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Enerige & Management > Gleichstromtrasse - Kühlturmsprengung macht Platz für Ultranet-Konverter
Wo in Philippsburg jetzt noch die Kühltrüme stehen, soll bis 2024 der Ultranet-Konvert errichtet werden. Bild: EnBW
GLEICHSTROMTRASSE:
Kühlturmsprengung macht Platz für Ultranet-Konverter
Der Energiekonzern EnBW will so bald wie möglich die Kühltürme des stillgelegten Kernkraftwerks Philippsburg sprengen. Der Platz wird für die Ultranet-Gleichstromtrasse benötigt.
 
Weil der Abbruch eng mit der Verwirklichung der Energiewende verbunden sei, betreibe man die Planungen – trotz Corona-Krise – so gut wie möglich weiter, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. In dem beim baden-württembergischen Umweltministerium eingerechten Abbruchsantrag wurde als frühester Termin der 14. Mai genannt.

Wann die Sprengung tatsächlich stattfinden wird, sei aber völlig offen und von verschiedenen Faktoren abhängig, erläuterte Jörg Michels, Chef der Kernkraftsparte des Energiekonzerns. „Die Maßnahme steht in direktem Zusammenhang mit der zukünftigen Versorgungssicherheit im Süden Deutschlands. Wir fühlen uns deshalb dazu verpflichtet, dieses Vorhaben mit der erforderlichen Konsequenz voranzutreiben“, betonte er.

Die Fläche, auf der sich jetzt noch die beiden Kühltürme des Ende 2019 stillgelegten Atommeilers befinden, wird für den Bau der Gleichstromtrasse Ultranet benötigt. Dort soll der Konverter entstehen, der den Gleichstrom wieder in Wechselstrom umformt, damit er dann dort ins Verteilnetz eingespeist werden kann.

Die Ultranet-Verbindung ist 340 Kilometer lang und wird von Osterath in Nordrhein-Westfalen nach Baden-Württemberg geführt. Sie ist für die Übertragung von 2.000 MW ausgelegt bei einer Spannung von 380 kV.

Als einzige der großen Gleichstromverbindungen neben Südlink und Südostlink ist sie nicht als Erdkabel geplant, sondern bezieht eine bestehende Trasse mit ein. Dabei ergibt sich die bisher in Deutschland einmalige Situation, dass auf schon vorhandenen Masten Gleich- und Wechselstromleitungen gleichzeitig betrieben werden.

Die Fertigstellung der Gleichstromleitung ist für 2024 geplant. Bis 2025 soll Ultranet bis ins ostfriesische Emden (Niedersachsen) verlängert werden. Ziel ist es, den Süden der Republik nach der Abschaltung der letzten Kernkraftwerke im Jahr 2022 mit Windkraftstrom zu versorgen.

Einstweilen ist man bei EnBW intensiv mit den Abbruchvorbereitungen beschäftigt. Wie Michels dazu weiter erklärte, müssen selbst bei einem konkreten Sprengtermin noch die meteorologischen und hydrologischen Randbedingungen beachtet werden. Mit der Corona-Pandemie ist jetzt noch ein weiterer Unsicherheitsfaktor dazugekommen.
 

Günter Drewnitzky
© 2020 Energie & Management GmbH
Dienstag, 24.03.2020, 17:00 Uhr

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