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Enerige & Management > Wärme - Kommunen sollen viel Freiheit bei Wärmekonzepten haben
Quelle: Fotolia / Ralf Kalytta
WÄRME:
Kommunen sollen viel Freiheit bei Wärmekonzepten haben
Wärmeplanung kann nur auf kommunaler Ebene funktionieren. Darin waren sich die Teilnehmer einer Diskussionsveranstaltung einig. Die SPD-Bundestagsfraktion hatte sie organisiert.
 
Die Dialogveranstaltung unter dem Motto „Kommunale Wärmeplanung – Eckpfeiler der Wärmewende“ war hochkarätig besetzt. Neben Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne), Bundespolitikern der SPD und Lokalpolitiker nahmen auch Verbandsvertreter teil.

Habeck, der die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag eröffnete, verwies darauf, dass Vor-Ort-Entscheidungen zur Wärmezukunft hochflexibel und aufgrund von einschlägigen Kenntnissen der Verhältnisse gefällt werden könnten. Ein Nachteil sei, dass sich so kein einheitliches Vorgehen definieren lasse. Eine verpflichtende kommunale Wärmeplanung könne hier die nötige Klammer darstellen.

Zwei Stränge sieht Habeck als Grundlage der Wärmezukunft: Zum einen Einsparungen und Effizienz: „Wir können uns freuen über alles, was wir nicht verfeuern.“ Auf der anderen Seite die klimaneutrale Erzeugung. Hier seien andere schon viel weiter, vor allem skandinavische Länder. In Dänemark beispielsweise sind Ölheizungen verboten.

Generell müsse von Einzelbefeuerung auf vernetzte Systeme übergegangen werden. Fernwärme, Abwärmenutzung aus Industrie und Geothermie – es gelte, alles in Erwägung zu ziehen und die verschiedenen Möglichkeiten zu kombinieren. Dafür sei dann eben die kommunale Planung sinnvoll.

Zumindest diese durch den Bund vorzuschreiben, so Habeck, müsse auch vor dem Hintergrund der Konkurrenz zwischen Nachbargemeinden um billige Neubau- und Gewerbegebiete gesehen werden: Eine Kommune, die nichts in Sachen nachhaltiger Wärme unternimmt, könnte hier kurzfristig günstigere Konditionen anbieten. Allerdings niemals mittel- und langfristig.

Bei der Ausgestaltung der Richtlinien für die kommunale Wärmeplanung will sich der Wirtschaftsminister eng mit den Städten und Gemeinden abstimmen. In den nächsten Wochen soll ein Papier mit den Eckpunkten verschickt werden, die Beratungen sollen eine Einigung bis spätestens Ende des Jahres zum Ziel haben. Prämisse sei maximale Flexibilität für die Kommunen.

Sören Bartol, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium, brachte neben den Kosten von energetischen Sanierungen den Fachkräftemangel als Bremsklotz ins Spiel. Auch neue architektonische Möglichkeiten müssten in den Blick genommen und der Wissenstransfer zwischen Kommunen gestärkt werden.

Verstärkt Mehrfamilienhäuser in den Blick nehmen

Matthias Dümpelmann, Geschäftsführer von 8KU, eine Kooperation von acht kommunalen Energieunternehmen, rief dazu auf, bei Sanierungsmaßnahmen verstärkt große Mehrfamilienhäuser in den Blick zu nehmen. Er hält es ebenfalls für erforderlich, alle Kombinationen aus Wärmequellen und Umsetzungsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen, wie etwa Abwärme aus Industrie und Rechenzentren. Die kommunale Wärmeplanung habe den Vorteil, dass sie Sicherheit schaffe. Zum einen bei der Zeitschiene, zum anderen bei den Maßnahmen, auf die sich Kunden einstellen müssen – beispielsweise welche Alternative ansteht, wenn die alte Heizung kaputtgeht.

Der Mainzer Oberbürgermeister und Vorsitzende des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU) verwies darauf, dass Städte und Gemeinden die Möglichkeit erhalten müssten, Dinge durchzusetzen: Der Ausbau des Fernwärmenetzes erfordere etwa auch einen Anschluss- und Benutzungszwang.

Kerstin Andreae, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), forderte, die Wärmeplanungsvorschriften sollten nur einen Rahmen setzen, in dem sich die Kommunen bewegen können. Erforderlich sei Optionsoffenheit, bundesweite Ansagen seien nicht sinnvoll.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Freitag, 03.06.2022, 15:43 Uhr

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