niederlausitz aber längst noch nicht Geschichte. Bis 2028 ist nach dem Kohleausstiegsgesetz die Laufzeit für den Meiler Jänschwalde angesetzt. Ärger mit Umwelt- und Naturschutzorganisationen gibt es aktuell wegen der künftigen Kühlung des Kraftwerks. Im kommenden Jahr oder spätestens ab 2023 stammt die zu verfeuernde Kohle nicht mehr aus dem Tagebau Jänschwalde, sondern aus Welzow-Süd. Mit der Auskohlung Jänschwaldes wird auch kein abgepumptes Grundwasser mehr als Kühlwasser zur Verfügung stehen.

Stattdessen soll die Spree das Wasser liefern, mit einem halben bis zu einem vollen Kubikmeter pro Sekunde. In wasserarmen Zeiten fließen allerdings nur zwei Kubikmeter Wasser durch das Flussbett. Das Kraftwerk führt zudem nur etwa 20 % des entnommenen Wassers zurück, der Rest verdampft. Für die an der Spree liegenden Kommunen, darunter Berlin, befürchten Kritiker daher Wasserknappheit, sollte die Leag an ihrer Kühlstrategie nichts ändern.
 

Volker Stephan
© 2021 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 08.07.2021, 13:54 Uhr

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