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Energie & Management > Elektrofahrzeuge - Lademarkt Deutschland wird reifer
Quelle: Jonas Rosenberger
Elektrofahrzeuge

Lademarkt Deutschland wird reifer

Der Ladeinfrastruktur- und Abrechnungsdienstleister Elvah hat seinen Charging Market Report für das zweite Halbjahr 2025 veröffentlicht. Er zeigt eine zunehmende Dynamik in Deutschland.
Mit seiner Analyse der Lademärkte blickt der Infrastruktur- und Abrechnungsdienstleister Elvah mit Sitz in Essen über die deutschen Grenzen hinaus. Auch die aktuelle Situation in Österreich, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg ist Gegenstand der Untersuchung.

Als Highlights heben die Autoren folgende Punkte hervor:
  • Die Zahl der Ladevorgänge in Deutschland stieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um rund 24 Prozent
  • HPC-Ladepunkte in Deutschland verzeichneten im Durchschnitt rund 92 Ladevorgänge pro Monat
  • EnBW blieb in 14 von 16 deutschen Bundesländern Marktführer im HPC-Segment
  • Die Niederlande belegten beim Pro-Kopf-Aufkommen an Ladevorgängen mit 1,39 den ersten Platz
  • Die durchschnittliche Auslastung stieg im zweiten Halbjahr 2025 in allen fünf Märkten deutlich an
Im zweiten Halbjahr 2025 erreicht der deutsche öffentliche Lademarkt ein neues Größenniveau und zeige eine weiter wachsende Marktreife. Erstmals seien mehr als 35 Millionen Ladevorgänge registriert worden. Bei 35,8 Millionen Ladevorgängen wurden dem Report zufolge 909 Millionen kWh abgeben. Gegenüber dem ersten Halbjahr entspricht dies einem Plus von rund 24 Prozent bei den Ladevorgängen und rund 30 Prozent beim Energievolumen.
 
Wöchentlich knapp 1,7 Millionen Ladevorgänge
 
Auch unterjährig zeigt sich die Dynamik: Das wöchentliche Ladeaufkommen ist von 983.000 Sessions Ende Juni auf rund 1,67 Millionen Ladevorgänge zum Jahresende gestiegen. Getragen wird die Entwicklung vom wachsenden E-Fahrzeugbestand sowie vom weiteren Infrastrukturausbau. Besonders das Schnellladen gewinnt an Bedeutung: ultraschnelles Laden (HPC – High Power Charging) und AC-Ladevorgänge vereinen zusammen über 92 Prozent aller Ladevorgänge auf sich (HPC: 48 Prozent, AC: 44 Prozent), während das DC-Laden 8 Prozent ausmacht.

Die qualitative Marktentwicklung lässt sich durch Auslastungskennzahlen verdeutlichen. HPC-Ladepunkte erreichen im zweiten Halbjahr durchschnittlich 92 Ladevorgänge pro Monat. Die durchschnittliche HPC-Auslastung steigt im Jahresverlauf von 7,10 auf 9,44 Prozent. AC-Ladepunkte kommen im Schnitt auf 17,4 Ladevorgänge pro Monat. Damit wachse die Nutzung erstmals messbar schneller als die Infrastruktur – ein Hinweis auf steigende Wirtschaftlichkeitspotenziale im Geschäft der Ladepunktbetreiber.

Regional bleibt Nordrhein-Westfalen mit 7,14 Millionen Ladevorgängen größter Einzelmarkt, gefolgt von Bayern (6,80 Millionen) und Baden-Württemberg (5,56 Millionen). Bei einer Pro-Kopf-Betrachtung steht Hamburg mit 0,67 Ladevorgängen je Einwohner an erster Stelle, während der Bundesdurchschnitt im zweiten Halbjahr bei 0,39 lag. Diese Spreizung verweist den Autoren zufolge auf unterschiedliche Urbanisierungsgrade, Flottenanteile und private Lademöglichkeiten.

Der Infrastrukturausbau setzt sich fort, bleibt aber differenziert. AC-Ladepunkte stellen weiterhin das Rückgrat der öffentlichen Infrastruktur, während der Bereich der Schnelllader mit einem Zuwachs von 18,8 Prozent bei den aktiven Ladepunkten das stärkste prozentuale Wachstum verzeichnet. In kleineren Bundesländern fallen die relativen Wachstumsraten teils besonders hoch aus, was auf Nachholeffekte hindeutet.
 
Im Wettbewerb zeigen sich die Strukturen je nach Segment unterschiedlich. Im HPC-Segment bleibt EnBW klarer Marktführer und liegt in 14 von 16 Bundesländern an der Spitze. Bundesweit erzielt EnBW im HPC-Bereich einen Marktanteil von 30,66 Prozent. Aral Pulse (11,09 Prozent) und Ionity (10,83 Prozent) folgen mit deutlichem Abstand. Im AC-Segment bleibt der Markt fragmentierter. Hier führen Aggregatoren und kommunale Versorger. Vaylens erreicht 6,53 Prozent Marktanteil und liegt damit vor den Hamburger Energiewerken (3,82 Prozent) und dem Ladeverbund+ (3,42 Prozent).

International zeigt sich, dass Deutschland bei der Nutzung noch Potenzial hat. Die durchschnittliche HPC-Auslastung ist zwar auf 9,4 Prozent gestiegen, bleibt damit aber unter dem Niveau besonders reifer Märkte. Die Niederlande verzeichnen 25,39 Millionen Ladevorgänge im zweiten Halbjahr und 507,4 Millionen kWh geladene Energie. Die Pro-Kopf-Nutzung liegt dort bei 1,39. Belgien steigert die Pro-Kopf-Nutzung auf 1,05 und wächst um 58 Prozent gegenüber dem Vorhalbjahr.

Insgesamt markiert das zweite Halbjahr 2025 für Deutschland den Übergang vom primär mengengetriebenen Ausbau hin zu einer stärker auslastungs- und effizienzorientierten Marktphase. Für Energieversorger und Ladenetzbetreiber rücken damit Standortqualität, operative Exzellenz und Preissetzungsstrategien stärker in den Mittelpunkt der Wertschöpfung.

Der Charging Market Report kann über die Internetseite von Elvah bestellt werden.

Mittwoch, 25.02.2026, 17:36 Uhr
Fritz Wilhelm
Energie & Management > Elektrofahrzeuge - Lademarkt Deutschland wird reifer
Quelle: Jonas Rosenberger
Elektrofahrzeuge
Lademarkt Deutschland wird reifer
Der Ladeinfrastruktur- und Abrechnungsdienstleister Elvah hat seinen Charging Market Report für das zweite Halbjahr 2025 veröffentlicht. Er zeigt eine zunehmende Dynamik in Deutschland.
Mit seiner Analyse der Lademärkte blickt der Infrastruktur- und Abrechnungsdienstleister Elvah mit Sitz in Essen über die deutschen Grenzen hinaus. Auch die aktuelle Situation in Österreich, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg ist Gegenstand der Untersuchung.

Als Highlights heben die Autoren folgende Punkte hervor:
  • Die Zahl der Ladevorgänge in Deutschland stieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um rund 24 Prozent
  • HPC-Ladepunkte in Deutschland verzeichneten im Durchschnitt rund 92 Ladevorgänge pro Monat
  • EnBW blieb in 14 von 16 deutschen Bundesländern Marktführer im HPC-Segment
  • Die Niederlande belegten beim Pro-Kopf-Aufkommen an Ladevorgängen mit 1,39 den ersten Platz
  • Die durchschnittliche Auslastung stieg im zweiten Halbjahr 2025 in allen fünf Märkten deutlich an
Im zweiten Halbjahr 2025 erreicht der deutsche öffentliche Lademarkt ein neues Größenniveau und zeige eine weiter wachsende Marktreife. Erstmals seien mehr als 35 Millionen Ladevorgänge registriert worden. Bei 35,8 Millionen Ladevorgängen wurden dem Report zufolge 909 Millionen kWh abgeben. Gegenüber dem ersten Halbjahr entspricht dies einem Plus von rund 24 Prozent bei den Ladevorgängen und rund 30 Prozent beim Energievolumen.
 
Wöchentlich knapp 1,7 Millionen Ladevorgänge
 
Auch unterjährig zeigt sich die Dynamik: Das wöchentliche Ladeaufkommen ist von 983.000 Sessions Ende Juni auf rund 1,67 Millionen Ladevorgänge zum Jahresende gestiegen. Getragen wird die Entwicklung vom wachsenden E-Fahrzeugbestand sowie vom weiteren Infrastrukturausbau. Besonders das Schnellladen gewinnt an Bedeutung: ultraschnelles Laden (HPC – High Power Charging) und AC-Ladevorgänge vereinen zusammen über 92 Prozent aller Ladevorgänge auf sich (HPC: 48 Prozent, AC: 44 Prozent), während das DC-Laden 8 Prozent ausmacht.

Die qualitative Marktentwicklung lässt sich durch Auslastungskennzahlen verdeutlichen. HPC-Ladepunkte erreichen im zweiten Halbjahr durchschnittlich 92 Ladevorgänge pro Monat. Die durchschnittliche HPC-Auslastung steigt im Jahresverlauf von 7,10 auf 9,44 Prozent. AC-Ladepunkte kommen im Schnitt auf 17,4 Ladevorgänge pro Monat. Damit wachse die Nutzung erstmals messbar schneller als die Infrastruktur – ein Hinweis auf steigende Wirtschaftlichkeitspotenziale im Geschäft der Ladepunktbetreiber.

Regional bleibt Nordrhein-Westfalen mit 7,14 Millionen Ladevorgängen größter Einzelmarkt, gefolgt von Bayern (6,80 Millionen) und Baden-Württemberg (5,56 Millionen). Bei einer Pro-Kopf-Betrachtung steht Hamburg mit 0,67 Ladevorgängen je Einwohner an erster Stelle, während der Bundesdurchschnitt im zweiten Halbjahr bei 0,39 lag. Diese Spreizung verweist den Autoren zufolge auf unterschiedliche Urbanisierungsgrade, Flottenanteile und private Lademöglichkeiten.

Der Infrastrukturausbau setzt sich fort, bleibt aber differenziert. AC-Ladepunkte stellen weiterhin das Rückgrat der öffentlichen Infrastruktur, während der Bereich der Schnelllader mit einem Zuwachs von 18,8 Prozent bei den aktiven Ladepunkten das stärkste prozentuale Wachstum verzeichnet. In kleineren Bundesländern fallen die relativen Wachstumsraten teils besonders hoch aus, was auf Nachholeffekte hindeutet.
 
Im Wettbewerb zeigen sich die Strukturen je nach Segment unterschiedlich. Im HPC-Segment bleibt EnBW klarer Marktführer und liegt in 14 von 16 Bundesländern an der Spitze. Bundesweit erzielt EnBW im HPC-Bereich einen Marktanteil von 30,66 Prozent. Aral Pulse (11,09 Prozent) und Ionity (10,83 Prozent) folgen mit deutlichem Abstand. Im AC-Segment bleibt der Markt fragmentierter. Hier führen Aggregatoren und kommunale Versorger. Vaylens erreicht 6,53 Prozent Marktanteil und liegt damit vor den Hamburger Energiewerken (3,82 Prozent) und dem Ladeverbund+ (3,42 Prozent).

International zeigt sich, dass Deutschland bei der Nutzung noch Potenzial hat. Die durchschnittliche HPC-Auslastung ist zwar auf 9,4 Prozent gestiegen, bleibt damit aber unter dem Niveau besonders reifer Märkte. Die Niederlande verzeichnen 25,39 Millionen Ladevorgänge im zweiten Halbjahr und 507,4 Millionen kWh geladene Energie. Die Pro-Kopf-Nutzung liegt dort bei 1,39. Belgien steigert die Pro-Kopf-Nutzung auf 1,05 und wächst um 58 Prozent gegenüber dem Vorhalbjahr.

Insgesamt markiert das zweite Halbjahr 2025 für Deutschland den Übergang vom primär mengengetriebenen Ausbau hin zu einer stärker auslastungs- und effizienzorientierten Marktphase. Für Energieversorger und Ladenetzbetreiber rücken damit Standortqualität, operative Exzellenz und Preissetzungsstrategien stärker in den Mittelpunkt der Wertschöpfung.

Der Charging Market Report kann über die Internetseite von Elvah bestellt werden.

Mittwoch, 25.02.2026, 17:36 Uhr
Fritz Wilhelm

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